Einzelunternehmer Mit diesen Tipps haben Solo-Selbstständige Erfolg

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Allein unterwegs: Millionen Einzelunternehmer schlagen sich in Deutschland allein durch.

Allein unterwegs: Millionen Einzelunternehmer schlagen sich in Deutschland allein durch.© zagandesign / Fotolia.com

Einzelunternehmer müssen an vieles denken. Ob Marketing, Networking, Versicherungen oder Zuschüsse - die wichtigsten Tipps für den erfolgreichen Start in die Solo-Selbstständigkeit.

Vernetzen

Beim Netzwerken geht es sowohl im Internet als auch am Stammtisch hauptsächlich darum, andere für sich und die eigenen ­Fähigkeiten zu gewinnen. Erfolgreich ist dabei allerdings nur, wer Beziehungen ohne Erwartungsdruck aufbaut. Dazu sollte man die eigene Firma auch mal vergessen und sich voll auf die andere Person einlassen.

Es ist auch ratsam, sich mit Menschen zu vernetzen, die zunächst gar nicht in Ihr unternehmerisches Umfeld passen. Vielleicht empfehlen gerade diese Menschen Sie einem Kunden weiter.

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Auf der Onlineplattform Xing besteht seit 2003 ein Netzwerk für Berufstätige. Dort können sich Solo-Unternehmer mit erfahrenen Selbstständigen austauschen oder nach Vertriebspartnern, Spezialisten, freien Mitarbeitern und Bürogemeinschaften suchen. Der Verband der Gründer und Selbstständigen (VGSD) kümmert sich speziell um die Interessen von Selbstständigen und Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern.

Beratung suchen

Verbände, Kammern und Banken bieten kostenlose Beratungen an. Wer sich länger von unabhängigen Beratern begleiten lassen will, hat verschiedene Möglichkeiten: Für Neuunternehmer bieten viele Bundesländer vor und nach der Gründung Zuschüsse. Unternehmer, die sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befinden, können sich eine Schwachstellenanalyse fördern lassen.

Sekretariat auslagern

Viele Kunden und Geschäftspartner reden nicht gern mit Anrufbeantwortern. Virtu­elle Büros können vor allem Solo-Unternehmer entlasten, die viel unterwegs oder in Ter­minen sind. Die meisten Anbieter stellen individuelle Lösungen zur Verfügung.

Eine Sekretärin nimmt die Anrufe entgegen. Der Kunde bestimmt, welche Anrufe durch­gestellt werden. Der Telefonservice kann auch Termine vereinbaren und Unterlagen verschicken. Sogenannte virtuelle Assistenten übernehmen auch Buchhaltung und Reisebuchungen. Eine Übersicht über Telefon- und weitere Assistenzdienste mit Preisangaben gibt es unter www.impulse.de/buerodienste

Marketing ernst nehmen

Ganz wichtig für Solo-Unternehmer ist das Eigenmarketing. Dazu zählen professionelle Visitenkarten, ein stimmiges Logo, eine gut gemachte Internetseite. Die Kosten dafür sind überschaubar, die Wirkung groß.

Auch Öffentlichkeitsarbeit darf nicht unterschätzt werden. Ein Zeitungsartikel über die eigene Firma wird oftmals viel beachtet. In einem eigenen Blog kann man die Kunden direkt ansprechen.

Es gibt zahlreiche Bücher und Seminare zum Thema. Einen gut gestalteten Überblick bietet das Handbuch „Spickzettel – Das 1 x 1 der Kommunikationsmittel“ von Gönül Pasinli (Reinspicken Verlag, 19,90 Euro).

Smartphone statt Büro nutzen

Immer mehr Unternehmer nutzen ihr Smartphone, ihren Tablet-PC oder Laptop, um unterwegs Kundendaten einzusehen, Aufgaben zu strukturieren und Rechnungen zu schreiben. Der schwedische An­bieter Fortnox etwa hilft dabei, Belege einzuscannen und an externe Buchhalter zu schicken (ab 8,90 Euro pro Monat und Anwender). Das Paket Google Apps for Business gibt es ab 4 Euro pro Monat.

Weitere Software-Ideen finden Sie unter www.impulse.de/mobilesbuero

Aus dem Home-Office ausziehen

Wer es sich leisten kann, sollte sich möglichst schnell vom Homeoffice verabschieden, um den Ablenkungen der eigenen vier Wände aus dem Weg zu gehen. In allen größeren Städten werden neben den klassischen Bürogemeinschaften auch sogenannte Coworking-Spaces angeboten. Diese Einheiten stellen meist Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Beamer, Besprechungsräume) zur Verfügung.

Gemietet und bezahlt wird auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis. Die Fixkosten liegen unter denen eines festen Arbeitsplatzes. Gerade für Einzelunternehmer ist diese Art des Arbeitens interessant, weil sie sich so auch ohne Mitarbeiter austauschen können. Ein Verzeichnis von Coworking-Spaces ist unter www.coworking-news.de zu finden.

Arbeitslosenversicherung überdenken

Seit Februar 2006 haben Selbstständige die Möglichkeit, freiwillig der Arbeitslosenversicherung beizutreten. Wer sich versichern will, muss innerhalb der letzten 24 Monate vor der Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit mindestens zwölf Monate in einem versicherungspflichtigen Verhältnis gearbeitet haben. Oder Arbeitslosengeld bezogen haben. Die selbstständige Tätigkeit muss hauptberuflich ausgeführt werden, der Antrag innerhalb von drei Monaten nach Beginn gestellt werden.

