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Social-Media-Kanäle für Unternehmen So finden Sie den passenden Social-Media-Kanal

  • Serie
Es muss nur passen: Unternehmen brauchen sich nicht auf jedem Social-Media-Kanal zu tummeln. Wichtig ist, dass sie den Kanal bespielen, auf dem ihre Zielgruppe unterwegs ist.

Es muss nur passen: Unternehmen brauchen sich nicht auf jedem Social-Media-Kanal zu tummeln. Wichtig ist, dass sie den Kanal bespielen, auf dem ihre Zielgruppe unterwegs ist.© suze / Photocase

Social-Media-Kanäle sind für Unternehmen eine perfekte Möglichkeit, Kunden direkt anzusprechen und treffsicher zu werben. Doch welche Plattform passt zu welchem Unternehmen? Eine Übersicht.

Über Social Media können Unternehmen mit relativ kleinem Budget ihre Zielgruppe erreichen. Viele Firmen haben daher soziale Netzwerke fest in ihre Marketingstrategie aufgenommen. Und doch: Zeit und Geld, jeden einzelnen Social-Media-Kanal zu bespielen, bleibt oft nicht – und ist außerdem gar nicht sinnvoll.

Aber welche Plattform ist für mein Unternehmen die richtige? Diese Frage können Sie sich mit einer Gegenfrage beantworten: Auf welcher Plattform hält sich der Großteil meiner Zielgruppe auf? Nur in diesen Kanal oder diese Social-Media-Kanäle lohnt es sich, Zeit und Geld zu stecken. Wenn Sie unsicher sind, werfen Sie einen Blick auf die Konkurrenz: Postet der Wettbewerber nur Videos auf Facebook oder auch Fotos auf Instagram? Und wie beliebt sind diese Postings? Der Vorteil an Social Media: Sie sehen auf einen Blick, ob die Strategie der Konkurrenz floppt oder voll aufgeht, also wie oft ein Beitrag geteilt oder ein Video angesehen wurde.

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Wofür die einzelnen Plattformen stehen, sehen Sie in unserer Übersicht der beliebtesten Netzwerke.

Facebook

  • Nutzer weltweit: 1,7 Milliarden
  • Nutzer in Deutschland: 27 Millionen
  • Publikum: kein spezielles
  • Dominante Branchen: keine

„Facebook ist wegen seiner schieren Größe für Unternehmen und ihre Geschichten der mit Abstand spannendste Kanal“, sagt Experte Felix Beilharz. Jeden Tag werden auf der Plattform etwa 400 Millionen Bilder geteilt. Während andere soziale Netzwerke entweder ein eher weibliches (Instagram, Pinterest) oder ein sehr junges Publikum (Snapchat) ansprechen, treffen Unternehmer auf Facebook die breite Masse. „Es gibt kaum eine Zielgruppe, die nicht auf Facebook vertreten ist“, so Beilharz. Daher eignet sich das Netzwerk für fast alle Unternehmen, Freiberufler und Einzelkämpfer, um auf Kundenfang zu gehen.

Ein weiterer Vorteil: Wer es in den Newsfeed seiner Kunden schafft, steht neben Hochzeitsfotos, Alltagsanekdoten und Geburtstagseinladungen der Freunde und Bekannte der Nutzer. Also dort, wo alles Spannende und Private aus dem sozialen Umfeld passiert. So können Facebook-Posts eine gewisse Nähe erzeugen. Das potenziert sich noch, wenn der Nutzer sieht, dass die eigenen Freunde den Beitrag empfehlen.

Der Nachteil daran: Seit Facebook einen Algorithmus eingeführt hat, der die Beiträge nach Relevanz für den Nutzer vorsortiert, werden Beiträge von Unternehmensseiten in vielen Fällen nicht mehr bzw. seltener ausgespielt. Deshalb müssen Firmen in der Regel Beiträge bewerben, um von ihrer Zielgruppe auch gehört zu werden. Da hauptsächlich Privatleute auf Facebook angemeldet sind, ist das Potenzial für Firmen, die sich an Endverbraucher richten, wesentlich größer als für Business-to-Business-Geschäfte.

