Insgesamt lässt sich sagen: In der ersten und zweiten Führungsebene - also unter Geschäftsführern, Vorständen, Personal-, Vertriebs-, Produktionsleitern und vergleichbar positionierten Managern - steigt die Zahl der Frauen kontinuierlich. Leider aber gibt es große Unterschiede - je nach Betriebsgröße, Branche oder Region sind weibliche Chefs unterschiedlich stark vertreten.
Der Anteil weiblicher Topmanager bei großen Unternehmen bleibt weiter sehr gering. Das zeigt die jüngste Studie "Frauen in Führungspositionen" des Wirtschaftsinfo-Dienstleisters Hoppenstedt Firmeninformationen.
Vorbild Mittelstand
![]() Zoom Wo sitzen Frauen in Führungspositionen? |
1995 lag der Frauenanteil im Management insgesamt noch bei gut acht Prozent. Bis heute hat er sich mehr als verdoppelt - auf 19,5 Prozent. Ein Verdienst der mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Denn in Großunternehmen (mehr als 20 Millionen Euro Umsatz) stieg der Anteil weiblicher Führungskräfte nur von drei auf knapp sechs Prozent. Zwischenzeitlich verringerte sich die Zahl der Frauen in Toppositionen sogar. Bei Unternehmen, die einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro aufweisen, sind bis heute sogar nur 3,5 Prozent der Manager weiblich. Dax-Unternehmen präsentieren sich sogar noch weniger weiblich - dort findet sich überhaupt nur eine einzige Frau im Top-Management: Barbara Kux, Vorstandsmitglied bei Siemens.
Im mittleren Management können sich Frauen dagegen inzwischen etablieren. Fast jede dritte weibliche Führungskraft ist hier aktiv. Ins Topmanagement schafft es dagegen nur etwa jede Zehnte. Mit Ambitionen für den Aufsichtsrat ist es ebenso schwer.
![]() Zoom Entwicklung des Frauenanteils im Topmanagement |
Auffällig ist: Viele der Managerinnen in Top-Positionen sind heute jünger als 30 Jahre. Die Generationen davor sind dagegen deutlich weniger stark vertreten. Besonders hoch ist der Frauenanteil in Firmen, die erst in den vergangenen Jahren gegründet wurden.
Dort, wo es menschelt
Bezogen auf die Branche können Frauen vor allem in der Gastronomie und Hotellerie, im Gesundheitswesen und in Erziehungs- und Bildungsinstituten punkten. Auch im Handel, im Agrarsektor oder in der Verwaltung sind sie als Führungskräfte gefragt. Bei Baufirmen oder Versicherungskonzernen sind ihre Karrierechancen dagegen deutlich geringer.
Am häufigsten nehmen weibliche Topmanager Führungsaufgaben im Personalwesen, in Finanzabteilungen, der Öffentlichkeitsarbeit und im Marketing wahr. In Forschung und Entwicklung sind sie dagegen nur gering vertreten.
Die Studie "Frauen in Führungspositionen" basiert auf einer aktuellen Auswertung der Hoppenstedt Firmendatenbank, die die 300.000 größten deutschen Unternehmen mit knapp einer Million Führungskräfte in den obersten Hierarchieebenen erfasst. Die Daten stammen aus dem Januar 2010.
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