Management Investoren finden Deutschland attraktiv – investieren aber trotzdem seltener

"Made in Germany" zieht: Ausländische Unternehmer finden es laut einer Umfrage immer reizvoller, in Deutschland zu investieren. Davor, tatsächlich Geld in die zu Hand nehmen, scheuen aber viele zurück - und verlangen Reformen.

Stabile Verhältnisse, gute Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte: Deutschland wird einer Umfrage zufolge als Standort für internationale Investoren immer attraktiver. Wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Ernst & Young (E&Y) hervorgeht, kletterte die Bundesrepublik im Ranking der besten Investitionsstandorte im Vergleich zum Vorjahr von Rang 6 auf Rang 4.

Positiver bewerteten die befragten Firmen lediglich China und die USA. Russland landete knapp vor Deutschland, allerdings hatte die Befragung noch vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise stattgefunden.

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Besonders angetan sind Führungskräfte demnach von der Stabilität und Transparenz des politischen und rechtlichen Umfelds hierzulande. Hinzu kommt eine gute Infrastruktur für Transport und Logistik sowie die Qualifikation der Arbeitskräfte. Jeder zweite ausländische Investor erwartet laut der Untersuchung sogar, dass Deutschland in den kommenden drei Jahren noch an Attraktivität gewinnen wird.

Investoren wünschen sich Steueranreize

Taten lassen ihren Worten deswegen aber längst nicht alle folgen: Der Anteil derer, die sich im kommenden Jahr tatsächlich hierzulande ansiedeln oder ihr Engagement zumindest deutlich ausbauen wollen, ging im Vergleich zum Vorjahr sogar von 36 auf 27 Prozent zurück.

Reformbedarf besteht aus Sicht der Befragten vor allem in der Aus- und Weiterbildung im Bereich neuer Technologien. Auch Steueranreize für innovationsstarke Unternehmen könnten nach Einschätzung der Investoren noch verbessert werden. Jeder Fünfte wünscht sich zudem ein Umfeld, das Kreativität und Innovationen besser fördert.

Potenzial sehen ausländische Unternehmer in Deutschland in der Transport- und Autobranche, gefolgt vom Energiebereich sowie der Informations- und Kommunikationstechnik. Als am wenigsten reizvoll bewerteten sie die Schwerindustrie, zu der etwa der Bergbau und auch die Stahlindustrie gehören, sowie das Immobilien- und Bauwesen.

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