Twitter

  • Nutzer weltweit: 320 Millionen
  • Nutzer in Deutschland: 12 Millionen
  • Publikum: kein spezielles
  • Dominante Branchen: keine

Bei Twitter ist das oberste Gebot: Fasse dich kurz. Nach wie vor gilt bei Postings die Zeichenbegrenzung von 140 Zeichen, ausgenommen davon sind seit Kurzem Bilder, Gifs, Videos oder zitierte Tweets. Auf Twitter werden täglich etwa 500 Millionen Beiträge verschickt, der Puls des sozialen Netzwerkes schlägt schneller als alle anderen. So können Unternehmen mehr oder weniger in Echtzeit mit den Nutzern kommunizieren oder von Ereignissen berichten.

Twitter entwickelt sich tatsächlich immer mehr zum Nachrichtendienst: Oft verbreiten sich Neuigkeiten zum Tagesgeschehen hier sogar, bevor Mediendienste sie vermelden können. Unternehmen können davon profitieren, wenn sie sich zum Beispiel aktiv an den Diskussionen zum Nachrichtengeschehen beteiligen. Oft gibt es einen passenden Hashtag, also ein Schlagwort, unter dem die Nutzer twittern. Streikt das nächste Mal die Bahn oder das Flughafenpersonal können Sie zwischen den genervten Tweets der Nutzer vielleicht ein passendes Produkt zum Zeitvertreib anpreisen.

Da auf Twitter so viel und schnell kommuniziert wird, bleiben die eigenen Tweets nicht lange im Sichtfeld. Wer will, dass Beiträge und Firmenprofile länger sichtbar bleiben, kann diese mit Centbeträgen bewerben. Twitter eignet sich vor allem als Plattform für kleine Unternehmen, Freiberufler und Einzelkämpfer. Mit etwas Einsatz und der richtigen Strategie haben hier auch einzelne Personen die Chance, zur Marke zu werden.

Instagram

  • Nutzer weltweit: 500 Millionen
  • Nutzer in Deutschland: 9 Millionen
  • Publikum: eher weiblich
  • Dominante Branchen: Mode, Gastronomie, Handwerk, Künstler

Instagram gehört seit 2012 zu Facebook. Anders als bei Facebook muss bei Instagram zwingend ein Foto oder Kurzvideo gepostet werden. Die Bildunterschrift ist oft mit sogenannten Hashtags – erkennbar an dem #-Zeichen – verschlagwortet, um einzelne Begriffe über die Suchfunktion der App auffindbar zu machen. War Instagrams Nachrichtenstrom bis vor Kurzem noch chronologisch angeordnet, hat die Plattform im Mai 2016 einen Algorithmus eingeführt, die Postings werden jetzt anhand einer bestimmten Gewichtung ausgespielt. Wonach das Netzwerk die Beiträge sortiert, gibt es nicht bekannt.

Langfristig ist davon auszugehen, dass Firmen – ähnlich wie bei Facebook – zunehmend Werbe­anzeigen schalten müssen, um Reichweite auf der Plattform zu erzielen. Das ist seit Anfang 2016 auch in Deutschland möglich. Einer der Vorteile der visuell getriebenen Plattform: Während auf Facebook nicht einmal ein Prozent der Follower mit den Beiträgen interagiert, ist die Rate auf Instagram mehr als zehn Mal höher.

Wer über Instagram Kunden gewinnen möchte, sollte auch über eine Kooperation mit sogenannten Influencern nachdenken. Die meist noch jungen Meinungsmacher sind die Stars des Netzwerks: Was sie empfehlen, kauft ihre oft millionenstarke Fan-Schar.

Pinterest

  • Nutzer weltweit: 100 Millionen
  • Nutzer in Deutschland: ca. 2,5 Millionen
  • Publikum: eher weiblich
  • Dominante Branchen: Mode, Reise, Gastronomie, Handwerk, Künstler

Pinterest ist eine Art digitale Galerie, in der private Nutzer und Firmen inspirierende Fotos an sogenannten Pinnwänden sammeln können. Neben eigenen Bildern dürfen auch Fotos anderer Nutzer gepinnt werden. Im Gegensatz zu Instagram sind die Bilder deutlich stärker inszeniert und haben eher Werbekatalog-Charakter. Wenn Sie die diesen Social-Media-Kanal nutzen wollen, sollten Sie genug gute Produktbilder vorrätig haben oder kurzfristig welche produzieren können.

