Management Am Ende der Geduld: Mehr weibliche Führungskräfte wollen die Quote

Frauen führen anders als Männer.

Frauen führen anders als Männer.© Monkey Business - Fotolia.com

Gerade unter Frauen, die es bis an die Spitze eines Unternehmens geschafft haben, ist die Quote umstritten. Doch unter den Chefinnen steigt die Zahl der Befürworterinnen. Wie Unternehmen davon profitieren können, zeigt ein Beispiel beim Technologieunternehmen Bosch.

Die Frauenquote steht zwar im Koalitionsvertrag, doch der Glaubenskrieg um die Quote für Führungsgremien tobt nach wie vor. Die Industrieverbände bäumen sich auf. Die CSU unkt: Wenn die Quote kommt, wird das Wirtschaftswachstum noch mehr einbrechen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), das merkt man ihr an diesem trüben Oktobertag deutlich an, hat keine Lust mehr auf dieses Thema. Nicht, weil sie selbst die „gläserne Decke“ schon vor vielen Jahren durchstoßen hat, sondern weil es dazu einfach nichts Originelles mehr zu sagen gibt. Während eines Treffens mit weiblichen Führungskräften, die sie ins Bundeskanzleramt eingeladen hat, hört sie zwar aufmerksam zu und nickt auch gelegentlich. Doch so kämpferisch wie Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD), die neben ihr sitzt, wirkt die mächtigste Frau im Staat nicht.

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Schwesig, die aus ihrem oft stressigen Job- und Familienalltag erzählt, hat zumindest bei den Frauen, die hier versammelt sind, im letzten Jahr neue Mitstreiterinnen für die Quote gewonnen. Denn nicht nur die jüngsten Umbesetzungen in den Vorständen zahlreicher börsennotierter Unternehmen haben gezeigt, dass die Selbstverpflichtungen der Wirtschaft nicht zu einem Anstieg des Frauenanteils geführt haben.

Eine Zumutung für die Wirtschaft? Nein, heißt es bei Bosch

„Es gibt diese latente Angst der Männer zu versagen, wenn jetzt auf einmal auch Frauen in diese Positionen hineinkommen“, sagt die Unternehmerin Ulrike Detmers. Sie warnt davor, diesen Widerständen zu viel Bedeutung beizumessen: „Ich garantiere ihnen, in einigen Jahren spricht kein Mensch mehr davon….das sind jetzt noch kleine Zuckungen.“

Dem zuletzt von einigen Unionspolitikern vorgebrachten Argument, die Frauenquote stelle eine Belastung für die Wirtschaft dar, tritt in der von Frauen dominierten Runde Christoph Kübel entgegen, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. Bosch habe mit einem Team aus Männern und Frauen einen Akkuschrauber weiterentwickelt. „Die Frauen im Team haben gesagt, er muss so sein, dass auch ich ihn benutzen kann, und man muss sie in die Handtasche stecken können.“ Nach der Weiterentwicklung des Produktes seien die Verkaufszahlen für das Produkt durch die Decke gegangen – sie stiegen von 50.000 pro Jahr auf über eine Million.

Dass es gerade von Männern noch Widerstand gegen die Quote gibt, erklärt die Bundeskanzlerin, die früher auch keine Verfechterin der Festlegung eines Frauenanteils gewesen war, so: „Führungspositionen sind ja auch beliebt, sie bedeuten Macht, Macht ist ja etwas Gutes. Teilen von etwas sehr Schönem fällt immer auch schwer. Deshalb müssen wir jetzt diese Quote machen und sie wird dann automatisch zum Umdenken führen.“

2 Kommentare
  • Joe 15. Oktober 2014 18:31

    Ich sehe hier einfach nur Selbstgerechtigkeit einiger weniger Frauen, die nix auf der Tasche haben und trotzdem mit den Großen mitspielen wollen. Fehlgeleiteter Feminismus eben. Leider ist er staatlich verordnet und das ist eigentlich das Schlimme.
    Man könnte genauso gut sagen: Alle unter 1.80m werden jetzt bevorteilt, Wie verträgt sich eigentlich die Quote mit dem Gleichbehandlungsgesetz?

    Ich sehe auf Dauer, dass viele deutsche Unternehmen pleite gehen werden, da Frauen nun mal von Natur aus ungerne wichtige Entscheidungen treffen möchten. In der Geschäftswelt kann Harmonie zwar durchaus hilfreich sein, aber ich denke eine Frau wird eher Kompromisse eingehen als ein Mann und das wird auf Dauer nicht gut gehen.

  • Dr. Böhm 15. Oktober 2014 17:59

    Wer was kann braucht keine Quote.

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