Management Leserfrage: „Wie wird ein digitales Gesamtkonzept erstellt?“

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Eine Homepage sollte gut geplant und klar strukturiert werden - egal ob sie als Visitenkarte mit Kontaktdaten dient oder sogar als Online-Shop des Unternehmens.

Eine Homepage sollte gut geplant und klar strukturiert werden - egal ob sie als Visitenkarte mit Kontaktdaten dient oder sogar als Online-Shop des Unternehmens.© ronstik - Fotolia.com

In unserem Themen-Monat IT stellen impulse-Abonnenten Fragen - und Experten antworten. Dieses Mal: Wie erstelle ich ein neues Konzept für eine Firmenhomepage - ohne überladene Selbstdarstellung?

„Wo findet man wirklich neue Konzepte für eine Homepage bzw. ein digitales Gesamtkonzept, das neu ist im Sinne von weg von der überladenen Selbstdarstellung, was man alles kann, wie toll man ist…. und das bitte noch zum bezahlbaren Preis?“
Sylvia Bäuerle, HSE-BAU GmbH, Glauchau

Der Experte:

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„Die meisten Unternehmen beauftragen Agenturen damit, ein Konzept zu entwickeln. Die Vorschläge können jedoch immer nur so gut sein, wie der Input, den sie dafür vom Unternehmer bekommen haben. Darum sollte man die Inhalte vorab genau absprechen und sich gut überlegen, wie man sein Unternehmen präsentieren möchte. Dazu gehört es einfach, die eigenen Stärken in den Vordergrund zu stellen. Schließlich müssen die Kunden beim Besuch einer Homepage schnell erkennen können, was das Unternehmen kann und worin es besonders gut ist. Darauf wird dann das Layout der Homepage abgestimmt.

Inspirationen für Designs findet man beispielsweise bei den Online-Preisen wie dem Lead Award, dem European Design Award oder dem Online-Preis des Red Dot Awards. Mit Anregungen von dort im Hinterkopf, kann man zusammen mit dem Webdesigner schauen, wie und ob sich das ganze auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.

Dazu gehört, welche Funktion der Internetauftritt erfüllen soll: Soll sie wie eine Visitenkarte im Netz über das Unternehmen informieren oder soll sie weitere Funktionen bieten? Auch die Branche spielt eine Rolle. Ich designe beispielsweise häufig Seiten für Architekten. Deren Auge ist geschult auf Minimalismus: viele Bilder, wenig Text.

Zurückhaltende Layouts sind zurzeit aber auch in anderen Brachen angesagt. Das hängt auch damit zusammen, dass sie sowohl auf dem Computer als auch auf Tablets oder Smartphones vollständig und gut lesbar dargestellt werden müssen, also ein responsives Design brauchen. Hierdurch entstehen dann im Layout oft freie Flächen, die die Seite großzügiger wirken lassen können.

Besonders wichtig ist, dass eine Seite individuell gestaltet und auch getextet ist. Auf keinen Fall sollten man die Texte nur für Suchmaschinen schreiben. Zwar kann kein Unternehmer auf Suchmaschinenoptimierung verzichten, aber beim Schreiben der Texte sollte man immer zuerst an den Leser und nicht an Google denken. Gut finden Nutzer – und auch Google – es beispielsweise, wenn am Anfang eines Textes ein kleines Fazit steht, sodass sie wissen, was sie erwartet.

Das Grundlayout einer Website mit Redaktionssystem bestimmt das Template. Mit Standardtemplates sollte man vorsichtig sein. Gut Gemachte kann man als Firma oder Verein verwenden, wenn das Budget knapp ist und die Webseite beispielsweise nur eine Visitenkarte im Netz sein soll. Sobald man mehr auf der Seite bieten will, lohnt es sich, in ein individuelles Template zu investieren. Das ist zwar anfangs teurer. Dafür macht die Homepage danach 365 Tage im Jahr Werbung für das Unternehmen und zwar genau so, wie der Unternehmer es sich für seine Firma vorstellt.

Eine ganz einfache HTML-Webseite mit drei bis vier Unterseiten bekommt man schon ab 700 Euro. Will man die Seite regelmäßig updaten, braucht man eigentlich ein Redaktionssystem plus passendes Template. Dafür muss man mindestens 2000 Euro ausgeben. Man sollte in jedem Fall vorab mit den Webdesignern sprechen, um einen Eindruck des Dienstleisters und seines Arbeitsstils zu bekommen und unbedingt mehrere Angebote einholen, denn nicht alle sind seriös. Webdesigner ist kein geschützter Begriff, jeder kann sich so nennen. Anbieter, die mit dem W3C-Standard werben, sind meist seriös. Wenn man sich die Referenzen auf der Homepage des Designers anschaut, lernt man seinen Stil kennen und kann überlegen, ob das Gesehene zu den eigenen Vorstellungen passt.“

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Der Experte:
duerheimer2Axel Dürheimer hat 2005 in Bad Kissingen die Agentur Einseinsvier Webdesing gegründet. Er berät mittelständische und Industrieunternehmen sowohl bei der Gestaltung als auch bei der technischen Umsetzung ihrer Webseiten sowie bei der Suchmaschinenoptimierung. Seit 2010 gibt er außerdem Workshops und Seminare in Süddeutschland.

 


 

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2 Kommentare
  • Florian H. 24. September 2014 16:37

    Hallo Chris,

    inwiefern war das Gelieferte Müll?
    Aussehen? Performance? Skalierbarkeit? Anpassung/Veränderung möglich? Kompatibilität?
    D.h. worauf ist wichtig zu achten?

  • Chris 19. September 2014 16:15

    Es ist wirklich schwer gute Webdesigner zu finden,man guckt sich die refenrzen an es gefällt einen und was sie für einen Kunden machen ist meistenst müll ich habe mich dumm und dämlich bezahlt.

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