Management Heribert Schamongs größter Fehler: „Ich habe Mitarbeitern zu lange vertraut“

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Enttäuscht von seinen Angestellten: Heribert Schamong ist Geschäftsführer und Alleingesellschafter der Schamong GmbH & Co. KG.

Enttäuscht von seinen Angestellten: Heribert Schamong ist Geschäftsführer und Alleingesellschafter der Schamong GmbH & Co. KG.© Heiko Specht für impulse

Heribert Schamong, 60, Geschäftsführer eines internationalen Schrotthandels und einer Kaffeerösterei, über Betrug von Mitarbeitern.

Eines der Sprichworte in der Schrotthandelsbranche lautet: „Augen auf oder Taschen auf!“ Wenn man etwas Ungewöhnliches bemerkt, muss man dem auch hinterhergehen. Das hätte ich früher beherzigen sollen. Zu lange habe ich Mitarbeitern in verantwortlicher Position vertraut und versäumt, Dinge im Detail zu kontrollieren. So kam es zu zwei Betrugsfällen, die mich viel Geld kosteten und menschlich schmerzlich waren. Dies zugelassen zu haben war mein größter Fehler.

Bei einem Fall ging es um einen Prokuristen. Lange dachte ich, er mache seine Sache gut. Ich war davon überzeugt, dass er mich sofort einschalten würde, sobald etwas nicht in Ordnung sei. Das war aber nicht der Fall. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Als der Betrug aufflog, entließen wir ihn fristlos. In solchen Fällen muss man konsequent sein, damit Großzügigkeit nicht als Schwäche ausgelegt wird. Mitarbeiter, die täuschen, sollten Sie umgehend entlassen.

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Das war mir eine Lehre: Zu delegieren ist wichtig. Man darf sich aber nicht darauf verlassen, was einem gesagt wird, auch Aufstellungen sollte man nicht ungeprüft als Wahrheit hinnehmen. Mit Lenin gesprochen: Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Schließlich haftet man als Unternehmer und muss dafür zahlen, wenn etwas schiefläuft.

Wer glaubt, sich Arbeit sparen zu können, indem man sich nicht um Details kümmert, täuscht sich. Das holt einen später wieder ein – mit doppeltem oder dreifachem Aufwand. Und mit schlaflosen Nächten. Faulheit kann man nicht mit Gottvertrauen kaschieren. Eine Alternative gibt es nicht: Wenn Sie sich entschieden haben, Unternehmer zu werden, reiten Sie einen Tiger. Und wer den Tiger reitet, so lautet ein asiatisches Sprichwort, kann schlecht absteigen.

 

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