Management Peinliches Ranking: Deutsche Mittelständler geben Frauen kaum eine Chance

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Ist Deutschland ein modernes Land? Nutzt es seine Talente? Laut einer neuen Studie lässt die mittelständische Wirtschaft zumindest die weibliche Leistungskraft weitgehend ungenutzt. Nur in einem der 35 untersuchten Länder sind die Karrierechancen für Frauen noch schlechter.

Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland gehören nach einer aktuellen Studie bei den Karrierechancen für Frauen weltweit zu den Schlusslichtern. Nur 14 Prozent der Führungspositionen seien mit Frauen besetzt, heißt es in einer am Freitag von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton veröffentlichten Studie. Fast zwei Drittel der Mittelständler hätten überhaupt keine weiblichen Manager in Führungspositionen. Schlechter schneide unter den 35 weltweit untersuchten Ländern nur noch Japan ab.

Für die Untersuchung wurden in 35 Ländern insgesamt 5400 Frauen und Männer in Führungspositionen von mittelständischen Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern befragt. Danach kamen die Verfasser der Studie zu dem Ergebnis: „Alle Diskussionen zur beruflichen Gleichstellung haben in Deutschland wenig gebracht.“ Seit Beginn der alljährlichen Untersuchung über „Frauen im Management“ im Jahr 2004 habe sich nichts am schlechten Abschneiden des deutschen Mittelstands geändert.

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Kampf gegen Vorurteile

Rund drei Viertel der befragten Führungskräfte in deutschen Unternehmen sehen nach wie vor Hürden für Frauen, die in Topjobs aufsteigen wollen. Zu den größten Hindernissen zählen aus Sicht der befragten Managerinnen Elternschaft sowie das Fehlen von Strukturen, die Frauen unterstützen. Fast jede zweite weibliche Führungskraft nannte aber auch Vorurteile als Hinderungsgrund für den Aufstieg.

Die größten Fortschritte beim Thema Karrierechancen für Frauen machten der Untersuchung zufolge in den vergangenen Jahren Frankreich und Spanien. In Frankreich seien inzwischen 33 Prozent der Führungspositionen in mittelständischen Unternehmen von Frauen besetzt. In Spanien habe sich der Anteil weiblicher Führungskräfte seit 2004 fast verdoppelt – von 14 auf 26 Prozent. Verantwortlich dafür ist nach Einschätzung von Heike Wieland-Blöse, Vorstand bei Warth & Klein Grant Thornton, nicht zuletzt die in diesen Ländern eingeführte Frauenquote. Sie habe offensichtlich dazu geführt, „dass sich die Karrierechancen von Frauen insgesamt verbessert haben“.

2 Kommentare
  • Dr. Goslar 2. Mai 2015 12:50

    Dr. Böhm hat recht mit seinen Beispielen,… würde mein ehemaliger Chef jetzt sagen. Aber es geht ja im Artikel (und ganz generell) um Führungspositionen im Mittelstand, nicht um Ausbildungsplätze oder Stellen für Reinigungskräfte.

    Und da gibt es wohl ohne Zweifel noch sehr viel Nachholbedarf und von alleine wird sich in den Köpfen vieler Silverager die an den Schalthebeln im Mittelstand sitzen nichts ändern. Die Politik ist gefragt!

  • Dr. Böhm 8. März 2015 20:32

    Deutsche Mittelständler geben Frauen kaum eine Chance?
    Wir haben einen Sekretär/-rin gesucht – Frau eingestellt
    Wir haben eine Reinigungskraft m/w gesucht – Frau eingestellt
    Sonst haben wir (abgesehen von der rumänischen Bewerberin, die im Vorstellungsgespräch angab eigentlich aus dem Kosovo zu stammen, jedoch einen rumänischen Pass besitzt und ihre Qualifikation sei: mache alles) 100% aller Frauen die sich auf irgendeine Stelle beworben haben eingestellt.
    Nun kommt das Rätsel: Wieviele Frauen arbeiten in unserem Betrieb?
    Ganz einfach: 2. Die Sekretärin und die Putzfrau. Auf Stellenangebote mit anderer Qualifikation haben sich 2 Auszubildende zur Feinwerkmechanikerin beworben, eine brach die Lehre ab (schob eine Nickelallergie vor), die 2. beklagte, daß sie das Arbeiten mit so vielen Menschen nicht gewohnt sei und führte die Ausbildung an einem Institut weiter.

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