Management Neue Gehaltsstudie: Dünne Männer und dicke Frauen verdienen weniger

Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Verdienst nachgewiesen.

Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Verdienst nachgewiesen.© Von Osseous/Flickr/Creative Commons/CC BY 2.0

Deutsche und amerikanische Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Verdienstchancen untersucht. Das Ergebnis könnte bei Männern und Frauen nicht unterschiedlicher sein.

Die Zahlen auf der Waage können auch einen Unterschied bei den Zahlen auf dem Konto machen: Das gilt zumindest, wenn man den jetzt veröffentlichten Ergebnissen einer Forschungsarbeit von deutschen und amerikanischen Wissenschaftlern glauben schenken mag. Das Ergebnis: Schlanke Frauen haben höhere Verdienstchancen. Bei Männern ist es laut der Untersuchung jedoch genau umgekehrt: Weniger Gewicht wirkt sich bei ihnen negativ auf den Verdienst aus.

Für die Untersuchung werteten Ökonomen der Universität Potsdam und der City University New York die Daten von 18.000 Personen aus. Dabei wurde der so genannte Body-Mass-Index (BMI) berechnet – eine gängige Maßzahl für das Körpergewicht, bei der ein Wert zwischen 20 und 25 als Normalgewicht gilt.

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Effekt durch weit verbreitete Schönheitsideale

Bei den Frauen war der Verdienst bei einem BMI von 21,5 am höchsten. Mit steigendem Gewicht nahm der Verdienst stetig ab, was laut den Wissenschaftlern auf weit verbreitete Schönheitsideale zurückzuführen ist: Der Zusammenhang zwischen BMI und Verdienst wurde insbesondere in Dienstleistungsberufen nachgewiesen – also in Berufen, in denen es viel persönlichen Kontakt mit Kollegen und Kunden gibt. Die Wissenschaftler stellten hier außerdem fest, dass sich das Gewicht nicht nur auf das Einkommen auswirkt, sondern auch auf die Wahrscheinlichkeit, überhaupt einen Job zu finden.

Bei den Männern stellten die Wissenschaftler das genaue Gegenteil fest: Sie verdienten bei einem BMI von 23 bis weit in den Bereich des Übergewichts am meisten. Untergewichtige verdienten bis zu acht Prozent weniger als der Durchschnitt. Bei den Männern wurde der Effekt hauptsächlich im produzierenden Gewerbe festgestellt: Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, „dass der Zusammenhang weniger auf Äußerlichkeiten beruht, sondern auf der vorhandenen Muskelmasse, die für körperliche Arbeit wichtiger ist als für Bürotätigkeiten.“

Die Untersuchung wurde vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit in Bonn veröffentlicht und ist in englischer Sprache online verfügbar.

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