Management Der Yogaunternehmer: Alles ist erleuchtet

Yoga-Unternehmer Volker Bretz

Yoga-Unternehmer Volker Bretz© Veith Mette/impulse

Volker Bretz hätte die Sofafabrik seines Vaters übernehmen können. Doch er wollte nicht Unternehmer werden, sondern den Sinn des Lebens finden. Heute führt er die größte Yogakette Europas.

Das mit der Vision, so viel wird schnell klar, meint Volker Bretz ein wenig wörtlicher als andere. Bretz, schütteres Haar, pfälzischer Akzent, sitzt in seinem Büro und sichtet Excel-Tabellen: Übernachtungen pro Monat. Mitarbeiter pro Gast. Auslastung in Prozent. Jeden Tag prüft er die Zahlen, erstellt daraus Prognosen. Statistik habe er schon immer gemocht, sagt Bretz – und wenig später einen denkwürdigen Satz: „Ich habe den Meister gesehen.“

Der Meister, das ist Swami Sivananda, ein indischer Arzt, der einst eine nach ihm benannte Yogarichtung begründet hatte. Sivananda starb 1963. Bretz begegnete ihm 1992. Man könne das nicht in Worte fassen, sagt Bretz. Es sei, nun ja – Bretz atmet schnappend ein, massiert seinen großen Zeh –, ein erwei­tertes Bewusstsein gewesen. In diesem hätte ihm der Meister, Bretz würde das jetzt anders formulieren, einen Businessplan diktiert. Erster Schritt: Yogaschule in Frankfurt eröffnen. Nach spätestens fünf Jahren: erstes Yogahaus. Später mehr davon. Außerdem: Yogastudios in jeder Stadt und Region Deutschlands. Die ­Sache musste groß werden.

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Verjüngungskur für 800 Euro

Heute kontrolliert Bretz von seiner Zentrale aus, umgeben von Gummibäumen und Elefantengöttern, einen beachtlichen Teil des deutschen Yoga-Business: Knapp 100 Schulen unterrichten nach seinem Prinzip. Er hat die ehemalige Kurklinik des Städtchens Bad Meinberg zu einem Yogahotel umgebaut. Ashram nennt Bretz es. Morgens und abends besteigt er eine Bühne im Schwimmbad des Hauses, trommelt, singt und erzählt von Shiva oder Vishnu. Deutschlandweit hat Bretz vier solcher Yogahäuser errichtet. Allein für das Hauptquartier in Bad Meinberg zählte er vergangenes Jahr 85 000 Übernach­tungen. Mehr als 1000 Menschen gleichzeitig können hier Selbstfindungsseminare, Ayurvedakuren, Yogawochenenden und -ferien buchen – oder gleich für immer in eines der Plattenbau-Apartments ziehen. Ein Wochenende „Kantha Yoga für eine schöne Stimme“ ist inklusive Vollpension für 200 Euro zu haben, für die „Ayurvedische Verjüngungskur“ werden 800 Euro berechnet.

Bretz leitet täglich einen Yoga-Gottesdienst.

Bretz leitet täglich einen Yoga-Gottesdienst, © Veith Mette

Volker Bretz hat es geschafft, aus einer indischen Philosophie ein deutsches Unternehmen zu machen. Yoga Vidya heißt sein Imperium. 2012 machte es knapp 10 Millionen Euro Umsatz – Tendenz steigend. Es ist das größte Yoga-Franchise in Europa und die Marke, unter der Bretz nicht nur seine Studios und Seminarhäuser betreibt, sondern auch von ihm verfasste Bücher, CDs und eine Kosmetikserie verkauft. Jedes Jahr bildet Bretz mehr als 1000 Yogafans zu Yogalehrern aus. Manche behaupten, er betreibe eine Yogalehrerfabrik. Marke. Franchise. Fabrik! Bretz mag es nicht, wenn diese Begriffe im Zusammenhang mit Yoga Vidya fallen. Und überhaupt: Der Papst bezeichne sich doch auch nicht als Unternehmer, sagt Bretz. „Yoga, das ist was Spirituelles.“

Auf der Suche nach Glück

In den USA hat sich jedoch längst ein eigener Industriezweig entwickelt: Der Yogahosenhersteller Lululemon ist ein börsennotierter Konzern mit Milliardenumsatz. Die Lifestyle-Firma Gaiam wächst mit DVDs und Online-Yoga zweistellig. 2012 gaben die Amerikaner fast 7 Milliarden Dollar für Yoga aus. Hierzulande ist das Geschäft mit der Seelengymnastik weniger ausgereift: Auf der einen Seite stehen die Fitnessketten. Sie haben Geld und das betriebswirtschaftliche Know-how, aber außer ein paar Stunden im Kursprogramm kein Interesse an Yoga. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die zwar Interesse haben, eine biegsame Wirbelsäule und ein gütiges Lächeln, aber sie haben…nun ja, eben nur das. Und es gibt Volker Bretz. Sohn des Sofafabrikanten Karl-Fritz Bretz aus dem rheinland-pfälzischen Gensingen.

