Management Mit Crowdfunding in die Sportschau

Felix Schlebusch (links) und Jan Kus im Stadion von Fortuna Köln

Felix Schlebusch (links) und Jan Kus im Stadion von Fortuna Köln© F. Schlebusch

Zwei Unternehmer aus Köln wollen die Heimspiele ihres Fußballvereins zu Netzwerktreffen für Unternehmensgründer machen und Start-ups nebenbei ins Fernsehen bringen. Dafür sammeln sie Geld im Internet ein. Eingefleischte Fußballfans belächeln die Aktion (noch).

Tausende Euro für die Zubereitung eines Kartoffelsalats und fast eine Million Dollar für eine Vorrichtung, um Wasserbomben zu füllen: Mit Crowdfunding sammeln auch die verrücktesten Ideen manchmal viel Geld ein. Auf diesen Trend wollen auch zwei Unternehmer aus Köln aufspringen. „Mit Start-ups für Fortuna“ wollen sie 6000 Euro einsammeln und damit eine Bande im Kölner Südstadion mit dem Namen ihrer Website bedrucken lassen. Geschafft haben sie seit dem 22. Juli rund 1000 Euro (Stand 22.08.) Auch wenn sie ihre Kampagne „SUFF“ abkürzen, sagen sie: „Das ist keine reine Quatsch-Idee“.

Sie sammeln mit Ihrer Crowdfunding-Kampagne “Start-ups für Fortuna” Geld im Internet ein. Woher kommt die Idee?
Jan Kus und ich wollten samstags gerne ins Stadion gehen. Ich habe bei einem anderen Verein rund 2000 Euro im Jahr für Dauerkarte, Verpflegung und die Fahrten ausgegeben. Fortuna hatte gerade das entscheidende Spiel zum Aufstieg in die dritte Liga gewonnen und wir haben gesehen, dass die Dauerkarten recht günstig sind und dass man auch für kleines Geld ins Sponsoring einsteigen kann. Und damit ging die Schnapsidee los.

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Also ist die Abkürzung „SUFF“ kein Zufall?
Wir kokettieren schon damit. Im Fanforum, das habe ich gerade gelesen, ist unser Name eher hinderlich. In der Start-up-Szene hier in Köln finden die das extrem lustig. Und die wollen wir auch primär ansprechen. Ein gestandener Mittelständler könnte sich locker auch eine eigene Bande im Stadion leisten. Aber als Jungunternehmer können Sie das nicht.

Was habe ich davon, wenn ich Ihre Kampagne unterstütze?
Es gibt verschiedene Pakete, von „Der Reservist“ für fünf Euro bis „Der Vollstrecker“ für 2000 Euro. Ab 25 Euro wird man als Unterstützer auf unserer Website genannt. Mit den 6000 Euro wollen wir eine fernsehrelevante Bande finanzieren, auf der unsere Website steht. Die Bande wäre sechs Meter lang – und in der Sportschau zu sehen. Wir wollen jungen Unternehmern die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und einen Einstieg ins Sponsoring zu bekommen. Und das Netzwerk ist auch sehr wichtig. Es gibt 18 Heimspiele, das sind 18 Netzwerktreffen. Man hat mit Fußball ein gemeinsames Thema und kommt darüber ins Gespräch. Jan und ich machen das ehrenamtlich. Außer selbst Teil des Netzwerks zu werden, haben wir finanziell nichts davon.

Warum ausgerechnet der Drittligaverein Fortuna Köln?
Spiele von Fortuna sind ein ursprüngliches Fußballerlebnis. Das ist bodenständig und kein Schickimicki. Das können vielleicht nicht alle verstehen, aber ich finde es sehr romantisch, im November im Stadion zu stehen, es regnet wie aus Eimern und es steht 3:0 für den Gegner. Dieses Fußballerlebnis wollen wir mit Gleichgesinnten mit einem Augenzwinkern – deshalb auch „SUFF“ – gemeinsam genießen. Und es geht gewiss nicht nur ums Saufen. Aber ein bisschen Kölsch gehört schon dazu.

Wie läuft die Kampagne?
Wir haben die Magie des Crowdfundings noch nicht ganz verstanden. Aber wir stellen unsere Pakete jetzt einzeln bei Facebook vor und treten in Kontakt mit unseren Facebook-Fans. Und das funktioniert. Wir haben die Hoffnung, dass sich eine Eigendynamik entwickelt.

 

Felix Schlebusch arbeitet freiberuflich als Moderator und Trainer. Jan Kus gründete 2007 das IT-Unternehmen Railslove.

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