Management Mittler zwischen Unternehmen und Künstlern

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© Tim Eckhorst

Unternehmen und Künstler - passt das zusammen? Ja, sagt impulse-Bloggerin Antje Hinz. In ihrer Serie "Kreativität für die Wirtschaft" stellt Sie regelmäßig Best-Practice-Beispiele vor. Dieses Mal: Wie "Künstlerische Intervention" der Wissenschaft dient.

Dass wir miteinander reden können, macht uns zu Menschen.
Karl Jaspers (1883-1969), dt. Philosoph

 
Es gibt verschiedene Gründe und Motivationen, Wirtschaft und Kunst zusammen zu bringen. Perspektivwechsel braucht jeder. Kommunikation lässt Menschen einander näher kommen. Der Zusammenprall von sehr unterschiedlichen Arbeitskulturen und Tätigkeitsbereichen erweitert den Horizont für das Handeln und Tun des Anderen. Neu erworbenes Wissen und gewonnene Sympathien motivieren. Kreativität beflügelt uns und schafft die Basis für Innovationen.

Wenn die Personal- oder Geschäftsführung eines Unternehmens Probleme oder Defizite diagnostiziert, entsteht daraus eine Fragestellung, die häufig mit Unterstützung von außen näher betrachtet und untersucht werden muss. In der Regel bittet man klassische Unternehmensberater um Hilfe. Eine innovative Alternative sind „Künstlerische Interventionen“, bei denen Unternehmensmitarbeiter und Künstler im Rahmen kreativer Aktionen aufeinander treffen.

Inspirierende Projekte aus dem Norden dank Intermediär

Schleswig-Holstein geht voran. In den letzten 12 Monaten haben hier gleich drei regionale Unternehmen eine „künstlerische Intervention“ gewagt, unter anderem das im letzten Blog vorgestellte Unternehmen Holm & Laue aus Westerrönfeld, das Produkte rund um die Aufzucht und Fütterung von Kälbern entwickelt und vertreibt.

Die Projektbegleitung, das heisst die Vermittlung zwischen Unternehmen und Künstlern, hat das EU-geförderte Projekt „Unternehmen! KulturWirtschaft“ vom Nordkolleg Rendsburg übernommen. Die Projektleiterin, Lena Mäusezahl, akquiriert interessierte Unternehmen, wählt passende künstlerische Aktionen aus und schafft einen Rahmen für die neuartige Kooperation. Mäusezahl sieht sich als Mittlerin, als „Intermediär“ und ihre Kernkompetenz darin, „ein passendes Matching und eine gute Prozessbegleitung zu gewährleisten. Jede Intervention ist auf eine individuelle Fragestellung ausgerichtet und wird maßgeschneidert. Standard-Rezepte und -formate gibt es für die Interventionen nicht.“

Mäusezahl kennt beide Welten, Wirtschaft und Kultur. Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau hat sie an diversen europäischen Hochschulen studiert: internationale Betriebswirtschaft, Freizeitmanagement sowie „European Urban Cultures“. Ihre Lieblingsschnittstelle „Kultur und Wirtschaft“ bearbeitet sie am Nordkolleg seit 2009.

Künstlerische Intervention aus vier Blickwinkeln

Mit der Einbindung kreativer und kommunikativer Prozesse in Unternehmen beschäftigen sich nicht nur Vermittler, Unternehmer und Künstler, sondern auch Wissenschaftler. Die Ergebnisse künstlerischer Interventionen sollen dokumentiert und erforscht werden. Ariane Berthoin Antal und Anke Strauß vom WZB, dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung forschen international zum Thema „künstlerische Interventionen in Organisationen“ und sorgen für die Evaluierung.

Sie initiieren im Verlauf der Projekte mehrere Befragungen der beteiligten Akteure: Mitarbeiter, Künstler, Personal- und Geschäftsführung, Intermediär: „Wir interessieren uns sowohl für die Erfahrungen, die während der Intervention gemacht werden“, erklärt Strauß, „als auch für Auswirkungen, die sich erst später am Arbeitsplatz ergeben, wie zum Beispiel veränderte Sicht- und Herangehensweisen, neue Einfälle oder eine Erweiterung des professionellen Netzwerks. Jeder Fall ist einzigartig, deshalb ist es immer wieder faszinierend zu beobachten, was die TeilnehmerInnen im Prozess entdecken.“

Quellen:

In meiner Blog-Reihe „Kreativität für Wirtschaft“ stelle ich Ihnen Best-Practice-Beispiele für „Künstlerische Interventionen“ zwischen Unternehmern und Kreativschaffenden vor.In der 4. Folge erzähle ich Ihnen, wie Teambildung mit Steinwolle gelingt.

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