Bretz, geboren am 3. Februar 1963, ist ein Junge mit wenigen Freunden und vielen Büchern. Er liest über Cäsar und Alexander den Großen. Dass sie mächtig, aber nie glücklich waren. Bretz ist weder das eine noch das andere. Statt mit den Brüdern im elterlichen Partykeller Mädchen zu beeindrucken, überspringt er eine Klasse, wird im Abitur Jahrgangsbester. Schnitt: 1,1. Leistungskurs: Mathematik. Weil der Vater sich ihn als Nachfolger wünscht, macht Bretz ein Praktikum in der elterlichen Sofafabrik. Er fühlt sich weit entfernt vom Glück.

Weil man es immer gebrauchen kann, studiert Bretz in München Betriebswirtschaft. Aber eigentlich interessieren ihn andere Dinge: An der Uni belegt er Psychologievorlesungen, besucht abends ein Astrologie-Institut und schließlich – eine Yogaschule. „Tiefes Berührtsein“ notiert er dazu in seinem Lebenslauf. Im Jahr darauf, 1981, zieht Bretz in der Yoga­schule ein, schläft auf einer Isomatte im Übungsraum. Der Vater telefoniert nun regelmäßig mit dem Sektenbeauftragten der Kirche, fordert vom Bruder: „Du musst den Volker da loseisen!“

Wenig später wird Bretz zum Leiter des Münchener Yogazentrums ernannt. Man braucht einen, der was von Zahlen versteht. Im Jahr darauf schickt man ihn nach Wien. Dann Genf. Los Angeles, Paris, London, New York, Toronto. Volker Bretz, der etwas eigenbrötlerische Diplomkaufmann aus Deutschland, macht sich auf der ganzen Welt einen Namen, weil er die kurz vor der Pleite stehenden Yogaschulen auf Vordermann bringt. Bretz sagt: „Ich war so was wie die Feuerwehr.“

Sieht sich als Vater der deutschen Yogawelle: Volker Bretz.

Sieht sich als Vater der deutschen Yogawelle: Volker Bretz, © Veith Mette

Knapp zehn Jahre geht das so. Bis zu jenem Tag im März 1992: „Vision Swami Sivanandas mit Berufung, Yogazentren in Deutschland zu eröffnen“, steht im Internet, wo Bretz – damit es jeder nachlesen kann – seine gesammelten Lebensdaten veröffentlicht hat. Derzeit baut er ein Yoga-Wikipedia auf. Vier seiner Angestellten arbeiten Vollzeit daran. Es solle „nicht so yogakritisch“ sein wie das richtige Wikipedia. Dort nämlich wurde vor einiger Zeit der Artikel über ihn gelöscht. Bretz habe ein „Selbstdarstellungsproblem“ und sei „als Yoga-Eintrag irrelevant“, heißt es in der dazugehörigen Diskussion. In Bretz’ eigenem Wiki finden sich unter seinem Namen nun 18 gedruckte Seiten. Er habe nichts zu verbergen, sagt Bretz. Aber etwas später muss er es doch loswerden: „Ich bin sicherlich der relevanteste Mensch in der Yogaszene in Deutschland.“

Der lohnende Teil des Yoga

Bretz’ Hochrechnungen zufolge üben mittlerweile eine halbe Million Deutsche nach seinem System. Das ist viel in einer Branche, die so verästelt ist, dass sich keiner traut, belastbare Zahlen zu erheben, und oft schon innerhalb eines Stadtviertels bis zu zehn verschiedene Stile unterrichtet werden. Die meisten Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Yoga­treibenden in den letzten Jahren deutschlandweit auf rund fünf Millionen verdoppelt hat. Bretz sagt: „Ich behaupte, dass die jetzige Yogawelle in Deutschland durch Yoga Vidya angestoßen wurde – und damit durch mich.“

Tatsache ist, dass Bretz einen recht effizienten Mechanismus entwickelt hat, um seine Anhängerschaft zu vergrößern: Bis heute hat Yoga Vidya über 10 000 Yogalehrer „zertifiziert“. Was für den Einzelnen nicht viel heißt, weil sich in Deutschland ohnehin jeder Yogalehrer nennen darf. Für Bretz aber bedeutet es, dass viele seiner Absolventen sich selbstständig machen und noch mehr Yoga-Vidya-Studios eröffnen. Bretz bekommt eine Umsatzbeteiligung, die Studiobetreiber einen Businessplan, eine Homepage und einen garantierten Abstand von mindestens 15 Kilometern zum nächsten Yoga Vidya Cooperations Center, wie Bretz seine Franchisenehmer nennt. Die meisten steigen später selbst in das Geschäft mit der Lehrerausbildung ein. Teile des Programms müssen in der Bad Meinberger Zentrale absolviert werden, was dort für steigende Übernachtungszahlen sorgt.

Alles im Netz

Dass dies der lohnende Teil des Yoga-Business ist, entdeckte Bretz Anfang der 90er-Jahre: Sein erstes Frankfurter „Yoga Center am Zoo“ lief schleppend. Bretz klebte Plakate, verteilte Handzettel, nichts half. In jener Zeit wollten die Deutschen an die Börse, nicht ins Yogastudio. Sein Erbteil aus der Sofafabrik war fast aufgebraucht, als Bretz feststellte, dass es Schüler gab, die lieber Lehrer sein wollten – und die richtigen Schlüsse zog. Wenige Monate später schrieb seine Yogaschule Gewinne.

