Management I did it my way…

Wer gegen den Schwarm agiert, kommt entspannter ans Ziel.

Wer gegen den Schwarm agiert, kommt entspannter ans Ziel.© peshkova - Fotolia.com

"Geht sowieso schief": Wer sich selbstständig macht, kennt diesen Standardkommentar. Doch gegen den Schwarm zu schwimmen, lohnt sich - und man kann es üben, sagt Unternehmer Wolfram Koller. Auf impulse.de verrät er seine Lieblingstrainingseinheit.

Egal, ob Sie Ihr Unternehmen wie Impulse im Zuge eines Management Buyouts erworben, oder es direkt nach der Schule, in der Mitte des Studiums oder mit einiger Erfahrung aber auch schon Familie und zwei Kindern gegründet haben – es gab sicher in jedem Fall jede Menge Menschen, die Ihnen gesagt oder anderweitig unmissverständlich klar gemacht haben, was für eine absolute Schnapsidee das in deren Augen ist.

Das ist, glaube ich, der Moment, in dem sich wirklich zeigt, ob man zum Unternehmer taugt. Ist man in der Lage, unbeirrt seinen Weg weiter zu gehen, im festen Glauben an seine eigene Idee? Überzeugt davon, dass sie richtig ist, weil man selber nachgedacht hat und nicht nur nachplappert, was alle zu wissen meinen?

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Es ist nicht leicht. Angeblich soll ja bei den meisten Menschen die Angst, vor einer Gruppe von Menschen zu sprechen, größer sein als die Angst vor dem Tod. Im Wesentlichen anscheinend aus Furcht davor, sich zu blamieren. Entsprechend groß ist dann natürlich auch die Angst, mit einer so wesentlichen Entscheidung wie dem Ausstieg aus dem scheinbar sicheren Angestelltendasein in das scheinbar völlig unsichere Unternehmertum die falsche Wahl zu treffen – und sich noch viel mehr zu blamieren, wenn es dann schief geht. Und aus vielen Kommentaren kann man ja heraushören, dass die Frage nicht ist, „ob“ es schief geht, sondern nur „wann“. Siehe oben.

Die gute Nachricht ist, dass man es trainieren kann, seinen eigenen Weg zu gehen. Ich verrate Ihnen meine Lieblingstrainingseinheit:

Früher Montagmorgen, im Rotaugenbomber geht es von A nach B. Start- und Zielort spielen keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Flug und/oder der Zielort hinreichend unwichtig sind, so dass sie in den Genuss der Busfahrt nach der Landung kommen. Sie wissen schon – der Umstand, den die Kabinencrew, die zu nachtschlafender Zeit schon so grausam wach und fröhlich ist, gerne als großen Vorteil anpreist: „Sie können hier hinten und vorne aussteigen!“

Steigen Sie nach Möglichkeit so in den Bus, dass noch eine größere Menge von Passagieren nach Ihnen einsteigt. Nach kürzerer oder längerer Fahrzeit – in Frankfurt haben Sie gerne mal das Gefühl, per Bus wieder nach Hamburg zurückgebracht zu werden – kommen Sie am Terminal an. Jetzt wird es spannend, denn jetzt beginnt Ihre Trainingseinheit: Sie lassen eine gewisse Menge von Mitreisenden aussteigen (nämlich die, die nach Ihnen eingestiegen sind).

Innerhalb kürzester Zeit können Sie den wissenschaftlichen Gegenbeweis zur Schwarmintelligenz bei Homo angeblich Sapiens beobachten. Obwohl es mindestens zwei Türen zum Terminal gibt, wird sich eine Traube vor der Tür bilden, durch die der erste Passagier aus dem Bus gegangen ist. Immer. Und jetzt kommen Sie: Sie steigen aus dem Bus aus, gehen ruhigen Schrittes an der Traube vorbei, öffnen die zweite Tür (meistens geht sie von alleine auf, wenn Sie sich dem Bewegungsmelder nähern) und schreiten majestätisch hindurch. Und genießen die hasserfüllten Blicke derjenigen, die sich nicht getraut haben.

Sollte es einmal nicht funktionieren, weil es tatsächlich jemand vor Ihnen wagt, durch die vielleicht verschlossene Tür zu gehen – dann sprechen Sie mich doch gerne an. Ich freue mich, Sie kennen zu lernen!

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