Management „Beziehungen sind Ihr wichtigstes Kapital“

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Mag unser Alltag auch noch so von Computern und Smartphones bestimmt sein: "Persönlich Beziehungen werden immer wichtiger", findet Serien-Gründer und Impulse-Blogger Peer-Arne Böttcher.

Mag unser Alltag auch noch so von Computern und Smartphones bestimmt sein: "Persönlich Beziehungen werden immer wichtiger", findet Serien-Gründer und Impulse-Blogger Peer-Arne Böttcher.© fotolia, ihorzigor

Wir arbeiten hinterm Bildschirm, kommunizieren über Messenger, vertreiben unsere Produkte online. Persönliche Beziehungen scheinen im Geschäftsleben keine große Rolle mehr zu spielen. "Stimmt nicht!", sagt impulse-Blogger Peer-Arne Böttcher. Der Unternehmer hat seit 1993 über ein Dutzend Start-ups gegründet. Seine Erkenntnis: Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht.

Es sind nicht die Unternehmen, Institutionen oder gar Computer, die Geschäfte miteinander machen. Es sind Menschen. Menschen wie Du und ich. Und Du und ich, wir brauchen eine gewisse Zugewandtheit und Nähe zueinander. Wir sollten uns riechen können, wenn wir langfristig gute Geschäfte miteinander machen wollen.

Sie mögen einwenden: Das ist eine nette Philosophie, aber doch ein wenig aus der Zeit gefallen. In Zeiten der Globalisierung kann ich mich nicht mit jedem möglichen Geschäftspartner vorher treffen. Und überhaupt: die rasant voranschreitende Digitalisierung macht den Menschen doch zunehmend unsichtbar.

Da haben Sie natürlich Recht. Es macht einen Unterschied, ob ich mich in die örtliche Buchhandlung begebe und mich bei der Auswahl eines Geschenks beraten lasse oder ob ich eben bei Amazon einkaufe.

Die Digitalisierung macht den Menschen erst einmal unsichtbar

Im analogen Handel habe ich es möglicherweise mit dem Geschäftsinhaber zu tun. Im eCommerce mit dem Paketboten. Der Faktor Mensch ist in beiden Fällen vorhanden, wenngleich in unterschiedlichem Maße. Auch für und bei Amazon arbeiten Menschen. Das nahm die erstaunte Öffentlichkeit spätestens wahr, als dort zum Weihnachtsgeschäft 2013 erstmalig gestreikt wurde.

Doch es stimmt: Die dynamisch fortschreitende Digitalisierung unserer Gesellschaft macht den Menschen zunächst einmal unsichtbar.

Und viel mehr noch: Unsere Arbeit verändert sich grundlegend. Wir teilen uns zunehmend in zwei Klassen auf: Auf der einen Seite die Menschen, die nach Bildschirminstruktionen arbeiten. Auf der anderen Seite jene, die sich das ausdenken und darüber befinden, was auf dem Bildschirm erscheint.

Taxifahrer werden überflüssig

Die Auswirkungen dieses Wandels werden immer stärker sichtbar. Ein Beispiel: Gestern musste ein Taxifahrer genaueste Ortskenntnisse nachweisen. Das war der Teil seines Berufes, sein zentrales Leistungsversprechen.

Heute braucht der Taxifahrer nicht mehr unbedingt Ortskenntnisse. Im Zweifelsfall sagt ihm das Navigationsgerät, wo’s lang geht. Heute braucht ein Taxifahrer nur noch seinen Führerschein und eine Lizenz zur Personenbeförderung.

Morgen brauchen wir den Taxifahrer nicht mehr. Dann wachsen Fahrzeug und Navigationsgerät zusammen.

Was geschieht da?

Jeder Beruf verliert einen Teil seiner Arbeit an das Internet. Manche Berufe wie der des Taxifahrers verschwinden ganz, manche verändern sich schlichtweg grundlegend durch weitgehende Automatisierungsprozesse.

Sogar Ärzte und Anwälte verlieren einen Teil ihrer Aufgaben

Das betrifft auch hochqualifizierte Jobs wie die von Ärzten oder Anwälten. Diese Berufe verlieren ihren einfachen Anteil: Vor dem Arztbesuch googelt man doch erst einmal, oder? Wir rennen nicht bei jedem Rechtsproblem voller Angst zum Rechtsanwalt, wir googeln. Wer heute zum Arzt oder Anwalt kommt, hat etwas Komplexes zu regeln. Etwas, was mit Googeln nicht zu erledigen war.

Überall dort, wo Menschen nur so wie Maschinen funktionieren müssen, wurden sie bereits oder werden sie noch durch Maschinen ersetzt.

Dort hingegen, wo es heute um Erfolg geht, hinter dem Bildschirm, kommen Menschen – und damit Beziehungen – ins Spiel.

Deshalb werden Beziehungen immer wichtiger!

Seien Sie Mensch

Ihr persönliches Beziehungsmanagement entscheidet darüber, welche Rolle Sie zukünftig spielen, welche Position Sie einnehmen, ob Sie Ihre Ziele erreichen. Ihre Kontakte, Ihre Beziehungen werden zu Ihrem wichtigsten Kapital. Pflegen Sie also Ihre (persönlichen) Kontakte.

Fragen Sie sich: Wann habe ich mich das letzte Mal nach dem Befinden derjenigen erkundigt, mit denen ich zusammen arbeite? Stellen Sie Fragen. Nicht, um die Karriereleiter zu erklimmen, sondern um die Beziehung zu festigen. Und Zeit für einen Kaffee oder ein gemeinsames Bier: Die finden Sie.

Seien Sie Mensch.

 
 

 

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