Eine gewöhnliche Yogastunde kostet zwischen 10 und 15 Euro. Eine Yogalehrerausbildung bei Yoga Vidya – je nach Dauer – zwischen 3000 und 7000 Euro. Vier Wochen dauert der kürzeste von Bretz entwickelte Kurs. Schon deshalb produziert Yoga Vidya wesentlich mehr Yogalehrer als andere Schulen, deren Ausbildungen oft über vier Jahre gehen. Was vor allem den alteingesessenen Bund Deutscher Yogalehrer ärgert. Eine Vierwochen-Ausbildung sei Schmalspur, findet dessen Chefin Angelika Beßler. „Die Leute haben dann ein Zertifikat und werden aufs Volk losgelassen.“ Bretz sagt: „Ich habe mein BWL-Grundstudium auch in nur einem Semester gemacht. Das hat mir nicht geschadet.“Sieht sich als Vater der deutschen Yogawelle: Volker Bretz.

So oder so. Der Verband weigert sich, mit Bretz zusammenzuarbeiten, weshalb der einfach seine eigene Interessenvertretung aufgemacht hat: den Berufsverband der Yoga Vidya Lehrer. Später gründete Bretz einen Verband der Yoga Vidya Gesundheitsberater, einen Verband der Yoga- und Ayurvedatherapeuten sowie zwei Über- und sechs Unterverbände dieser Verbände. Das Prinzip „Viel hilft viel“ hat Bretz auch in eine effektive Onlinestrategie verwandelt: Unter seinem gelben Yogakittel trägt er stets ein winziges MP3-Aufnahmegerät samt Mikrofon. Wenn er ein Seminar oder einen Workshop gibt, und das ist mehrmals täglich, schneidet er seine Worte mit oder lässt sich per Video aufzeichnen. Dann stellt er alles ins Netz.

Insgesamt bespielt Yoga Vidya zehn Youtube-Kanäle und zwölf weitere bei ähnlichen Portalen. Hinzu kommen 15 Blogs, 26 Podcasts und ungefähr 70 Kanäle bei Twitter. Es gibt Sendungen zum richtigen Atmen, einen Videokochkurs für Veganer oder den Burn-out-Podcast. Bretz sagt: „Wir müssen keine Angst vor irgendwelchen Google-Algorithmen haben.“

Zum Wachsen verdammt

Angst haben die anderen. Nicht vor Google, sondern vor Bretz. „Die Allgegenwart von Yoga Vidya“ erzeuge in ihm Unbehagen, schreibt der Kölner Yogalehrer Bernd Franzen in seinem Blog. Eine Nutzerin sagt: „Ich finde es beängstigend, wie Yoga Vidya sich ausbreitet.“ Die Leute dort verdrängten „mit ausgefeilten Marketingkonzepten und Dumpingangeboten alle anderen Yogalehrer vom Markt“. Tatsächlich unterbietet Bretz die gängigen Preise. Er beschäftigt rund 200 fest angestellte Mitarbeiter. Die meisten leben und arbeiten in seinen Yogazentren. Sechs Tage die Woche. 42 Stunden. Dafür bekommen sie rund 300 Euro im Monat, zweimal täglich Essen, einen Schlafplatz. Für Teamleiter legt Bretz noch 30 Euro drauf.

Ausbeutung, sagen Arbeitsrechtler. Beträgt ein Gehalt weniger als zwei Drittel des üblichen Tariflohns, spricht das Bundesarbeitsgericht von Sittenwidrigkeit und Lohnwucher. Nur: Was ist der übliche Tariflohn eines Yogis? Bretz sagt, dass wer in seinen Zentren lebe, zwar wenig Geld bekäme. „Aber jede Menge anderer Dinge.“ Persönliche Betreuung zum Beispiel. Wer mehr als drei Jahre angestellt ist, für den zahlt Bretz zusätzlich knapp 1500 Euro jährlich in eine Art betriebliche Altersvorsorge. Das Gros der Mitarbeiter bleibt ein halbes Jahr kürzer. Wer geht, bekommt ein Arbeitszeugnis. Es gehe nicht darum, reich zu werden, sagt Bretz. Nur groß.

Dass es ihm nicht ums Geld geht, sondern darum, die Welt mit Yoga zu beglücken, glauben selbst seine Kritiker: „Bretz ist ein sehr cleverer Geschäftsmann“, sagt die bekannte Yoga-Autorin Anna Trökes. Trotzdem sei er, wie sie es ausdrückt, dem Yogagedanken tief verbunden. Deshalb hat Bretz Yoga Vidya auch als gemeinnützigen Verein organisiert. Laut Satzung muss er alle Gewinne wieder in die „Verbreitung des Yoga“ investieren – sein System ist zum Wachstum verdammt.

