Management Finden, gewinnen, behalten: Meine 5 Tipps für die Azubisuche

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Die Zahl der Koch-Lehrlinge hat sich  deutschlandweit in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Bei jungen Männern ist der Beruf aber nach wie vor unter den Top Ten.

Die Zahl der Koch-Lehrlinge hat sich deutschlandweit in den vergangenen acht Jahren fast halbiert. Bei jungen Männern ist der Beruf aber nach wie vor unter den Top Ten.© dpa/picture-alliance

Der Gastronomiebetrieb von Jürgen Krenzer in der Rhön vereint alles, was Azubis eigentlich abschreckt: eine strukturschwache Region und eine schwierige Branche. Auf impulse.de erklärt der Unternehmer, wie er dennoch Nachwuchskräfte begeistert. Sein Motto: Jetzt erst recht!

Es ist gar nicht mehr so leicht, Azubis zu finden, zu halten und zu behalten. Erst recht in meiner Branche, dem Gastgewerbe. Das ja leider in den Rankings der unbeliebtesten Ausbildungsplätze immer weit vorne platziert ist. Die Lage ist aussichtslos. Viele Betriebe haben aufgegeben. Selbst die Finanzbranche jammert. Unglaublich. Weder Quantität noch Qualität der Nachwuchskräfte stellt die Betriebe zufrieden. Mein Gedanke hierzu: Angreifen! Motto: Jetzt erst recht!

Jedem kann es gelingen, junge motivierte Menschen für sein Unternehmen zu gewinnen. Hier meine 5 Krenzer-Tipps, wie wir es Jahr für Jahr schaffen, unsere Azubistellen in einer strukturschwachen Region und einer schwierigen Branche kreativ zu besetzen:

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1. Ich bewerbe mich als Chef!
Bewerben Sie sich als Chef bei ihren künftigen Azubis. Aber richtig! Mit Bewerbungsmappe und allem was dazu gehört. Ich bin beim Bewerbungsgespräch immer pünktlich, lasse die jungen Leute nicht warten. Ich bin auch immer entsprechend gekleidet und – mehr als nur ein wenig aufgeregt. Die Einstellung macht’s! Eben ein echter Rollentausch – und kein „Azubifang-Marketing-Gag“.

2. Wir geben den sogenannten „Underdogs“ eine echte Chance!
Zeugnisse sind Schall und Rauch. Dokumentieren die Entwicklung von gestern. Nur Historiker interessieren sich für die Vergangenheit. Apropos: Skurrile Lebensläufe sind in unserer Branche schon normal. Andere Branchen werden folgen. Die wissen nur noch nichts davon. Gut so! Aber: Jeder junge Mensch hat Talente. Für die es blöderweise kein Schulfach gibt. Diese Potenziale müssen wir hervorkitzeln. Ausbauen. Zur Speerspitze ausarbeiten! Wenn wir das schaffen, haben wir begeisterte Azubis die ihre wahren Stärken kennen, einsetzen und vor allen Dingen: Verstärken!

3. Wir gehen andere Wege!
Wir setzen erfolgreich auch das Modell der Teilzeit-Ausbildung ein. Erst vor kurzem hat meine Azubine Sarah auf diesem Weg die Ausbildung zur Hotelfachfrau mit Bravour bestanden. Sie ist jetzt 24 Jahre jung, alleinerziehend mit 2 Kindern im Alter von 8 und 5 Jahren – und zum Glück auch heute noch 30 Stunden in der Woche für Gästebegeisterung bei uns zuständig. Auch ältere Azubis sind bei uns gerne gesehen. Schließlich befinde ich mich auch erst in meinem 49. Lehrjahr…

Meine Azubis (ok, das Bild ist etwas verwackelt - aber die jungen Leute sind auch extrem dynamisch ...)

Meine Azubis (ok, das Bild ist etwas verwackelt – aber die jungen Leute sind auch extrem dynamisch …)

4. Wir geben nicht gleich auf!
Gerade im Gastgewerbe ist die Abbrecher-Quote extrem hoch. Weil zu früh von beiden Seiten die Flinte ins Korn geworfen wird. Da helfen viele persönliche Gespräche. Und: Wir kümmern uns. Helfen dort, wo für viele Ausbildungsbetriebe die Hilfe aufhört. Oft haben junge Menschen von zu Hause weder Optimismus, noch Selbstbewusstsein oder Teamfähigkeit mitbekommen. Auch die Selbstständigkeit lässt zu wünschen übrig. Vom Umgang mit Geld ganz zu schweigen. Oft sind wir die Ersatzeltern dieser Generation. Wir sind es gerne. Und wir sind stolz darauf, diesen wichtigen Schritt im Leben mit zu gestalten.

5. Wir denken um!
Brauchen wir eigentlich Bohrmaschinen? Was glauben Sie? Nein! Brauchen wir nicht. Das einzige, was wir brauchen, ist das Loch in der Wand! Basta. Und wie das da reinkommt, ist mir eigentlich ziemlich egal. Und so ist es auch mit dem Nachwuchs im Betrieb. Die klassische Ausbildung ist früher der Weg gewesen. Heute ist es einer. Einer von von vielen. Wir sind da ziemlich kreativ. Seien sie es auch! Checken sie das mal!

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