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17.11.2010

Lars Hinrichs: Die Rückkehr des Überzeugungstäters

Von: Nina Klöckner
Lars Hinrichs
Zoom Lars Hinrichs
© Arne Weychardt
Als junger Mann gründete Lars Hinrichs eine PR-Agentur - und scheiterte. Dann baute er das Businessnetzwerk Xing auf, wurde reich und berühmt - doch es langweilte ihn. Jetzt hat er mit einem neuen Beratungsprojekt noch einmal ganz klein angefangen.

Für die Verbreitung seiner jüngsten Mission reichten Lars Hinrichs 132 Buchstaben. Über Twitter verkündete der Hamburger Unternehmer am 8. Juni dieses Jahres die Gründung von Hackfwd. Er will mit diesem Projekt europäische Programmierer dabei unterstützen, ihre Ideen in Produkte umzuwandeln - Entwicklung, Vermarktung, Finanzierung, all das. In Hinrichs Worten heißt das: "sie aus den Zwängen des Alltags befreien". Im Gegenzug erhält Hackfwd eine Beteiligung von 27 Prozent. Inzwischen beschäftigt die Firma acht Mitarbeiter und hat sieben Projekte finanziert. Der Weg ist klar: "Ich will Hackfwd etablieren und immer größer machen", sagt Hinrichs.

Lars Hinrichs ist ein Typ, der gern rumprobiert. Mutig und selbstbewusst. Und der sich auch nicht aufhalten lässt, wenn mal etwas danebengeht. Der mit 33 immer noch aussieht wie ein Lausbub und der nur eine Richtung kennt: vorwärts.

Im zarten Alter von 13 Jahren entdeckte er seine Leidenschaft für das damals gerade aufkommende Internet. Die Folge des Hobbys: exorbitante Telefonrechnungen für seine Eltern. Um das Geld zurückzahlen zu können, half der Filius Unternehmen bei ihren ersten Schritten im Netz. Er war genau einen Tag Student der Volkswirtschaftslehre - dann startete er eine Kommunikationsplattform zum Thema Internet und Politik. Die gibt es heute noch.

Statt weiterzustudieren, gründete Hinrichs mit einem Studienfreund die Böttcher Hinrichs AG, eine PR-Agentur für all die Internetfirmen, die damals abhoben, 1999, auf dem Höhepunkt der New Economy. 23 Jahre alt war er damals.

Investoren und eine staatliche Bank gaben den beiden Jungs Geld, ohne sich groß für Businesspläne zu interessieren. "Wir waren alle ein bisschen irre", sagt Hinrichs heute. Zwei Jahre nach dem Start musste er Insolvenz anmelden - weil der Internetboom vorbei war, gingen seine Kunden reihenweise bankrott. Seine Insolvenz, bei der er vor neun Jahren einen sechsstelligen Betrag verlor, nennt er inzwischen einfach "den teuersten MBA-Kurs aller Zeiten".

"Wir haben so unglaublich viele Fehler gemacht, dass die Insolvenz die logische Konsequenz war", sagt Hinrichs ganz sachlich. Über Emotionen spricht er nicht gern. Er lasse keinen an sich heran, sagt er, außer seiner Frau. "Natürlich hat man schlaflose Nächte, aber das muss man dann auch abhaken." Aufstehen und was Neues machen, so sieht er das.

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