Gründer-News Bits & Pretzels: Gut vorbereitet auf die Gründer-Wiesn

Mit Laptop, Lederhose und Brezn trifft sich die Gründerszene zur Bits & Pretzels in München.

Mit Laptop, Lederhose und Brezn trifft sich die Gründerszene zur Bits & Pretzels in München.© kab-vision / Fotolia.com

Die "Bits & Pretzels" ist das größte Gründerfrühstück der Welt. Was Gründer dort erwartet und wie sie sich optimal vorbereiten können.

Das bayerische Gründer-Event Bits & Pretzels gilt als wichtiges Netzwerktreffen für Entrepreneure aus aller Welt. Was als Gründerfrühstück im Münchener Löwenbräukeller begann, ist inzwischen zu einer mehrtägigen Konferenz geworden. Die dritte „Bits & Pretzels“ wird vom 27. bis 29. September in München stattfinden.

impulse hat den 39-jährigen Mitgründer Bernd Storm van’s Gravesande gefragt, was Start-ups auf der Konferenz erwartet und wie sie sich am besten auf den Start-up-Pitch vorbereiten können.

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impulse: Herr Storm van’s Gravesande, was erwartet die Besucher bei der „Bits & Pretzels“-Konferenz im September?

Bernd Storm van’s Gravesande: Die Konferenz findet zum ersten Mal drei Tage statt. Für die ersten zwei Tage haben wir Räume der Messe München gebucht. Für den dritten Tag haben wir Plätze im Schottenhamel-Festzelt auf dem Oktoberfest reserviert. An jedem Tisch wird ein so genannter „Table Captain“ sitzen – das sind erfahrene Gründer und Experten. Die Besucher können sich aussuchen, ob sie zum Beispiel mit Matthias Henze, dem Co-Gründer von Jimdo, frühstücken möchten oder doch lieber mit Bild-Chefredakteur Kai Diekmann.

Wie viele Teilnehmer erwarten Sie?

3600 Besucher und 50 bis 60 Redner. Zum Vergleich: Bei der ersten Konferenz im vergangenen Herbst hatten wir 1200 Besucher und sieben Redner. In unserer Networking-App können Teilnehmer übrigens sehen, wer sonst noch da ist, und im Vorfeld Termine abmachen.

Für welche Gründer lohnt es sich zu kommen?

Die Teilnehmenden sollten den Anspruch haben, ein Unternehmen zu gründen, das auf dem Markt bestehen kann und das wachsen soll. Einen Businessplan braucht man nicht unbedingt, aber eine konkrete Gründungsidee sollte da sein. Mindestkriterien sind der Wille und die Entschlossenheit zu gründen.

Wen trifft man als Gründer auf der „Bits & Pretzels“?

Gründer werden auf der Konferenz auf andere Gründer treffen. Vielleicht findet sich unter den neuen Kontakten sogar der ideale Co-Gründer, zum Beispiel ein Entwickler für einen Betriebswirt. Auch Business-Angels und größere Investoren sind auf der Suche nach interessanten Projekten. Außerdem erwarten wir rund 350 Medienvertreter. Daher sollten die Gründer darauf vorbereitet sein, ihre Projekte kurz und verständlich zu präsentieren: also in zwei bis drei Sätzen sagen zu können, was die Firma ist und welches Ziel sie verfolgt.

Kurz und verständlich sollen auch die Präsentationen der Gründer für die Start-up-Pitches sein. Haben Sie Tipps für die Vorbereitung?

Die Gründer haben 90 Sekunden, um ihre Story zu erzählen. Da muss jedes Wort sitzen, die Dramaturgie muss stimmen, der Einstieg sollte ein Knaller sein, das Projekt absolut verständlich erklärt werden. Es muss eine Show sein – und das klappt nur mit intensiver Vorbereitung! Und noch ein Tipp: Für Powerpoint-Folien gibt es keine Zeit.

Wie wichtig ist es, um jeden Preis aufzufallen?

Auf der vergangenen „Bits & Pretzels“ hat sogar jemand eine Opernarie angestimmt, um zu überzeugen. So aufwendig muss die Showeinlage nicht sein. Wichtiger ist, dass der Redner spürbar für das Thema und das Start-up brennt.

Wer hat Sie bisher besonders beeindruckt?

Jörg Blumtritt vom Münchner Big-Data-Start-up Datarella. Er hat bei der letzten „Bits & Pretzels“ den Start-up-Pitch gewonnen. In 90 Sekunden hat er nicht nur eine mitreißende Rede mit dem „Wow“-Effekt gehalten, er hat auch verständlich erzählt, was er wie mit seinem Start-up bewegen will: sehr frei, mit angemessenen Pausen und vielen praktischen Beispielen. Außerdem hat man gemerkt, wie leidenschaftlich er von der Firma und dem Thema überzeugt ist.

Wer kann am Start-up-Pitch der Bits & Pretzels teilnehmen?

Eine Bewerbung für den Start-up-Pitch ist bis Ende August möglich. Mitmachen können alle Unternehmen, die nicht älter als fünf Jahre sind. Unsere Jury trifft eine Vorauswahl; bei der Konferenz kommen dann fünf Finalisten auf die Bühne, die wiederum von einer Jury bewertet werden. Der Preis für dieses Jahr steht noch nicht fest, bei der letzten Konferenz war es ein Cloudspeicher-Gutschein im Wert von 20.000 Euro.

Die Gründer von Bits & Pretzels: Bernd Storm van’s Gravesande (rechts), Andreas Bruckschlögl und Felix Haas (links). © Wilfried Feder

Die Gründer von Bits & Pretzels: Bernd Storm van’s Gravesande (links), Andreas Bruckschlögl und Felix Haas (rechts). © Wilfried Feder© Wilfried Feder

Sind Lederhose und Dirndl ein Muss für die Konferenz?

An den ersten beiden Tagen gibt es keinen Dresscode. Zum Oktoberfest wäre es schon schön, wenn die Teilnehmer Dirndl und Lederhose tragen. Aber es wird sich auch keine Tür schließen, wenn jemand keine Tracht trägt. Ich lebe selbst seit 15 Jahren in Bayern und trage im Sommer oft Lederhose, gerne auch zu festlichen und zu geschäftlichen Anlässen.

Können Sie Erfolgsgeschichten erzählen, die auf der Konferenz angefangen haben?

Ich weiß, dass ein CEO seinen CTO gefunden hat und andere Teilnehmer von ihrem „Table Captain“ eingestellt wurden. Wir wissen außerdem, dass die meisten Pitch-Gewinner von der Berichterstattung im Anschluss sehr profitiert haben.

Alle reden von Berlin als Start-up-Metropole. Bekommt sie nun Konkurrenz von München?

Jetzt bloß kein Städteneid. Ich bin überzeugt, dass jede Stadt und Region ihre eigene Gründerszene braucht. München ist zwar teurer als Berlin, bietet aber durch seine gute Infrastruktur einen perfekten Nährboden für erfolgreiche Gründungen: Wir haben zahlreiche Absolventen der Top-Universitäten, ebenso wie Dax-Unternehmen und viele Mittelständler als wichtige Partner. Auch die zunehmende Digitalisierung der Autoindustrie vor Ort bietet großes Potenzial für junge Unternehmen.

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