Management Angola – „Es mangelt an der Ausbildung lokaler Fachkräfte“

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Die Wasserfälle von Calandula in der Provinz Malanje in Angola

Die Wasserfälle von Calandula in der Provinz Malanje in Angola© Ricardo Gerigk

Angola leidet noch immer an den Folgen eines jahrzehntelangen Bürgerkrieges. Der Wiederaufbau bietet zwar Möglichkeiten für ausländische Firmen, doch die Hürden sind hoch. Mit der Deutschen Auslandskammer des afrikanischen Landes sprach impulse über Chancen und Probleme.

Welche Branchen sind bei Ihnen im Land im Aufschwung?

Ricardo Gerigk, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Angola: Die Regierung misst bestimmten Branchen Priorität bei, die zur Rehabilitierung und zum Ausbau der zerstörten Infrastruktur beitragen. Das sind die Bereiche Energie-und Wasserversorgung, Straßenausbau und Telekommunikation.

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Welche Produkte oder Dienstleistungen sind besonders gefragt?

Um den eigenen Bedarf abzudecken, ist Angola stark abhängig vom Import. Etwa 90 Prozent der Produkte werden importiert. Die wichtigsten Dienstleistungen werden durch ausländische Unternehmen ausgeführt, meistens in Partnerschaft mit angolanischen Unternehmen. Deutsche Unternehmen liefern nach Angola zum Beispiel die Ausrüstung für Wasserkraftwerke, Maschinen für die Herstellung von Getränken und Landwirtschaftsmaschinen. Auch bei Dienstleistungen im Bereich Ingenieurwesen und der Bauüberwachung des Straßenbaus sind deutsche Firmen vertreten, außerdem bei der Rehabilitierung im Telekommunikationsbereich. Die Regierung bemüht sich immer mehr, die „Angolanisierung“ der Wirtschaft voran zu treiben. Das erweist sich durch die mangelnde Ausbildung der lokalen Fachkräfte aber als schwierig.

Was sagt man bei Ihnen im Land über die Deutschen?

Die Deutschen werden in Angola sehr geschätzt wegen der Zuverlässigkeit und Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen. Trotzdem haben es deutsche Unternehmen wegen der billigen Konkurrenz aus China nicht leicht.

Welche kulturellen Unterschiede machen den Deutschen zu schaffen?

Im Gegensatz zu den Deutschen gehen die meisten Angolaner alles viel entspannter an. Unzuverlässigkeit und Unpünktlichkeit stoßen bei den Deutschen auf Unverständnis.

Welche Hürden gibt es bei der Unternehmensgründung?

Bei der Unternehmensgründung ist mit einer ineffizienten Bürokratie zu rechnen.
Gefragt sind Geduld, Zeit und Geld, da die Investition zur Gründung eines Unternehmens nach angolanischem Recht bei 1 Mio. US-Dollar (738.000 Euro) liegt.

Ricardo Gerigk ist Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Angola. Erreichbar ist die deutsche Auslandshandelskammer über die Homepage www.angola.ahk.de.

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