Management Online-Shop: So gelingt Unternehmen der Schritt ins Netz

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Thomas Grimme, 30, hat das Haushaltswarengeschäft seiner Familie 2013 ins Netz gebracht.

Thomas Grimme, 30, hat das Haushaltswarengeschäft seiner Familie 2013 ins Netz gebracht.© Dennis Williamson für impulse

Jedes dritte Unternehmen verkauft seine Waren immer noch ausschließlich im stationären Handel. Dabei ist es heute einfacher denn je, Produkte im eigenen Webshop anzubieten. Ein Wegweiser für die ersten Schritte als Onlinehändler.

Für Sie ist das Internet Neuland? Kein Problem. Hier ist der Wegweiser für Ihre ersten Schritte als Online-Händler.

 

Die richtige Plattform wählen

Je nach Geldbeutel, Zeitaufwand und technischem Know-how gibt es verschiedene Lösungen, einen Shop im Internet zu eröffnen.

 

Onlinemarktplätze

Wer sich nicht an den eigenen Webshop wagt, ist gut bei Onlinemarktplätzen aufgehoben. Große Namen wie Ebay oder Amazon, aber auch branchenspezifische Plattformen (z. B. Dawanda) bieten Händlern eine fertige Infrastruktur. Mit wenigen Klicks können Sie Produkte einstellen, Bezahloptionen und andere Einstellungen wählen. Vorteil: Die bekannten Plattformen haben eine hohe Sichtbarkeit im Netz. Allerdings verlangen die Anbieter für jeden Verkauf eine Provision – und geben eigene Regeln vor: So fordert Ebay von besonders aktiven Händlern, das Widerrufsrecht von zwei auf vier Wochen auszuweiten. Der Versandriese Amazon kann sogar zum Konkurrenten werden (siehe impulse 12/14): Verkauft sich ein Produkt eines Händlers gut, übernimmt Amazon den Artikel eventuell günstiger ins eigene Sortiment.

 

Website-Plugins

Mit etwas technischem Know-how kann der eigene Webshop selbst gestaltet werden. Dazu benötigen Sie zuerst eine Website. Plattformen wie de.wordpress.com und www.typo3.org bieten veränderbare Website-Vorlagen – kostenlos in der Standardversion. Eine frei wählbare Internetadresse, die Domain, bekommen Sie für unter 30 Euro im Jahr dazu. Auf Ihrer Website können Sie dann mit kostenfreien Programmen einen Onlineshop integrieren. Für WordPress: z. B. Woocommerce (woothemes.com/woocommerce), für Typo3: z. B. Arcavias (Typo3-Version: arcavias.com/download.html)

 

Webdesigner

Wer den Webshop komplett selbst gestalten möchte, sollte sich einen Profi dazuholen. Ein Webdesigner kann Aufbau, Inhalt und Bezahlsysteme des Webshops nach Ihren Wünschen gestalten. Die Expertenlösung hat aber ihren Preis: zwischen 30 und 80 Euro kostet ein Webdesigner pro Stunde. Wenn Sie neben Webshop auch noch Website, Logo und eine Optimierung der Seite für Suchmaschinen benötigen, können die Gesamtkosten schnell auf 5000 bis 30 000 Euro wachsen. Sparen Sie, indem Sie Ihren Webdesigner bitten, mit kostenfreien Open-Source-Vorlagen zu arbeiten. Beliebte Lösungen sind: Arcavias (arcavias.com), Shopware (shopware.de) oder Magento (de.magento.com).

 

Formale Fallstricke kennen

So schnell Shops aufgesetzt werden können, so komplex sind ihre rechtlichen Anforderungen, weiß Christian Wolff, Fachanwalt für IT-Recht. Verbraucherverbände und Konkurrenten nutzen fehlende Pflichtangaben oft aus, um Onlinehändler abzumahnen. So versäumen viele Firmen, den Kaufvorgang in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) detailliert zu beschreiben und die AGB in jede Bestellung einzubinden. Auch Umsatzsteuer und Versandkosten müssen in der Bestellübersicht aufgeführt werden. Seit Juni gilt zudem eine EU-einheitliche Widerrufsbelehrung für Onlineshops. Dafür gibt es Vorlagen, Händler müssen diese aber an ihren Shop anpassen.
impulse-Magazin Januar 2015Vor 20 Monaten hat Thomas Grimme das Haushaltswarengeschäft seiner Familie ins Netz gebracht. Welche Lektionen er und andere Unternehmen dabei gelernt haben – und wie man sich von der Konkurrenz im Web abheben kann, lesen Sie in der aktuellen impulse-Ausgabe 01/15.

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