• Einstiegsliteratur für Gründer

    Wer eine Firma gründen will oder einfach nur eine erste Idee hat, ist oftmals auf der Suche nach hilfreicher Literatur. impulse.de stellt vier Bücher vor, die anders sind und inspirieren sollen.

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    Kopf schlägt Kapital – Günter Faltin

    Die Angst mancher Gründungswilliger vor der Selbstständigkeit ist verknüpft mit der Angst vor Zahlen. Nicht jeder, der gründen will, hat ein BWL-Studium vorzuweisen. Ein Großteil der Literatur zur Neugründung widmet sich daher ausgiebig diesem Bereich. Solche Kapitel können auf viele jedoch abschreckend wirken. “Kopf schlägt Kapital” von Günter Faltin geht daher einen anderen Weg. Der hier propagierte Ansatz ist ein Plädoyer für die eigene Kreativität und den Glauben an seine Geschäftsidee. Dabei lässt Faltin zwar keineswegs außer Acht, wie wichtig Know-How ist.

    Kreative Persönlichkeiten sollten aber, laut Faltin, abseits von Businessplänen ihre Idee verfolgen können. Diesen Ansatz unterfüttert er in seinem Buch mit einer Selbststudie. Er selbst wurde vom Professor für Entrepreneurship zum erfolgreichen Unternehmer. Auf der Basis seines Ansatzes hat Faltin die „Teekampagne“ ins Leben gerufen. Ziel der Firma ist es, den besten Tee zum günstigsten Preis anzubieten. Heute ist die „Teekampagne“ Marktführer für Darjeeling-Tee in Deutschland. Das Buch bietet neben der Aufforderung, seine Idee zu verfolgen auch eine schrittweise Anleitung, wie man eine Firma aufzubaut. Nicht alle der Schritte werden automatisch zum Erfolg führen, aber wer neben der einschlägigen Literatur einen anderen Ansatz sucht, wird hier fündig werden.

    Die Vier- Stunden- Woche – Timothy Ferris

    In der freien Wirtschaft gilt: Wer viel arbeitet, wird viel erreichen. Überstunden spiegeln die eigene Stellung wieder. Je mehr man hat, desto wichtiger ist man. Auch der Autor des Buches “Die Vier- Stunden- Woche”, Timothy Ferris, bezeichnete sich selbst früher als Workaholic. Irgendwann kam er jedoch an den Punkt, wo er den Sinn dieses Arbeitsmodells nicht mehr verstand. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte er die Idee, die in diesem Buch im Mittelpunkt steht: Wer sich rarmacht, gewinnt an Freiheit und wird erfolgreicher, freier und glücklicher sein.

    Dieses Buch ist gerade für Gründer und Unternehmer interessant, die einen neuen Blick auf ihre Arbeit bekommen wollen oder Wege suchen, ihre Arbeitszeit effizienter zu gestalten. Für Ferris wie für Faltin gilt Outsourcing dabei als zentraler Punkt. Geschäftsbereiche auslagern und die frei gewordenen Ressourcen wieder in neue Geschäftsideen oder auch Hobbies investieren. Ferris erklärt dabei, was man nicht tun sollte um Erfolg zu haben, anstatt umgekehrt. Für Gründer und Unternehmer bietet das Buch einen interessanten Ansatz, auch wenn es in der Praxis oft schwer möglich sein wird, ein Unternehmen mit nur vier Stunden Arbeitszeit pro Woche zu führen, wie dieses Buch verspricht.

    Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer – Stefan Merath

    Merath schafft es auf 464 Seiten, die Geschichte eines Lernprozesses als einen Gründungskrimi zu inszenieren. Der Titel, der sich wie die Einleitung eines klassischen Sachbuches liest, hat mehr zu bieten als reine Tipps. Erzählt wird aus der Sicht des Unternehmers Thomas Willmann, der nach der Pleite seines Arbeitgebers den Weg in die Selbständigkeit geht. Die Fehler, die er dabei macht, sind die vieler Jungunternehmer. Nichts möchte man anderen überlassen, alles selber machen. Bei dem Protagonisten führt dieses Verhalten fast zum Scheitern der Firma und zur körperlichen und seelischen Erschöpfung.

    Im Mittelpunkt des Unternehmertums steht in diesem Buch der kontinuierliche Lernprozess aus Erfolgen, Fehlern, Korrekturen und dem erfolgreichen Scheitern. Wie auch bei Faltin und Ferris ist es für Merath wichtig, dass ein Unternehmer seine Kompetenzen kennt und seine Arbeitszeit effektiv nutzt. Wie schwer dies sein kann und wie wichtig die Kontrolle durch einen Dritten ist, zeigt dieses Buch. Der Leser findet Strategien vor, die er auf sein eigenes Unternehmen übertragen kann. Zu einem erfolgreichen Unternehmer wird man nicht automatisch, aber dieses Buch kann wie auch die beiden vorangegangenen helfen, eigene Standpunkte zu überdenken und effektiver zu arbeiten.

    Glückskinder – Hermann Scherer

    Hermann Scherer stellt sich in diesem Buch der Frage, warum einige Menschen erfolgreicher sind als andere. Wie kann man vom Metzgerlehrling zu einem der größten multimedialen Talente Deutschlands werden oder es von einem Steine werfenden Taxifahrer bis zum Außenminister schaffen. Stefan Raab und Joschka Fischer sind für Merath so genannte Glückskinder. Doch sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen – Chancenintelligenz. Also die Fähigkeit, Gelegenheiten zu erkennen und sie für sich zu nutzen. Das Buch soll den Leser inspirieren, auch in scheinbar ausweglosen Situationen sich bietende Gelegenheiten zu ergreifen und Regeln zu brechen.

    Doch der Autor schildert in diesem Buch nicht nur die positiven Seiten. Thematisiert wird auch die Angst des Scheiterns, die viele gute Ideen erst gar nicht Wirklichkeit werden lässt. Er stellt sich auch der Frage, wie man seinen Weg abseits des Mainstreams finden kann und Selbstvertrauen tankt für eigene Entscheidungen. Das Buch hat keinen wirklich roten Faden, vielmehr ist es eine Aneinanderreihung von Geschichten und Zitaten. Viele der aufgestellten Behauptungen sind nicht belegt und wirken daher anfangs wie Plattitüden. Nichtsdestotrotz bietet es eine Inspirationsmöglichkeit und zeigt Beispiele, wie und wo man etwas ändern kann, um erfolgreich zu sein.

    • Quelle: impulse.de
    • Copyright: impulse.de
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