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Hyperlocal SEO So werden lokale Unternehmen online gefunden

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Wo ist die nächste Apotheke, Pizzeria, der nächste Steuerberater? Gelbe Seiten waren einmal, heute suchen die Nutzer mit ihrem Smartphone nach lokalen Angeboten. Damit Ihr Unternehmen  gefunden wird, müssen Sie in den Suchergebnissen oben erscheinen. Hyperlocal SEO nennen Marketingfachleute das.

Wo ist die nächste Apotheke, Pizzeria, der nächste Steuerberater? Gelbe Seiten waren einmal, heute suchen die Nutzer mit ihrem Smartphone nach lokalen Angeboten. Damit Ihr Unternehmen gefunden wird, müssen Sie in den Suchergebnissen oben erscheinen. Hyperlocal SEO nennen Marketingfachleute das. © drubig-photo / fotolia

Ob Restaurant oder Autohaus – auch für lokale Unternehmen ist es wichtig, im Netz gefunden zu werden. Drei Tipps, wie das gelingt.

Es ist kein Geheimnis: Die Zeiten der gedruckten Gelben Seiten und des Örtlichen sind längst vorbei. Das heißt nicht, dass Verbraucher nicht mehr nach Informationen zu lokalen Dienstleistungen und Geschäften suchen. Lediglich der Weg dahin hat sich verändert. Vier von fünf Kunden nutzen mittlerweile das Internet zur Recherche nach passenden lokalen Anbietern – mit dem PC, dem Smartphone, dem Tablet und immer mehr auch mit Sprachassistenten wie Alexa, Siri, Cortana und Bixby.

Für Unternehmen bedeutet das: Soll mein Geschäft von Menschen in meiner Umgebung gefunden werden, muss ich digital sichtbar sein. Wer einen Frisörsalon betreibt, der will in den Suchergebnissen ganz oben erscheinen, wenn ein potenzieller Kunde in seiner Umgebung nach einem Frisör sucht (“Near me”-Abfragen). Platz zwei und drei spielen gerade für Sprachassistenten nur in den seltensten Fällen eine Rolle. Wer hingegen ganz oben steht, der gewinnt häufig sogar den Großteil seiner Neukunden über Google und andere Suchmaschinen.

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Um die eigene Sichtbarkeit zu steigern, müssen sich daher Unternehmen — ganz gleich in welchem Segment oder in welcher Größenordnung — dem neuen Nutzungs- und Suchverhalten ihrer Kunden im Internet anpassen und wissen, welche Faktoren bei der Online-Suche eine wichtige Rolle spielen.

Tipp 1: Für konsistente und aktuelle Daten sorgen

Damit Suchmaschinen oder Sprachassistenten das richtige Ergebnis ausspucken können, müssen sie mit den richtigen Daten gefüttert werden. Nichts ist für den Kunden unbefriedigender, als zum Beispiel zum Baumarkt zu fahren – und dann vor verschlossenen Türen zu stehen, weil die Öffnungszeiten im Internet falsch angegeben waren. Unternehmen müssen daher auf die Aktualität und Korrektheit der eigenen Daten achten, egal ob in verschiedenen Kartendiensten wie Google Maps oder Bing Maps, in entsprechenden Branchenverzeichnissen wie Yelp oder auf den eigenen Social-Media-Kanälen.

Ein erster Schritt für Unternehmen ist hier die Eintragung in Googles MyBusiness. Mit einem vollständigen Firmeneintrag lassen sich alle Unternehmensdaten in der Google-Suche, in Google Maps und auf Google+ zentral aktualisieren. Das kostenlose Tool bringt viele Vorteile für Unternehmen, da wichtige Daten wie Öffnungszeiten direkt in den Suchergebnissen angezeigt werden. Zudem bietet es Statistiken, wie zum Beispiel die Nutzer auf den Unternehmenseintrag gestoßen sind. Google hat kürzlich in den USA sogar ein neues Feature ausgerollt, das vermutlich auch bald in Deutschland eingeführt wird: Durch eine Chat-Funktion können potenzielle Kunden direkt in den Suchergebnissen mit dem Händler oder Dienstleister in Kontakt treten und Fragen stellen — ein wertvolles Tool für das Local Marketing auch kleinerer Unternehmen.