Und weil Bretz findet, dass Yoga für jeden gut ist, hat er sich für eine breite Zielgruppe entschieden. Durchtrainierte Großstädter sieht man bei Yoga Vidya kaum. Dafür Hausfrauen aus Diepholz und Menschen mit Vorliebe für bunte Stoffhosen und Wollsocken. Ansonsten – und das Problem haben viele, die ihn kennen – sucht man vergeblich die Schublade, in die sich Bretz stecken lässt. Er ist zu erfolgreich für einen esoterischen Spinner. Zu ausgeglichen für einen Getriebenen. Er mag ein Selbstdarsteller sein – und bringt beim persönlichen Small Talk kaum ein Wort heraus. Er kontrolliert täglich die Unternehmenszahlen – und glaubt doch fest, dass man ohnehin nichts unter Kontrolle hat. Er ist der Tiere wegen Veganer – und zu Gast auf dem Bad Meinberger Schützenfest.

Yoga- statt Kurbetrieb

Seit Jahren lebt Bretz selbst in seinem Yogahochhaus. Verfügt über wenige Quadratmeter im siebten Stock, das vereinsübliche Gehalt und schlechten Handyempfang. Morgens um halb sechs sitzt er auf dem schmalen Betonbalkon, macht Atem- und Yogaübungen. Drinnen hat er eine Kochnische und eine behindertengerechte Toilette – die stammt noch aus Kurklinikzeiten.

Schließlich lebte Bad Meinberg bis zur Jahrtausendwende von Tausenden Kurgästen. Dann kamen die Gesundheitsreformen und keine Gäste mehr. Vier von einst sechs Kliniken gingen pleite. Drei davon hat Bretz gekauft. Auch weil der Bürgermeister des Städtchens sich persönlich dafür eingesetzt hat. Der heißt Eberhard Block und hat keine Zeit für Yoga, ist aber Vegetarier. 1000 Arbeitsplätze seien damals weggefallen, erzählt Block. Die kann Bretz zwar nicht ersetzen, aber er bringt Menschen in die Stadt, die Geld ausgeben.

Wer sich auf den „besonderen Bedarf“ der Yogis einstelle, sagt Block, könne gute Geschäfte machen.Der Bioladen hat Anfang des Jahres seine Verkaufsfläche von 40 auf 120 Quadratmeter ausgedehnt. Sie habe sich spezialisiert, sagt die Inhaberin. Rohkostriegel. Sojaschnitzel. Trockenfrüchte. Die Buchhandlung nebenan hat ihre Esoterikabteilung aufgestockt. Das Wollgeschäft bietet Naturgarne an. Längst gibt es eine Bürger­initiative: „Yogastadt Bad Meinberg“. Vergangenes Jahr benannte der Stadtrat die Straße, an der Bretz’ Zentrale liegt, in „Yogaweg“ um.

Die Stadt hat Bretz den Yoga-Weg gewidmet.

„Yogastadt Bad Meinberg“ heißt eine Bürgerinitiative im Kurort, © Veith Mette

Aber Bretz wäre nicht Bretz, wenn ihm das reichen würde. So zählt der „Aufbau von Yogabibliotheken sowie eines Yogamuseums“ zu den erklärten Vereinszielen. Zuletzt hat er die ehemalige Parkklinik der Stadt gekauft. Bei Yoga Vidya heißt sie „Projekt Shanti“. Dort sollen sich künftig auch andere Seminaranbieter einmieten. Bretz träumt von einer „Yoga-Universität“. Zurzeit stehen in den Räumen hauptsächlich einige sehr bunte, wenig benutzte Sofas aus dem Unternehmen seiner Brüder. Egal, bei Yoga Vidya ist man zuversichtlich: Schließlich sei sogar Thomas D schon mal im „Shanti“ gewesen. Zuversicht zählt ohnehin zu den Dingen, die man von Bretz lernen kann. Andere nennen es Größenwahn, Chuzpe, Mut oder Unternehmergeist.

Diesen Monat eröffnet er ein Yogahaus im Allgäu. 1 Million Euro hat Bretz in die Sache gesteckt. Ein weiteres an der Ostsee? Warum nicht? Dann hätte man alle Himmelsrichtungen abgedeckt. Außerdem gebe es noch in gut 50 deutschen Städten Platz für weitere Yoga-Vidya-Schulen. Dann sei Deutschland voll. Erste Studios in den Niederlanden und der Schweiz stehen. Das restliche Europa soll folgen. „Groß denken“, sagt Bretz „das habe ich von meinem Vater gelernt.“

Wahrscheinlich besser, als er es je vorhatte. So gut, dass der Vater sagt, sein Sohn tue nun genau das, was er nie gewollt habe: ein Unternehmen führen. So gut, dass seine Mitarbeiter hin und wieder unruhig werden: dieses „immer mehr, immer größer“. So gut, dass ihn sein yogischer Vollkommenheitsanspruch manchmal selbst stresst. Sonntags geht Bretz jetzt wieder in die Kirche. Zur Entspannung.

cover_110 Aus dem impulse-Magazin 08/2013
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11 Kommentare
  • Peter Krug 9. Mai 2014 14:05

    Weitere Mängel im Yoga Vidya System

    Ich bin kein „Gläubiger“ Sukadevs. Ursprünglich war Yoga nur etwas für sehr
    wenige Leute, die sich aber mit großem Ernst, hohen Idealen und ohne Unternehmensabsichten
    zutiefst verschrieben. Für Massenleute wäre ein solcher ernster Weg undenkbar.
    Selbst Shivananda war beinahe gänzlich ohne Besitz.
    Der gigantischen Verbreiterung des Yoga stehe ich deshalb skeptisch gegenüber, einerseits
    weil Yoga ein Mischung aus ideelen Anschauungen, aber auch Körperkult ist und für mich deshalb nicht vereinbar ist mit den Megaashrams alla Bad Mainberg.
    Leider habe ich auch dort eine Weiterausbildung machen müssen.
    Die Massen, die gigantischen Ausmaßen an Höhe des ultrahässlichen „Hochhauses“ empfinde
    ich als einen krassen Widerspruch zu meinem Yogaverständis der Einfachheit, des
    Verzichtes zu Gunsten des Essentiellen.

