Management Onlineshops: So vermeiden Sie rechtliche Fallstricke

Um einen Onlineshop aufzubauen, gibt es mittlerweile viele Software-Lösungen. Bei vielen fehlen aber Angaben, die gesetzlich vorgeschrieben sind. Das kann teuer werden: Konkurrenten und Verbraucherverbände nutzen rechtliche Lücken oft, um Onlinehändler abzumahnen.

Was muss ich bei Onlineshops in rechtlicher Hinsicht beachten?

Generell gilt: Für Onlineshops gelten alle Regelungen, die auch für den stationären Handel Pflicht sind. So zum Beispiel die Auszeichnungspflicht: Der Preis eines Produkts muss immer mit der Umsatzsteuer und aller zusätzlich anfallenden Preise kenntlich gemacht werden. „Der Endpreis eines Produkts muss immer sofort ersichtlich sein“, sagt Christian Wolff, Fachanwalt für IT-Recht und Urheber- und Medienrecht. Da ein Onlineshop zugleich auf einer Website beruht, müssen auch die Pflichtangaben nach dem Telemediengesetz eingehalten werden. So ist zum Beispiel ein Impressum Pflicht, in dem Name und Anschrift der Firma und die Vertretungsberechtigten stehen. Zudem muss laut Gesetz die „schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation“ möglich sein, also ein Kontaktformular oder eine Emailadresse des Händlers hinterlegt sein.

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Was sind die häufigsten rechtlichen Fallstricke beim Aufbau von Onlineshops?

Ohne es zu wissen, verstoßen Onlinehändler oft gegen das Verbraucherschutzrecht, das Widerrufsrecht und gegen die Preisangabeverordnung.

Verbraucherschutzrecht:
Für die Kunden eines Onlineshops muss sofort ersichtlich sein, wie der Bestellvorgang funktioniert. Auch wenn es offensichtlich erscheint: Auf der Seite des Onlineshops müssen Kunden eine Erklärung finden, die Schritt für Schritt erklärt, wie man ein Produkt bestellt. Dazu gehören auch Informationen darüber, dass ein angeklicktes Produkt zum Beispiel erst im Warenkorb landet, wo es wieder gelöscht werden kann. „Ein Kaufvertrag kommt rechtlich erst zustande, wenn der Kunde auf eine Schaltfläche klickt, die ‚zahlungspflichtig bestellen‘ oder ‚jetzt kaufen‘ heißt“, sagt Christian Wolff. Oft wissen Onlinehändler zudem nicht, wo sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen platzieren sollen. Wichtig ist, so Experte Wolff, dass sie in jeden Kaufvorgang eingebunden werden. „Der Käufer muss aktiv bestätigen, dass er die AGB gelesen hat. Viele Onlineshops verwehren zum Beispiel den Kauf, wenn der Kunde keinen Haken neben die Geschäftsbedingungen setzt“, so Wolff.

Widerrufsrecht:
Der Kunde darf mindestens 14 Tage nach dem Kauf den Vertrag widerrufen und die Ware gegen das gezahlte Geld zurücktauschen. Onlinehändler müssen dem Kunden diese Widerrufsbelehrung vor dem Kauf jedes Produkts in Textform vorlegen. Den Händlern bleibt es freigestellt, die Frist des Widerrufs über die 14 Tage hinaus zu verlängern. Aber Achtung: Wer auch bei Ebay oder Amazon viele Produkte verkauft, muss unter Umständen die Widerrufsfristen der Plattformen einhalten – und die verpflichten Verkäufer zum Teil, Waren auch noch vier Wochen nach dem Kauf zurückzunehmen.

Preisangabeverordnung:
So wie auch die Umsatzsteuer immer im Produktpreis enthalten sein muss, ist der Händler verpflichtet, die Versandkosten frühzeitig im Bestellprozess anzugeben. „Versandkosten müssen immer transparent dargestellt werden, Formeln wie ‚Preise nach Absprache‘ sind unzulässig. Spätestens in der Bestellübersicht muss der Kunde sehen, was das Endprodukt inklusive Versand kostet“, sagt Wolff.

 

Bemerkt überhaupt jemand, wenn ich mich nicht an die rechtlichen Vorgaben halte?
Auch wenn viele der geforderten Angaben beim Webshop für Sie als selbstverständlich gelten, müssen Sie diese rechtssicher aufsetzen. Das heißt, die Pflichtangaben müssen für alle Besucher der Seite ersichtlich sein. Denn neben potenziellen Kunden klickt sich auch vielleicht die Konkurrenz durch Ihr Online-Angebot. „Es passiert immer wieder, dass Händler Ihren Konkurrenten schaden wollen und systematisch die Websites nach Fehlern absuchen. Fehlende Angaben können als Wettbewerbsverstoß geahndet werden und eine Abmahnung nach sich ziehen.“ Auch Verbrauchervereine prüfen Onlineshops regelmäßig auf ihre Rechtmäßigkeit.

 

Tipp vom Anwalt: „Bleiben Sie auf dem Laufenden! Alle paar Monate ändert sich etwas in den rechtlichen Anforderungen an Onlineshops, die Widerrufsbelehrung ändert sich nahezu jährlich. Besser, Sie setzen kleine Anpassungen immer gleich um, als zu warten und dann alles auf den Kopf stellen zu müssen.“

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