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02.10.2009

Geschäftsmodell: Geben und Nehmen

Von: Michael Jansen

© Getty Images
Das Franchiseprinzip ist simpel: Gründer übernehmen eine bewährte Idee und zahlen dafür. Schwieriger ist es, unter den 950 Franchisegebern den richtigen zu finden. impulse gibt Entscheidungshilfe.

Reinbek bei Hamburg, an einem Dienstag. Es ist kurz vor halb vier. Acht Kinder sitzen erwartungsvoll in einem Kursraum am Stadtrand, einige werden bereits unruhig und beginnen, mit den Beinen zu zappeln. Zuerst hat Petra Wolthaus Mühe, die Drei- bis Fünfjährigen zu bändigen. Doch dann legt sie jede Menge Magnete und kleine, metallene Gegenstände auf die Tische. Sofort greifen die Mädchen und Jungen zu und beginnen zu experimentieren. Was ziehen die Magnete an – und was nicht? Und warum stoßen sich die Magnete manchmal ab und kleben dann wieder aneinander? Mit einem Schlag sind die Nachwuchsforscher in weißen Kitteln ganz Ohr und lauschen gespannt den Worten der Expertin.

Seit knapp fünf Jahren bietet die Wahl-Hamburgerin Experimentierkurse für Kinder zwischen drei und zwölf Jahren an und entdeckte so für sich eine Marktnische. "Mitmachlabor EMA – Experimentieren Mit Albert" nennt sie ihre Geschäftsidee, die sie seit 2006 auch als Franchisesystem ausgebaut hat. "Ich habe in den ersten Wochen immer mal wieder eine schlaflose Nacht gehabt und mich gefragt, ob es gut geht. Aber ich war beseelt von meiner Idee. Und habe immer daran geglaubt", erinnert sich die diplomierte Biologin, Chemikerin und ehemalige Lehrerin an ihre Anfänge. Mit EMA bietet sie Interessierten jetzt auch die Chance, ein eigenes Unternehmen zu starten – in Teilzeit oder Vollzeit. Bundesweit haben sich mittlerweile elf Partner mit ihrer Franchise-Idee selbstständig gemacht. Für eine Einstiegsgebühr von bis zu 10.000 Euro erhalten die Gründer das komplette Know-how des Konzepts.

Eine bereits bewährte Geschäftsidee zum Nachahmen anbieten, nach diesem Prinzip arbeiten alle 950 Franchisegeber, zu denen bekannte Namen wie Apollo Optik, Burger King, McDonald’s, Mobilcom-Debitel oder Sunpoint gehören. Die Unternehmen aus den Bereichen Handel, Dienstleistung, Handwerk oder Gastronomie bieten Interessierten eine selbstständige Existenz als Franchisepartner. Gründer profitieren nicht nur vom bekannten Namen des Franchisegebers. Durch die sogenannte Eintrittsgebühr erwerben sie auch Grundlagenwissen über das Geschäftsmodell, bekommen gute Einkaufskonditionen für Waren, die über die Franchisezentrale beschafft werden, und profitieren von erprobten Vertriebsstrategien.

Das Risiko für den Gründer ist dabei überschaubar. Das spiegelt auch die Quote der Geschäftsaufgaben: In den ersten fünf Jahren geben nur etwa acht Prozent der Franchisenehmer auf – bei herkömmlichen Existenzgründern scheitert in diesem Zeitraum etwa jeder zweite.

Sich in der Vielzahl der Angebote zurechtzufinden fällt schwer. Deshalb hat impulse alle 950 Franchisegeber befragt, empfehlenswerte Konzepte zusammengestellt und zeigt, wo der Einsatz neuer Franchisepartner besonders gefragt ist. Auf den folgenden Seiten finden Sie 16 vielversprechende Ideen, sortiert nach Investitionsgrößen.

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