    Vor den Mitarbeitern der Yoga Vidya habe ich großen Respekt.
    Da ich selber einige Zeit als Karmayoga dort gearbeitet habe weiß ich,
    dass viele hohes Engagment mitbringen.
    Außerhalb ihrer Arbeitszeit sind sie weit über 10 Stunden fast pausenlos mit
    sehr vielen weiteren Arbeiten (zusätzliches Karmayoga) so ausgelastet, dass mir
    damals eine Mitarbeiterin sagte:

    „Noch nie hatte ich in meinem Leben sowenig Freizeit für mich wie hier im Ashram.“

    Die Mitarbeitern sind oft selbst sehr ausgelastet, Rückzugsmöglichkeiten und Zeit
    gibt es viel zu wenig. Schlafmangelprobleme sind oft die Folge.
    Für ihr Engagment von wenigen Euros werden sie (meiner Meinung) viel zu wenig entlohnt,
    was gerade nicht menschenfreundlich ist („Du bist Wonne“), zumal Yoga Vidya pro Jahr gigantische Gewinne macht.
    Aber das eigentliche trauige ist:
    Wegen der permanenten Beschäftigungsüberlastung der Mitarbeiter haben diese
    wenig Zeit sich fundiert für Seminare oder gar für eine Yogastunde in einer
    Yogalehrerausbildung vorzubereiten.
    Das dürfte – eine Vermutung einer der Gründe sein, warum die Qualität der Seminare hinkt.

    Anstatt das Sukadev Bretz den Überschuss des erwirtschafteten Geldes in der
    Verbesserung der armseligen Mitarbeiterlage investiert (mehr Freizeit, Auszeit Erholung) und darauf achtet, dass die Seminarleiter auch wirklich genug Zeit zur Vorbereitung aufgewendet haben,
    verbreitet sich Yoga Vidya wie ein Krebsgeschwür aus.
    Es ist oberflächliches Yoga und genau genommen ist die Yogalehrerausbildung mehr
    oder weniger ein zertifiziertes Blatt mit Papier ohne wirklich viel Substanz.

    Einer der Mitarbeiter zeigte mir, wie viel Ausbildungszettel er schon gesammelt hat:
    Viele Weiterbildungen und Zusatzausbildungen in Ayurveda und aryuvedische Kochkunst
    und so weiter.
    Als ich ihn wegen der vielen Yoga Vidya Ausbildungsscheine meine Bewunderung ausdrückte,
    sagte er:

    „Ach was! Diese Ausbildungsscheine sind nichts wert. Ich kann diese genau so
    als Kloopapier verwenden. Tatsächlich spiele ich mit dem Gedanken, diese
    Zertifikate in den Papierkorb zu schmeißen.“

    Peter Krug

  • Peter Krug 8. Mai 2014 12:02

    Hallo,

    Ich möchte noch etwas loswerden bezügl. Sektenhetze:

    Da ich so gut wie nie in den Yogaforen war, kannte ich weder die
    Yoga Vidya – Sektenhetze, noch die Hintergründe, die dazu führten…

    Ich habe Stunden aufgewendet mich da zu informieren und muss
    sagen, dass ich es zu tiefst bedauere, dass über Yoga Vidya dermaßen
    Hetze gemacht wird! Echt erschreckend.

    Selbst dann, wenn ich einige (für mich gewichtige) Kritikpunkte angebracht habe möchte ich bemerken, dass während der Yogalehrerausbildung und auch in den Weiterausbildungen
    soviele wunderbare Menschen getroffen habe, die mir bis heute im Herzen geblieben sind.

    Yoga Vidya Ashrams sind unter anderem tolle Plattformen Menschen zu treffen und an ihren Lebensweisheiten teilzunehmen und zu lernen.
    So gibt es bei Esszeiten und anderswo Möglichkeiten dazu
    Erfahrungen auszutauschen. Manchmal empfand ich es anstrengend, aber oft
    auch als große Bereicherung.

    Bis heute sind mir einerseits die erhebende Wirkung wunderbarer Menschen, andererseits
    die pragmatische, weltoffene geistige Haltung von Sukadev schöne Erinnerungen vom
    Ashram.

    Da im Ashram komplette Meinungsfreiheit herrscht, man ein und ausgehen kann wie
    man will und letztendlich zu nichts gezwungen wird, komme ich für mich zum Schluss, dass Yoga Vidya KEINE Sekte ist.

    Herzliche G. Peter Krug

  • Peter Krug 7. Mai 2014 22:20

    Nachtrag

    Betrifft: hat Yoga Vidya sektenähnliche Tendenzen?

