Es hat schon Gründe, wenn Familienunternehmen besser durch die Krise kommen als Konzerne. Welche das sind, wollte das Beratungsunternehmen Auxilion von 127 Führungskräften wissen. 87 Prozent der Befragten sehen in der langfristigen Orientierung von mittelständischen Unternehmen den entscheidenden Grund: Da sie keine kurzfristigen Anlegerinteressen bedienen müssen, können sie strategisch planen - und diese langfristige Perspektive auch durchziehen.
Dabei hilft die Belegschaft: 84 Prozent der befragten Manager vermuten in Familienunternehmen eine ausgeprägte Firmenkultur, in der die Chefs verbindliche Werte und Ideale für ein faires Miteinander vermitteln. Die Folge: hohe Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber. Diese Loyalität führt nach Einschätzung von 73 Prozent der Führungskräfte dazu, dass Arbeitnehmer eher bereit seien, durch eigene Opfer an der Bewältigung einer Krise beizutragen, da sie eine größere Eigenverantwortung tragen würden und für ihr eigenes Unternehmen kämpften.
69 Prozent halten laut "Familienunternehmen 2010/2011" eine hohe Eigenkapitalquote für hilfreich, um Krisen zu widerstehen. Je unabhängiger von den Banken ein Unternehmen agieren kann, desto selbstbewusster könne es den eigenen Kurs festlegen, glauben die befragten Führungskräfte.
Der Blickwinkel von Familienunternehmen ist ein grundsätzlich anderer, glauben die Manager. Während in börsennotierten Konzernen nichts wichtiger ist als die Fieberkurve des Aktienkurses, wird den Chefs von Familienunternehmen eher unterstellt, Verantwortung für das Unternehmen, seine Belegschaft und seine Umwelt zu übernehmen. Und damit auch die Verantwortung, Krisen zu schultern.
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