Der Beitrag beträgt derzeit monatlich 85,05 Euro im Westen und 72,45 im Osten Deutschlands. Im Jahr der Existenzgründung und im folgenden Jahr muss nur die Hälfte des Beitrags gezahlt werden. Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld hängt davon ab, wie lange in den letzten zwei Jahren vor Eintreten der Arbeitslosigkeit in die Versicherung eingezahlt wurde. Die Höhe bemisst sich nach einem fiktiv pauschalierten Arbeitsentgelt. Weitere Details finden Sie in dem Artikel „Arbeitslosenversicherung: Was Selbstständige wissen sollten“.

Gründungszuschuss in Anspruch nehmen

Der Gründungszuschuss ist der Nachfolger der Ich-AG und des Überbrückungsgeldes. Antragsteller müssen mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet gewesen sein und noch Anspruch auf 150 Tage Arbeitslosengeld haben. Das Konzept für die Gründung muss etwa von der Handelskammer oder einer Bank als tragfähig eingestuft worden sein. Ob der Zuschuss von 300 Euro zusätzlich zum Arbeitslosengeld gewährt wird, liegt im Ermessen des Vermittlers beim Arbeitsamt. Die Dauer beträgt maximal 15 Monate. Mehr unter: www.gruenderzuschuss.de


product_2984886_medium_imageMehr Tipps und Tricks für Einzelunternehmer finden Sie im impulse-kompakt: „Einzelkämpfer – die besten Ideen und Tipps für Selbstständige“

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impulse-Akademie: Strategie & Inspiration für Ihr Unternehmen
3 Kommentare
  • Jean 14. Januar 2015 16:03

    Sehr interessanter Artikel. Es ist meiner meinung auch kein Trend mehr sondern die Zukunft. Mein guter Freund arbeitet für virtuellesbuero. Die bieten verschiedene virtuelle Dienstleistungen. Laut seinen Aussagen boomt der Markt in diesen Bereichen gerade unaufhaltsam.
    Denke es ist auch eine durchaus gute Alternative zu solchen Hilfsmitteln zu greifen , wenn das Geld noch knapp ist, vor allem wenn man gerade in der Aufbauphase seines Unternehmens steht.

  • Gerald Fründt-Geers 3. März 2014 18:14

    Neben mir liegt ein Buch von 1989 (!!), welches ich leider jetzt erst aufgeschlagen habe. Ein Satz springt mir ins Auge: Die Synergien können Sie vergessen. Sie ist ein Mythos.
    Deswegen, zwei Dinge braucht die/der EinzelkämpferIn tatsächlich: Aufmerksamkeit & Vertrieb – beides kurzfristig, mittelfristig, langfristig.
    Deswegen, ich suche eine Art „Stuhlkreis“. Maximal fünf TN, zwei echte EinzelkämperInnen, zwei aus einem Betrieb mit bis zu fünf MA., einer aus einem Betrieb mit bis zu zwanzig.
    Ablauf ganz grob, man stellt etwas vor aus „Aufmerksamkeit / Vertrieb“, man fragt nach, man diskutiert, man relativiert, man schlägt vor usw. – dann ist man wieder draußen an der „Basis“ und probiert das aus. Dann stellt man im Stuhlkreis die Ergebnisse vor, die richtigen und echten. Dann schaut man weiter.
    Ganz sicher, dieser Stuhlkreis: Aufmerksamkeit / Vertrieb braucht als erstes gegenseitiges Vertrauen und eine Verschwiegenserklärung. Die Menschen müssen zueinander passen. Dann braucht es Engagement, Zeit, Ausdauer, und Freude an der Sache.
    Nein, Xing ist nicht geeignet, denn eines darf der Stuhlkreis nicht – eine Plattform für Selbstdarstellung sein.
    Aufmerksamkeit erreichen, einen Vertrieb aufbauen, das ist Arbeit, Arbeit, Arbeit.
    Und da die Wirtschaft mehr oder weniger ein Kindergarten (engl. passenderweise „kindergarten“) ist, deswegen Stuhlkreis. Oder gibt es andere Vorschläge?
    Ich freue mich, und viele Grüße
    Gerald Fründt-Geers / E-Mail-Praxis.com

  • Thomas Rost 2. März 2014 19:08

    Liebes Impulse-Team,
    das ist jetzt wirklich mal ein Thema was sonst immer und überall zu kurz kommt. Ich denke, dass dieses Thema, vielleicht für eine Betriebsgröße von 0-5 Mitarbeitern (da fühlen sich die meisten Inhaber sicher auch noch als Einzelkämpfer) eine feste Rubrik in impulse bekommen sollte.

    Insgesamt gefällt mir die neue impulse sehr gut, ich würde mir jedoch bei vielen Themen mehr Tiefe (also Hintergundinformationen und mehr Details oder Anregungen wünschen).

    Zum Thema Einzelkämpfer z.B.: Nützliche Software oder Apps, Kontaktadressen zu Netzwerken, Tipps zur Organisation und Planung, technische Hilfsmittel, organisatorische Hilfsmittel für´s Büro usw.

    Allein der Themenbereich Software, von Buchhaltung über CRM oder Projektbetreuung bis zu Telefonsoftware die automatisch Anrufe annimmt und weiterleitet oder Programme die E-Mails und Korrespondenz verwalten und organisieren oder Websitedesigner würde mehrere Hefte füllen.

    Ein Impuls ist ja erst mal der Anfang, ich würde mich freuen, wenn dann auch noch mehr nützliche und verwertbare Informationen folgen…

    Viele Grüße vom Einzelkämpfer
    Thomas Rost

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