Pinterest ist eine Art „Google der schönen Dinge“: Nutzer geben beispielsweise in der Suchfunktion „Couchtisch“ ein und bekommen eine lange Liste mit Bildern von Tischen für das Wohnzimmer angezeigt. Unternehmen haben demnach, wie bei Google, einen großen Vorteil, wenn ihre Produkte unter den ersten Suchergebnissen landen und von vielen Nutzern empfohlen, sprich gepinnt, werden. Unternehmen mit Lifestyle-Produkten haben auf diesem Kanal eine große Chance, zur Marke zu werden. Einige Firmen haben die Positionierung bei Pinterest sogar zu einer eigenen Marketing-Strategie erkoren.

Wer auf Pinterest werben möchte, kann dies zurzeit nur in den USA, Kanada und Großbritannien tun. Aber auch für Deutschland ist die „Werbe-Pin“-Funktion geplant, mit der einzelne Fotos gegen Bezahlung hervorgehoben werden können. Auch einen „Kaufen“-Button, der mit einer Verlinkung zum Onlineshop direkt auf Produktbilder gesetzt werden kann, will das soziale Netzwerk bald anbieten.

Snapchat

  • Nutzer weltweit: 150 Millionen
  • Nutzer in Deutschland: ca. 9 Millionen
  • Publikum: jung, aber auch immer mehr Nutzer bis Mitte 30
  • Dominante Branchen: keine

Snapchat ist eine Messaging-App, mit der Bilder und Videos (sogenannte Snaps) von Handy zu Handy verschickt werden. Die kurzen Snaps haben eine Maximaldauer von zehn Sekunden und löschen sich spätestens nach 24 Stunden automatisch. Jeder Empfänger kann den Inhalt nur einmal sehen. In einer sogenannten Story können Bilder und Videos mehrmals angeschaut werden, verfallen allerdings – wie Snaps – nach 24 Stunden.

Im Juli 2016 hat Snapchat die Funktion Memories eingeführt und hat damit einen der ersten Schritte Richtung Werbefläche für Unternehmen gemacht: Jetzt lassen sich Snaps und Storys auch langfristig speichern und – viel wichtiger – vorbereiten. Konnten zuvor nur Live-Aufnahmen mit der Kamera-App versendet werden, ist es nun möglich, zuvor gefilmte Videos und geschossene Fotos in das Netzwerk hochzuladen.

Die Bildsprache bei Snapchat ist – wie bei einem Schnappschuss – vollkommen ungeschönt. Zwar gibt es auf Snapchat Filter, die man per Daumenwisch über Bilder und Videos legen kann, allerdings fügen diese eher witzige Effekte wie ein Hundegesicht hinzu, als ein Foto ästhetisch aufzuwerten.

Snapchat wird von Firmen viel dazu genutzt, einen Blick hinter die Kulissen zu geben. Direkte Werbemöglichkeiten sind bisher großen Partner-Konzernen vorbehalten. Derzeit testet Snapchat beispielsweise, kurze Werbeclips zwischen die einzelnen Nutzervideos einzuspielen. Funktionen, die sich von der Handhabung eines privaten Konto abheben, gibt es für kleine Unternehmen noch nicht, sind aber in Planung. Ein Beispiel, wie Unternehmen Marketing mit Snapchat ausprobieren können, gibt Christian Pietsch von Gustileder. Das Unternehmen hat Anfang 2016 beschlossen, den noch relativ neuen Social-Media-Kanal in die eigene Marketingstrategie aufzunehmen.


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1 Kommentar
  • Marco Feiten 5. Oktober 2016 11:17

    Hallo Frau Jaax und Herr Backovic,

    „Zeit und Geld, jeden einzelnen Social-Media-Kanal zu bespielen, bleibt oft nicht – und ist außerdem gar nicht sinnvoll.“
    So ist es! Zumal die Entwicklungen bei Myspace, StudiVZ und anderen Diensten gezeigt hat, dass Social Media schnelllebig sind. Zudem kommt es natürlich auf die Art des Produkts bzw. der Dienstleistung an.

    „Aber welche Plattform ist für mein Unternehmen die richtige? “
    [Rest entfernt. Bitte verzichten Sie auf Eigenwerbung, siehe auch unsere Netikette – die Redktion]

    Beste Grüße
    Marco Feiten

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