Empfehlen Facebook Twitter XING Als E-Mail verschicken Drucken
20.07.2010

Schritt zur Trendwende: Nokia sucht neuen Chef

Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo
Zoom Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo
© AP
Olli-Pekka Kallasvuo fehlen die Ideen, wie der Handymarktführer seinen Vorsprung vor Apple verteidigen kann. Das monieren jedenfalls seine Kritiker. Nun schauen sich die Finnen offenbar konkret nach einem Nachfolger um.

Nokia sucht laut einem Zeitungsbericht einen neuen Chef. Mindestens zwei Kandidaten aus den USA seien bereits angesprochen worden. Der Aufsichtsrat des weltgrößten Handyherstellers strebe eine Entscheidung bis Ende des Monats an, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag unter Berufung auf informierte Personen.

Nokia hat Probleme beim Boomgeschäft mit Smartphones. Der finnische Konzern ist zwar immer noch größter Hersteller bei den Oberklassetelefonen mit einem Marktanteil von zuletzt knapp 40 Prozent. Die Initiative in dem Sektor haben jedoch Apple mit seinem iPhone und Google mit dem Betriebssystem Android an sich gerissen. Nokias Versuche, das Steuer herumzureißen, blieben bisher wenig erfolgreich.

Der aktuelle Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo steht seit 2006 an der Spitze des weltgrößten Handyherstellers. Der Zeitung zufolge hat ein Chef eines großen US-Technologiekonzerns Nokia abgesagt, weil er nicht nach Finnland ziehen wollte. Auch ein weiterer Manager aus den USA sei bereits für den Job interviewt worden, hieß es. Der Aufsichtsrat mache ernst mit einem Wechsel.

Die Smartphones sind ein schnell wachsender Markt. Zu Jahresbeginn war etwa jedes sechste verkaufte Handy eins der leistungsfähigen Mobiltelefone. Branchenbeobachter rechnen damit, dass bereits in wenigen Jahren zumindest in der westlichen Welt mehr Smartphones als herkömmliche Telefone - und auch mehr als Computer - verkauft werden. Zu Nokias Problemen kommt hinzu, dass die Finnen im wichtigen US-Markt kaum vertreten sind.

Verliert Nokia den Anschluss, läuft die langjährige Nummer eins Gefahr, mit der Zeit vor allem auf die Märkte der Entwicklungsländer reduziert zu werden. Dort wächst die Zahl der Mobilfunknutzer zwar explosionsartig - allerdings lassen sich dort meist nur günstigere Handys verkaufen. Entsprechend niedriger fällt die Marge aus.

Seite   1 | 2 | 

Quelle: ftd.de
© 2010 dpa

Ihre Meinung

Ich bin registrierter User und möchte mich anmelden

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird n. veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar


Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück

Diesen Artikel bookmarken bei...

Tausendreporter BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews