Management Online-Handel: Billig allein reicht nicht

Worauf es neben guten Preisen beim Verkaufen im Internet ankommt.

Worauf es neben guten Preisen beim Verkaufen im Internet ankommt.© dpa

Im Internet können Kunden alle Angebote schnell vergleichen. Viele Verbraucher erwarten von Onlinehändlern aber mehr als nur günstige Preise. Worauf es beim Verkaufen im Web ankommt.

Geordnete Zahlen

Wer mehr als ein paar Dutzend Artikel anbietet, braucht in der Regel ein Warenwirtschaftssystem, das den Webshop stets mit Informationen versorgt, etwa über die Verfügbarkeit und vorrätige Mengen bestimmter Waren. Der Markt für diese ERP-Software (Enterprise Resource Planning) ist unübersichtlich. Die beliebtesten Anbieter listet die Empfehlungs- und Ausschreibungsplattform Benchpark auf. Die Ranglisten basieren auf den Angaben von rund 14.000 IT-Verantwortlichen und sind nach Budgetklassen sortiert.

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Eine kostenlose Suche nach der passenden Software auch für Kleinunternehmen bietet der ERP-Matchmaker in Kooperation mit der RWTH Aachen. Das Portal bietet eigenen Angaben zufolge mit rund 800 Programmen den größten unabhängigen Vergleich für ERP-Software.

 
Hilfreicher Gigant

Ein alternativer oder zusätzlicher Absatzkanal zum eigenen Webshop sind die Marktplätze auf der Plattform von Amazon, Deutschlands größtem Onlinehändler. Das bringt meist mehr Kunden, kostet aber auch, je nach Produktart, hohe Gebühren. Für Elektrogroßgeräte kassiert Amazon zum Beispiel sieben Prozent des Verkaufspreises, für Koffer und Taschen 15 Prozent.

Weitere Marktplätze nach Amazon-Muster, in der Regel auf bestimmte Produktarten und Branchen abgestimmt, gibt es bei den Anbietern Yatego, Rakuten, Hitmeister und DaWanda.

 
Dynamische Preise

Die Preise der Wettbewerber müssen täglich, wenn nicht gar minütlich gecheckt und mitunter angepasst werden. Bei wenigen Produkten lässt sich das mit Vergleichsportalen wie Idealo.de von Hand erledigen. Wer aber permanent Tausende von Produkten und eine Reihe relevanter Wettbewerber im Auge behalten muss, braucht professionelle Dienstleister.

Auf die Preisanpassung auf Marktplätzen wie Amazon spezialisiert sind die Anbieter Repricing und Logicsale. Das Münchner Unternehmen Preisanalytics ermittelt mit Hilfe seiner Software, welche Position ausgewählte Artikel in den gängigen Preissuchmaschinen einnehmen. Das Chemnitzer Unternehmen Prudsys analysiert ermöglicht eigenen Angaben zufolge die Preisoptimierung sowohl nach dem besten Deckungsbeitrag als auch nach dem höchsten Absatz.

Die Kosten für die automatisierte Preisbeobachtung unterscheiden sich je nach Anbieter und Umfang teils enorm. Die Preise liegen zwischen etwa 50 Euro monatlich für die Beobachtung von 1000 Produkten nur auf Amazon-Marktplätzen und mehreren Hundert Euro für umfangreichere Analysen.

 
Vielfältige Bezahlmöglichkeiten

Wer verschiedene Zahlungsmöglichkeiten anbietet, gewinnt mehr Kunden. Üblich sind inzwischen Vorkasse, Überweisung, Kreditkarte und Nachnahme. Deutsche Webkunden bezahlen am liebsten per Rechnung. Das Problem: Zahlt der Kunde nicht, bleibt der Unternehmer auf seiner Rechnung sitzen. Einen Ausweg bieten Dienstleister wie das Karlsruher Unternehmen Paymorrow, der schwedische Anbieter Klarna oder die Paypal-Tochter Billsafe, die gegen eine Gebühr die Bonitätsprüfung und das Risiko des Zahlungsausfalls übernehmen.

 

 

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2 Kommentare
  • Tanja 29. Oktober 2014 15:06

    Hallo,
    Sehe es ähnlich wie Joe.
    Der Handel ist geprägt von Dynamik, Zeitdruck und knappen Margen. Im Idealfall herrscht keine Warenknappheit, aber auch kein unnötiger Überschuss. Die Produktvielfalt muss so hoch sein, dass kleine Händler gar keine Chance mehr haben. Amazon und Co. als riesiger Bauchläden gräbt da einfach das Wasser ab. Grundvoraussetzung muss auf jeden Fall eine saubere Struktur und effiziente Abläufe sein. In unserem Unternehmen ist ein erp-programm auch einfach ein Muss.

    Generell gefällt mir die Entwicklung im Handel nicht wirklich. Der Kunde erhält zwar immer schneller und billiger seine Ware, aber leider auf Kosten des Einzelhandels der zusehens ausstirbt.

    So long,
    Tanja

  • Joe 27. Juni 2014 12:13

    Das Wichtigste ist eine hohe Produktverfügbarkeit- und daran scheitern kleinere Händler, denn niemand will sich sein Lager vollstellen mit DIngen, die er nicht verkauft.

    3 Tage Lieferzeit? Zu viel für den heutigen Kunden, der alles am liebsten gestern haben will^^

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