Feedback geben 5 Feedbackregeln für Chefs

Die zweite der Feedbackregeln besagt: "Sandwich-Methode? Lieber nicht!" Sagen Sie lieber konstruktiv und konkret, was Sie stört, wenn Sie Mitarbeitern Feedback geben.

Die zweite der Feedbackregeln besagt: "Sandwich-Methode? Lieber nicht!" Sagen Sie lieber konstruktiv und konkret, was Sie stört, wenn Sie Mitarbeitern Feedback geben.© MovingMoment / Fotolia.com

Feedback geben hilft den Mitarbeitern, ihre Arbeit besser zu machen. Diese Feedbackregeln helfen, Lob und Kritik richtig rüberzubringen.

Feedbackregel 1: Atmen Sie durch.

Mitarbeiter können einen manchmal auf die Palme bringen. Sie missachten Anweisungen, machen vermeidbare Fehler, arbeiten schlampig, rauben den letzten Nerv. Sie als Chef hätten also allen Grund, im Feedbackgespräch Ihren Frust rauszulassen. Eine gute Idee ist das allerdings nicht. Denn ein Wutanfall provoziert nur Widerstand. Einen positiven Impuls bringen Sie so nicht rüber.

Wer merkt, dass der Ärger hochsteigt: erst mal durchatmen, das Gespräch unterbrechen und später weiterreden. Nur so schaffen Sie es, nicht den Mitarbeiter als Person zu attackieren, sondern ihm sachlich Rückmeldung zu seinem Verhalten zu geben.

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Zu lange sollten Sie Ihren Zorn aber auch nicht schwelen lassen. Wenn Sie erst Wochen später auf den Grund Ihres Ärgers zu sprechen kommen, wird sich Ihr Mitarbeiter ungerecht behandelt fühlen.

Feedbackregel 2: Lassen Sie die Finger von der Sandwich-Methode.

Immer noch propagieren viele Kommunikationstrainer die so genannte Sandwich-Methode: erst Lob, dann die Kritik und zum Abschluss noch mal Lob. So hübsch verpackt soll die negative Rückmeldung die Gefühle des Mitarbeiters nicht verletzen.

Vergessen Sie das Sandwich. Die meisten Mitarbeiter werden Sie durchschauen und Ihr Lob künftig nicht mehr ernst nehmen. Die anderen leiden womöglich an selektiver Wahrnehmung und finden die Kritik in dem flauschigen Berg an Lob gar nicht erst.

Besser: Beginnen Sie das Feedbackgespräch mit einem ehrlichen Kompliment – das lässt Ihr Mitarbeiter offen werden für neue Gedanken und Ideen. Danach kommen Sie gleich zur Sache: freundlich und konstruktiv, aber unmissverständlich.

Feedbackregel 3: Seien Sie konkret.

„Super Job, Frau Müller!“ ist genauso wenig hilfreich wie „Schmidt, Ihre Arbeit ist eine Katastrophe.“ Schließlich sollen Ihre Mitarbeiter begreifen, was genau Ihnen an ihrer Arbeit gefällt – oder eben auch nicht.

Und das funktioniert nur, wenn Sie konkrete Beispiele benennen: die überzeugende Projektpräsentation, den klugen Diskussionsbeitrag, das unfreundliche Verhalten gegenüber einem Kunden.

Feedbackregel 4: Hören Sie zu.

Wenn Sie Kritik an einem Mitarbeiter üben, wird er sich rechtfertigen und erklären wollen. Nehmen Sie die Erwiderung ernst – dazu gehört, dass Sie Ihr Gegenüber nicht unterbrechen, zuhören und auf das eingehen, was er sagt. Nur wer sich ernst genommen fühlt, ist offen dafür, seine Meinung zu ändern.

Ihre Wertschätzung bringen Sie zum Ausdruck, wenn Sie Ihre Mitarbeiter nicht mit Verbesserungsvorschlägen bombardieren. Beziehen Sie sie stattdessen lieber in diese Überlegungen mit ein – mit Fragen wie „Was könnten Sie nächstes Mal anders machen?“

Feedbackregel 5: Wissen Sie, wann Sie besser nichts sagen.

Ihr Team hat gerade einen großen Auftrag an Land gezogen? Dann lassen Sie mit Ihren Mitarbeitern die Korken knallen! Für Kritik ist nun nicht der richtige Zeitpunkt – nun wollen sich alle erst einmal freuen.

Umgekehrt ist auch nach einem herben Rückschlag nicht der richtige Zeitpunkt, ihre Mitarbeiter zum Feedbackgespräch zu bitten. Was nun angesagt ist: Zuspruch. Am nächsten Tag ist immer noch Zeit, Fehler anzusprechen und Lehren zu ziehen.

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