    Als ich den langen Artikel 6.. um 11.05 schrieb, habe ich mich noch
    nicht schau gemacht über die Herkunft des Wortes und die geschichtliche
    Bedeutung der katholischen Kirche und deren Abwertungen anderer religiösen
    Richtungen.
    Ich verließ mich nur auf meine schon gemachten Erfahrungen als Jugendlicher
    mit Zeugen Jehovas und Scientol.

    Als ich damals einen ältern Herrn sagte, dass ich als Karmayogi (ich war in der Rezeption tätig)
    in Westerwald für einige Monate gehe um Erfahrungen zu sammenln,
    sagte mir prompt dieser etwas gesetzter, vermögender Herr, dass Yoga Vidya
    eine Sekte ist…;

    Im Ashram selbst konnte ich aber niemals bemerken, dass mir Meinungen und
    Dogmen aufgezwungen wurden.
    Die Menschen selber haben unterschiedlichste Meinungen und Philosophien.
    Diese Toleranz gegenüber Weltanschauungen erfuhr ich weder in der katholischen Kirche,
    noch bei den Zeugen Jehovas.

    Allerdings lehnt sich das Yoga Vidya System stark an den Hinduismus an, der ja auch
    unterschiedliche Glaubensrichtungen aus ganz unterschiedichen Epochen verbindet und
    so kann jeder nach Hindu Tradition herausfischen was er will.

    Unter anderem fand ich folgenden interessanten Beitrag, den Sukadev selbst schrieb.
    Die Kommentare darunter sind

    http://yoga-vidya.typepad.com/blog/2010/07/yoga-vidya-eine-sekte-nein-definitiv-nicht.html

    Da ich mich mit der Definition Sekte noch zuwenig vertraut gemacht habe,
    aber tatsächlich die Hetzkampagne in diversen Foren einige Zeit las,
    möchte ich nach dem Lesen des Wikpedia Artikel über Sekte
    Yoga Vidya
    KEINE eigene Weltanschuungstheorien/Abspaltungen oder ähnliches unterstellen.

    Über die Manipulationen im Yoga Vidya System:

    Allerdings konnte ich selbst in der 4 wöchigen Ausbildung in Westerwald 2001 beobachten,
    dass die angehenden Yogalehrer (Aspiranten) anfangs nur zögernd und dann gegen den
    Schluss immer einheitlicher und Yoga Vidya konform sich verhielten und äußerten.
    Kurz bevor das Zertifikat vergeben wurde, machten fast ausnahmslos alle mit den
    hinduistischen Ritualen mit.
    Offenbar wurden viele Menschen während der Ausbildung in der intensiven Zeit unkritischer und gefügiger gemacht.
    Schließlich geht es ja auch ums eingemachte.

    Es wurde in der Ausbildung fast nie gefragt, wie es einem mit dem Hinduismus und
    Mantrasingen geht und ob sich das mit dem Selbstverständnis verträgt, oder ob
    es einem nicht zuviel wird.
    Tatsächlich hat einer der angehenden Yogaschüler die
    Yogalehrerausbildung abgebrochen, weil er das ewige Sing-Sang des Satsangs
    (jeden Tag) nicht mehr ertragen konnte…
    Das alles aber interessiert den expantierenden Yoga Vidya System nicht.

    Von den Yogaschülern wird Anpassung und fragloser Gehorsam verlangt,
    oder wie es mir einer der Schüler sagte:

    “ Im Ashram wirst du gedacht. Von Früh bis spät abends. Das hat den Vorteil,
    dass du nicht mehr selber denken brauchst.“

    Wenn das Yoga Vidya System keine Sekte ist, indem Sinne, dass unterschiedlichste
    Weltanschauungen in den Ashrams („Ort der Anstrengung“) akzeptiert werden, dann haben diese beschriebenen Manipulationen
    sehr wohl viel gemeinsam mit Scientology, Zeugen Yehova und der katholischen Kirche.

    Schönen Abend Peter Krug

  • Peter Krug 7. Mai 2014 10:27

    Betreff Freischaltung:

    6.05. 2014 um 11:5

    Vor kurzem habe ich meine Email leicht geändert.
    Versehentlich (aus Gewohnheit) habe ich die alte, angegeben,
    die aber nicht mehr gültig ist.

    Meine aktuelle Email lautet:

    peterkrug@gmx.at

    (also ohne den Punkt dazwischen)

    Peter

  • Peter 6. Mai 2014 23:55

    Hallo,

    Kleine Kritik im Nachhinein:

    Der Artikel ist toll und kritisch und informativ geschrieben wofür ich recht dankbar bin.
    Sukadev ist aber auch recht offen.