Die so genannten NAP-Daten sind die wichtigsten Angaben, die Unternehmen bei der Präsenz im Internet immer im Blick behalten sollten. NAP steht für Name, Adresse und Phone/Telefonnummer:

  • Name: In jedem Verzeichnis sollte der tatsächliche Unternehmensname verwendet werden. Bei Dienstleistungen oder mehreren Standorten können zusätzlich noch weitere Begriffe hinzugefügt werden. Anstelle von „Haarscharf“ ergänzt man beispielsweise die Unternehmensart oder den Standort wie „Haarscharf St. Pauli“ oder „Haarscharf Friseursalon“.
  • Adresse: Bei den einzelnen Einträgen sollte auf eine einheitliche Schreibweise geachtet werden.
  • Telefon: Auch die Schreibweise der Telefonnummer sollte einheitlich sein. Empfehlung: Die Schreibweise sollte sich dabei an der DIN-Norm 5008 orientieren — also 040 1234567 bzw. 040 123456-10 bei Durchwahlen.

Die Standortdaten sollten über sämtliche Plattformen konsistent sein, denn fehlerhafte Öffnungszeiten, Kontakt- oder Adressdaten vergraulen nicht nur Interessenten. Sie sind auch schädlich für die Suchmaschinenplatzierung. Vor allem Google schenkt Unternehmen, die auf einheitliche Daten achten, Vertrauen und zeigt diese Ergebnisse eher in den Suchergebnissen als Einträge, die durch falsche oder widersprüchliche Angaben auffallen.

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Tipp 2: Nicht nur auf Google setzen

Um gewappnet für die Zukunft zu sein, sollte bei allen Handlungen und Überlegungen nicht nur der Suchmaschinenriese Google im Zentrum stehen. Beispielsweise greifen Voice-Assistenten auf unterschiedliche Brancheneinträge beziehungsweise Kartendienste zurück. So setzt Apples Sprachassistent Siri auf Microsofts Suchmaschine Bing und Bing selbst bezieht seine Daten auch von Plattformen wie Foursquare und Yelp. Um Siri-Nutzer zu erreichen, sollte man also auch auf Bing ganz oben in den Suchergebnissen erscheinen.

Unterm Strich unterscheidet sich die Optimierung für Google beziehungsweise Bing ohnehin nur in wenigen Nuancen. Bing schaut beispielsweise mehr auf multimediale Inhalte, achtet im Gegensatz zu Google noch auf die Meta-Beschreibungen der Seite und bezieht sogenannte Social Signals, also die Anzahl an Shares pro Seite in den sozialen Netzwerken, mit in die Bewertung ein.

Tipp 3: Umkreis-Suche berücksichtigen

Die Suchmaschinen, allen voran Google, werden immer schlauer. Sucht ein Nutzer mit dem Standort Augsburg nach einer Kfz-Werkstatt, so erhält er vorrangig Ergebnisse, die an seinem Standort orientiert sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob im Suchfeld “Kfz-Werkstatt” oder “Kfz-Werkstatt Augsburg” stand. Dies gilt auch für die mobile Suche. Vor allem hier spielt der sich ständig wechselnde Standort des Nutzers eine besondere Rolle. Wer innerhalb eines bestimmten Zeitraums in einem bestimmten Areal unterwegs ist und nach einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung sucht, wird unter anderem basierend auf seinem Standort die besten Ergebnisse angezeigt bekommen.

Daher sollten Unternehmer in den kommenden Jahren auch sogenannte lokale Landingpages in ihre Planung aufnehmen. Mit diesen speziellen Unterseiten einer Website können potenzielle Käufer in die eigenen Filialen gelockt werden. Ein Frisör mit drei Filialen hätte dann auf seiner Homepage Unterseiten für jede Filiale. Die Landingpages sollten genau auf den jeweiligen Standort hin konzipiert und ebenfalls von den Online-Verzeichnissen verlinkt werden. Somit wird der oben beschriebene Effekt der „Near-me“ Suche effektiv genutzt.

Neben der Anschrift, Öffnungszeiten und Kontaktmöglichkeiten können hier aktuelle Produkte, Aktionen und lokale Informationen angezeigt werden, um die lokale Relevanz zu fördern. Spezielle Gutscheinaktionen, die über die Landingpage laufen, helfen dabei, den Online-Nutzer zum Offline-Kunden zu machen. Der Friseursalon „Haarscharf“ könnte online also beispielsweise Gutscheine für Haarschnitte oder Haarpflegeprodukte anbieten, die im lokalen Salon eingelöst werden müssen. Gleichzeitig schaffen Gutscheincodes die Möglichkeit, die Onlineaktivität zu messen, da deutlich wird, wie viele Menschen über die Landingpage in das lokale Geschäft kommen. Auch spezielle Events, die im Salon stattfinden, sollten auf der Landingpage erwähnt werden.

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