Arbeitszufriedenheit Jeder vierte Angestellte zählt zu den Sklaven

Auch wenn solche Ketten in deutschen Betrieben nicht üblich sind: Bei jedem vierten Angestellten ist die Arbeitszufriedenheit so niedrig, dass die Studienautoren ihn als "Sklave" klassifizieren.

Auch wenn solche Ketten in deutschen Betrieben nicht üblich sind: Bei jedem vierten Angestellten ist die Arbeitszufriedenheit so niedrig, dass die Studienautoren ihn als "Sklave" klassifizieren.© Asmus Koefoed / Fotolia.com

Eine Studie zur Arbeitszufriedenheit deutscher Angestellter zeichnet ein düsteres Bild: Bei vielen sorgen Arbeitsinhalte und Verdienst für mehr Frust als Lust.

Wie glücklich sind Deutschlands Angestellte in ihrem Job? Dieser Frage ist eine Online-Umfrage nachgegangen, bei der 1519 Teilnehmer Auskunft gaben. Das Ergebnis: Todunglücklich sind die Arbeitnehmer im Durchschnitt zwar nicht mit ihrem Job, aber eben auch nicht gerade überglücklich.

Auf einer Skala von ausgesprochen unzufrieden (-5) bis ausgesprochen zufrieden (+5) liegt die durchschnittliche immaterielle Zufriedenheit, beispielsweise mit den Arbeitsinhalten und dem Führungsstil des Chefs, bei +0,25. Nur wenig rosiger fällt die Bewertung der materiellen Zufriedenheit aus, etwa in Bezug auf Gehalt und Sozialleistungen: Sie beträgt +0,59 Punkte.

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Von Superstars und Söldnern, Sklaven und Surflehrern

Um differenzierte Einsichten zu erlangen, haben die Studienautoren eine Typologie der Arbeitszufriedenheit entwickelt, die die immaterielle und die materielle Zufriedenheit der Befragten berücksichtigt. Hierbei unterscheiden sie folgende Typen:

  • Die „Superstars“ sind sowohl materiell zufrieden, als auch immateriell. Der Anteil dieser wunschlos Glücklichen beläuft sich in der Untersuchung auf 36,9 Prozent.
  • In die zweite Gruppe, die „Söldner“, fallen 18,5 Prozent der Teilnehmer. Diese Angestellten sind zwar mit ihrem Gehalt einverstanden, glücklich macht ihr Job sie aber nicht.
  • Ganz anders die „Surflehrer“: Ihre Arbeit macht ihnen Spaß, das Materielle allerdings bereitet ihnen Bauchschmerzen. 12,6 Prozent der Teilnehmer zählen zu diesem Typ Arbeitnehmer.
  • 24,9 Prozent der Teilnehmer schließlich zählen zu den „Sklaven“: unglücklich mit allen Facetten ihres Jobs, sowohl materiell, als auch immateriell.

Angestellte fühlen sich unterfordert

Insgesamt sorgt also bei mehr als 70 Prozent der Angestellten mindestens ein Aspekt ihrer Arbeit für Frust. Frauen sind hierbei etwas unzufriedener als Männer – das gilt in Bezug auf die Arbeitsatmosphäre, aber auch für den Verdienst. Zudem werden die deutschen Angestellten offenbar altersmilde: Die Über-55-Jährigen bewerteten ihre Arbeit in beiden Dimensionen deutlich positiver als die 26- bis 35-Jährigen.

„Es hapert vor allem an der Atmosphäre am Arbeitsplatz. Dies zeigen nicht nur die Zahlen, sondern vor allem die Angaben, die bei den Freitextantworten gegeben wurden. Insbesondere die Verhaltensweise des direkten Vorgesetzten wird kritisiert“, sagt Martin-Niels Däfler, Professor für Kommunikation an der Hochschule für Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt/Main. Däfler hat die Befragung gemeinsam mit dem Social-Media-Recruiting-Experten Ralph Dannhäuser durchgeführt.

Diese Ergebnisse decken sich mit denen einer kürzlich veröffentlichte Studie zur Führungskompetenz, in der eine extrem kritische Sicht der deutschen Angestellten auf ihre Vorgesetzten deutlich wurde. Einen ersten Anhaltspunkt für mögliche Gründe liefert nun die „Glücklich im Beruf“-Studie: 31,2 Prozent der Teilnehmer gaben an, sie seien unterfordert. Hingegen klagten nur 8,4 Prozent über Überforderung. Vielleicht sollten Chefs ihren Angestellten einfach ein bisschen mehr zutrauen.

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2 Kommentare
  • Martin S. 29. April 2016 10:48

    Sklaverei?
    Ich finde es eine geschmacklose Entgleisung die Unzufriedenheit unterforderter Arbeitnehmer mit Sklaverei gleichzusetzen. Sehen Sie sich einmal die unglaublichen, menschenunwürdigen Lebensbedingungen echter Sklaven heute, z.B. in Indien, Nordkorea oder Thailand an. Oder die Bedingungen im Mittelalter bei uns, in USA im 18. Jahrhundert oder im alten Rom an. All diesen Menschen wurde das Leben schlechthin verwehrt und nur ihre Arbeitskraft zählte. Diese begrifflich mit Arbeitnehmern in unserer Vollkaskogesellschaft auf eine Stufe zu stellen tut diesen Menschen in schamloser Weise unrecht.
    Ansonsten mag in der Studie viel Wahrheit stecken. Baustellen gibt es natürlich auch in unserem System noch reichlich.

  • Arne 29. April 2016 09:01

    Das so etwas zum Thema wird…..
    Da brauchern Herr Dafler und Herr Dannheuser wohl etwas kostenlose Werbung für ihr Buch, weil sie es in Ihrem Job zu nix bringen….
    Wer 13 Monte braucht um 1519 Leute anonym und online zu befragen, na ja.., , ach übrigens es gibt in Deutschland über 40 Millionen Beschäftigte !!
    Da wird nun die Meinung von 0,000038 % der Beschäftigten als Algemeingut „verkauft“.
    Statistisch korrekt ist was anderes !
    Mein Fazit, wertlos, haltlos, nutzlos ABER MITTEN IM MAINSTREAM !!!

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