    Jedoch Worte wie „Seelen Gymnastik“ oder „Alles ist erleuchtet“
    finde ich sehr daneben, denn die Yogainteressierten sind keine
    Dummköpfe!
    Es ließt sich m. E. wie eine „Verar……“

    Dass Yoga aber auf die Seele oder auf die Psyche wirkt ist wissenschaftlich ausreichend gedeckt…

    Gruß Peter

    • Jessica Perl 7. Mai 2014 16:09

      Lieber Herr Krug,

      danke für Ihr Feedback! Da die Autorin Hanna Grabbe inzwischen nicht mehr bei impulse arbeitet, antworte ich Ihnen einmal stellvertretend bzw. möchte auf eine frühere Stellungnahme von der Kollegin verweisen. Vor einiger Zeit hatte eine andere Leserin bereits eine ähnliche Kritik geäußert, auch sie fand den Begriff „Seelen Gymnastik“ unpassend. Daraufhin hatte Hanna Grabbe geantwortet: „Zu den gewählten Begrifflichkeiten möchte ich sagen, dass man für den nicht
      spezialisierten Leser beim Schreiben Dinge ab und an vereinfachen muss oder
      etwas bildlichere Wörter benutzt. Das finden Menschen die tief im Thema
      stecken nicht immer toll, was ich verstehen kann. Trotzdem denke ich, dass
      es unterm Strich richtig ist, Dinge auch für Laien verständlich
      auszudrücken.“

      Beides, die ältere Kritik und die Antwort der Autorin, finden Sie in voller Länge ganz oben in den Kommentaren. Wenn Sie noch Fragen oder Anmerkungen haben, melden Sie sich gerne!

      Herzliche Grüße aus der Redaktion,
      Jessica Perl

  • Peter 6. Mai 2014 23:12

    Hallo,

    ich habe 2001 die Yogalehrerausbildung „gemacht“. Das war ziemlich intensiv!!
    Aber um das Wissen zu festigen habe ich
    die 2 Jahre nach Bausteinprinzip drangehängt. Danach folgten Weiterbildungen…
    Insgesamt habe ich über 4 Jahre gebraucht.
    Daneben 100te Yogabücher gelesen, Anatomiebücher verschlungen, über viele häufige Krankheiten autodidakt (Selbststudium) informiert.
    Danach machte ich noch eine Fitnessausbildung im Wifi (mit Dipl.).

    Sukadev hat mich vom Anfang recht fasziniert obwohl ich mit ihm kaum ins Gespräch kam.
    Aber seine offene Art, seine Aufgeschlossenheit in Vorträgen imponierten mich.

    Ihr Artikel hat mich bestätigt darin, dass das System Yoga Vidya auf „Masse statt
    auf Klasse“ aus ist. Das Wort Yogafabrik kommt – wenn ich mich genau erinnere
    von Hermann Schütz (nennt sich Keshava).

    Es werden in den Yogakursen Techniken gelernt, wie Asanas, Atemübungen aber
    eben weil Sukadev auf Massenyogalehrerausbildungen sein Hauptaugenmerk liegt,
    bleibt der/die Yogaübende oder Yogalehrer (ich „unterrichte“ schon seit 2002)
    eigentlich auf der Strecke.

    Angehende Yogalehrer werden leider (während der Intensivausbildung) mit ihren Fragen und Problemen überwiegend alleine gelassen!

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie eine Yogaschülerin während des Handstandes
    auf dem Kopf fiel. Die Yogalehrerin hatte uns während der Yogalehrerausbildung
    ausdrücklich angewiesen, uns NICHT um diese Verunglückte zu kümmern und gesagt, wir sollten weiter Asanas machen.
    Die verunglückte Frau saß längere Zeit auf dem Stuhl und starrte vor sich hin.
    Erst nach einer Stunde oder mehr kam jemand auf dem Gedanken, die Rettung anzurufen.
    Sie kam ins Krankenhaus und hatte eine Gehirnerschütterung mit Blutung….;

    Ich habe auch einige Monate im Ashram (im Westerwald) gearbeitet und erlebt, wie sehr
    man außerhalb der der Arbeitszeit noch verwickelt ist in weitere Verpflichtungen…
    Rückzugsmöglichkeiten gab es fast keine und die Möglichkeit ein bisschen für sich zu sein
    auch nicht. Da heißt es Karmayoga zu praktizieren, Gäste zu beraten, ihnen zuzuhören,
    zum Satsang zu gehen, Mitarbeiterbesprechung und und und… Die Liste ist seeeehr lang.

    Yoga in Deutschland ist zu einer „Breitenbeschäftigung“ geworden wobei die Bezeichnung
    „Selbstverwirklichung“ nur noch ein hohles Wort in den Yogabüchern ist.

    So wie zahlreiche andere kann ich von d. billigen Möglichkeit bei Yoga Viyda sehr viel verdanken,
    wenn auch ich weder Sukadev, noch Sivananda noch Devananda als „Guru“ für mich
    ansehen kann.
    Die immerwiederkehrenden Bilder in den Ashram von Sivananda und Devananda haben mich
    abgeschreckt, denn in totalitären poltischen Systemen ist es nicht anders.

    Letzter Zeit habe ich mich ernsthafter gefragt, ob Yoga Vidya nicht doch
    einige Züge hat, die man sogenanne „Sekten“ wie Zeugen Jehovas, oder Scientologie nachsagt.
    So die Uniformierung gelb und weiß, wie auch das Bestehen auf der
    Rishikeshreihe mit festen Regeln.
    Die Satsangpflicht auch als Karmayogi ist ein weiterer Kritikpunkt.

