Empfehlen Facebook Twitter XING Als E-Mail verschicken Drucken
16.07.2010

Vom Foyer in den 47. Stock: Die geheimnisvolle Dame bei der Helaba

Von: Matthias Lambrecht
Die Landesbank Hessen-Thüringen hat ihren Hauptsitz im Frankfurter Main Tower
Zoom Die Landesbank Hessen-Thüringen hat ihren Hauptsitz im Frankfurter Main Tower
Die Affäre eines Vorstands mit einer mutmaßlichen Drogendealerin bringt die Helaba in arge Bedrängnis. Warum konnte sich die Frau auf der Chefetage frei bewegen? Und wie besonnen reagiert die Landesbank in Krisenfällen?

Ihre Augen hinter einer Sonnenbrille, die blonden Haare unter einer Perücke. Die Angeklagte im Schwurgerichtssaal des Frankfurter Amtsgerichts will sich verstecken, niemand soll ihr wahres Gesicht erkennen. Das war auch früher so, als sie noch Rezeptionistin war, die in der Vorstandsetage der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) Gäste empfing oder vertrauliche Post verteilte. Diese Frau trug eine Maske, niemand ahnte, wer sich dahinter verbarg.

Lang ist die Liste der Vergehen, die der Staatsanwalt vorträgt. Nadja A. habe mit Rauschgift gehandelt. In den Räumen der Bank soll sie Kollegen von der Sicherheitsfirma Securitas, bei der sie als Dienstleisterin für die Heleba beschäftigt war, mit Marihuana und Kokain versorgt haben.

Mit der Eröffnung des Verfahrens gegen Nadja A. am vergangenen Mittwoch wird ein neues Kapitel in einem Kriminalfall aufgeschlagen, der sich längst zu einer Helaba-Affäre ausgeweitet hat. Mit Fahndern, die die Führungsetage der Bank durchsuchen, einem Vorstand, der geschasst wurde, weil er ein Verhältnis mit Nadja A. hatte - und einem Verwaltungsrat, der mit dieser Krise heillos überfordert scheint.

Zum nächsten Gerichtstermin an diesem Mittwoch könnte die Öffentlichkeit mehr darüber erfahren, wie Nadja A. ihre Geschäfte von der Vorstandsetage der Helaba aus organisiert hat. Und warum eine Vorbestrafte mit kriminellen Kontakten als leitende Mitarbeiterin in einem so sensiblen Bereich für die Sicherheit zuständig war.

In einem anderen Verfahren hat sich die Helaba bereits eine Ohrfeige abgeholt: Der entlassene Vorstand, dem keine Verwicklung in Drogengeschäfte nachzuweisen ist, hat gegen die Kündigung geklagt und Anfang des Monats in erster Instanz recht bekommen. Die Bank behält sich vor, weitere Rechtsmittel einzulegen.

Gefunden bei
www.ftd.de

Die Verantwortlichen waren offenbar ziemlich nachlässig bei der Einstellung von Nadja A., die nach der Insolvenz des Helaba-Sicherheitsdiensts von Securitas übernommen wurde. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zögerte sie die Abgabe des polizeilichen Führungszeugnisses über Monate hinaus. So lange, bis die dreijährige Haftstrafe, die die 35-Jährige einst wegen versuchten und schweren Raubes absitzen musste, nach Ablauf der vorgeschriebenen Zehnjahresfrist getilgt war.

Seite   1 | 2 | 3 | 4 | 

Quelle: ftd.de
© 2010 impulse.de

Ihre Meinung

Ich bin registrierter User und möchte mich anmelden

Ihr Name
Ihre Email-Adresse (wird n. veröffentl.)
Betreff
Ihr Kommentar


Versenden | Leserbrief | Druckversion | Zurück

Diesen Artikel bookmarken bei...

Tausendreporter BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Yahoo MyWeb YiGG Webnews