    Wie in allen religiösen Gruppierungen (ich denke beispielsweise) an Zeugen Jehovas
    geben die Yoga -vidya Mitarbeiter in den Ashrams ein großes Stück Selbstständigkeit auf.
    (meine Meinung)

    Peter

  • Hektor 12. März 2014 15:44

    Hallo liebe Lolita,

    im großen und ganzen ist der Artikel stimmig.

    Das kann ich sagen weil ich seit Jahren bei Yoga Vidya arbeite und lebe.

    Ich kann in dem Artikel auch nichts wirklich Negatives finden.

    Ein paar saloppe Ausdrücke, die jedoch nichts sagen was nicht der Wahrheit entspricht.

    Nur eins:
    Man bekommt zum Taschengeld freies Essen und freies Wohnen in bester Qualität, man kann sich Lebensmittel aus einem Lager holen, jeden Tag. Man bekommt ein kleines Zimmer in ruhiger, landschaftlich schöner Lage. Man bekommt Strom und Heizung ohne Beschränkung, alles mit inbegriffen, sogar freies kostenloses WLAN. Man kann an Seminaren und Yogastunden teilnehmen, kostenlos. Sicher nicht für jede/jeden das Ideale, doch die Menschen, die hier leben und auch ich sind sehr zufrieden damit.

    Ich kann Hanna Grabbe nichts böses unterstellen, sicher hätte manch anderer den Artikel anders geschrieben. Ich sage erstmal: das ist einigermaßen korrekter Jornalismus.

  • Anna 13. Februar 2014 11:07

    Ich habe den Artikel jetzt erst entdeckt. Ich habe Sukadev Breetz schon 1996 in Frankfurt kennen gelernt und bei hm einige Jahre Yoga praktiziert. Damals lagen wir noch auf muffigen Teppichen und übten Yoga und es ist erstaunlich wie sich seine Visionen, die er uns damals schon vorstellte, verwirklicht haben. Da kann man erkennen das Visionen wirklich wirken.

    Ich habe dann 2002 auch eine vier-wöchige Yogaleherausbildung mitgemacht und möchte deshalb nur einen Kommentar zur seiner Aussage abgeben, die sich auf die 4-wöchige Ausbildung bezieht: “Ich habe mein BWL-Grundstudium auch in nur einem Semester gemacht. Das hat mir nicht geschadet.”

    Yoga ist eine Erfahrungswissenschaft, welche der, natürlich neben dem theorischen Erlernen des yogaphilosophischen Hintergrundes, ständigen Prüfung durch das tägliche Alltagsleben standhalten muß. In 4 Wochen kann man noch nicht mal ansatzweise wahrnehmen was Yoga mit einem macht, wie es in den Alltag einwirkt. Yoga ist mehr als Körperübungen, Atemübungen und spirituelle Praktiken in geschützem Rahmen. Ich fing erst NACH der 4-Wochen-Ausbildung bei Yoga Vidya an Yoga zu erfahren und habe mich auf die Suche begeben, weitergelernt und letzten Endes eine über 4-jährige Ausbildung in einer beim BDY annerkannten Ausbildungsschule gemacht.

    Sukadev Brez hat mich also tätsächlich auf den Yogaweg gebracht, dass kann er sich anrechnen. Den weiteren Weg ging ich dann aber ohne ihn, weil ich für mich den Eindruck hatte woanders mehr und fundierter über Yoga zu zu lernen.

  • Hanna Grabbe 19. September 2013 15:14

    Liebe Lolita,

    vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich bin die Verfasserin des Artikels.

    Ich lege sehr großen Wert auf gute Recherche, weshalb ich zwei Tage lang vor
    Ort war und mehrere lange Gespräche mit Herrn Bretz geführt habe. In welchen
    er mir persönlich von beschriebenem Arbeits- und Bezahlmodell erzählte.
    Dieses ist so auch in der offiziellen Yoga Vidya Broschüre „Mitarbeiter/-in
    werden“ auf den Seiten 6 und 7 aufgeführt. (42h / 6-Tagewoche / 290 € im ersten
    und 320 € ab dem zweiten Jahr).

    Zu den gewählten Begrifflichkeiten möchte ich sagen, dass man für den nicht
    spezialisierten Leser beim Schreiben Dinge ab und an vereinfachen muss oder
    etwas bildlichere Wörter benutzt. Das finden Menschen die tief im Thema
    stecken nicht immer toll, was ich verstehen kann. Trotzdem denke ich, dass
    es unterm Strich richtig ist, Dinge auch für Laien verständlich
    auszudrücken.

    Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich gerne jederzeit bei mir in der
    Redaktion.

  • Lolita 2. September 2013 14:01

    Ich finde Euren Artikel total arrogant und vielleicht ist ja der, der Ihn geschrieben hat neidisch…
    Yoga ist keine Seelen Gymnastik und dass man bei Yoga Vidya 42 Stunden arbeiten muss für 300€ stimmt auch absolut nicht. Der Autor sollte besser recherchieren und sich mal erkundigen was ein Ashram ist.
    Ausserdem finde ich Yoga Vidya unter den ganzen Yoga Studios noch am wenigsten kommerziell und für jeden bezahlbar wer kann sich schon 15€ für eine Yogastunde leisten…

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