Bertelsmann-Studie Was Ihren Mitarbeitern Arbeit bedeutet

Die Mehrheit der Arbeitnehmer würde auch dann noch zur Arbeit gehen, wenn sie 10 Millionen Euro im Lotto gewinnen würden.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer würde auch dann noch zur Arbeit gehen, wenn sie 10 Millionen Euro im Lotto gewinnen würden.© ffischer / photocase.de

Würden Sie Ihren Job aufgeben, wenn Sie im Lotto gewinnen würden? Wie Arbeitnehmer in einer aktuellen Studie auf diese Frage geantwortet haben – und was ihnen am wichtigsten im Hinblick auf Job und Arbeitgeber ist.

Die Mehrheit der Arbeitnehmer würde trotz eines Lottogewinns weiter arbeiten. Das ergab eine am Freitag vorgestellte repräsentative Studie der Bertelsmann-Stiftung, für die bundesweit 1062 Erwerbstätige zwischen 18 und 60 befragt worden waren. Lediglich jeder Fünfte würde bei einem unverhofften Geldregen seinen Job an den Nagel hängen.

Deutliche Unterschiede gibt es dabei zwischen Männern und Frauen. Fast 60 Prozent der Frauen, aber nur gut 50 Prozent der Männer würden weiterarbeiten wollen. Auch das Alter spiele eine Rolle: Mit zunehmendem Alter sinkt der Studie zufolge die Motivation, weiterhin seinen Job zu machen. Unter den 50 bis 60-Jährigen würden das nur noch 43 Prozent der Befragten tun, fast ein Drittel würde dagegen sofort kündigen. Unter den 18-29-Jährigen wollen immerhin 66 Prozent auf jeden Fall trotzdem weiter zur Arbeit gehen, nur 13 Prozent lehnen dies ab.

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Zufrieden mit der Arbeit?

Unterschiede gibt es auch je nach Bildungsniveau: Personen mit einem hohen Bildungsniveau wollen deutlich häufiger im Job bleiben (64 Prozent) als Personen mit einem geringen Bildungsniveau (45 Prozent). Fast 40 Prozent der Befragten würden allerdings ihrem bisherigen Arbeitgeber Tschüss sagen und eine neue Stelle antreten. Das gilt besonders für diejenigen, die unzufrieden mit ihrer Arbeitssituation sind.

Hauptgründe für die Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeitsstelle sind das Einkommen, ein negatives Arbeitsklima, Stress und unzureichende Entwicklungsmöglichkeiten. Deutlich höher ist die Unzufriedenheit bei Personen, die ihre eigene finanzielle Lage als schlecht bewerten.

Welche Rolle die empfundene Gerechtigkeit beim Gehalt spielt

Gut die Hälfte der Befragten, die bis zu 1000 Euro im Monat verdienen, beurteilt ihr Einkommen als ungerecht. Bei Befragten mit einem Einkommen ab 3000 Euro fühlen sich hingegen nur 11 Prozent ungerecht bezahlt. Die empfundene Gerechtigkeit der Bezahlung ist ein wesentlicher Faktor, der sich auf die Zufriedenheit mit der eigenen Arbeitsstelle auswirkt. Beschäftigte, die ihre Bezahlung als gerecht empfinden, sind auch eher mit ihrer Arbeitsstelle zufrieden.

Was Arbeitgeber bieten sollten

Ein sicherer Arbeitsplatz ist sowohl für Männer (61 Prozent), als auch für Frauen (70 Prozent) die mit Abstand das Wichtigste, was Arbeitgeber bieten sollten. Ebenfalls wichtig: Eigenständig und selbstbestimmt zu arbeiten und eigene Ideen einbringen zu können (Platz 2) sowie individuelle Arbeitszeiten (Platz 3). Erst an fünfter Stelle steht der Wunsch nach einem hohem Einkommen (31 Prozent).

Was sich Arbeitnehmer wünschen

Nach der Arbeit will die Mehrheit der Beschäftigten nicht mehr an die Arbeit denken (61 Prozent). Auch die Möglichkeiten, sich regelmäßig weiterbilden zu können und Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, stehen auf der Wunschliste der Deutschen weit oben (57 Prozent). Personen unter 40 Jahren legen vor allem Wert auf attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten und die Option, Arbeitszeiten flexibel gestalten zu können. Älteren Personen zwischen 40 und 60 Jahren sind hingegen Vorsorgeleistungen für die Gesundheit wichtiger.

Umziehen für den Job?

Nur gut ein Viertel der befragten Personen würden für eine gute Arbeitsstelle einen geliebten Wohnort (27 Prozent) oder ein geliebtes Hobby (22 Prozent) aufgeben. Nur 7 Prozent wären bereit, unter der Woche auf die Familie oder den Partner zu verzichten. 18- bis 29-Jährige sind dabei noch am ehesten gewillt, den Wohnort zu wechseln, und tendenziell auch eher bereit, außerhalb der Arbeit erreichbar zu sein und E-Mails zu lesen.

Weiterbildung

Drei Viertel der Befragten halten es für notwendig, in jedem Alter für den Beruf dazu zu lernen. Nur wenige Arbeitnehmer kümmern sich jedoch aktiv selbst um Weiterbildungsmöglichkeiten (41 Prozent). Die Mehrheit (64 Prozent) sieht stattdessen den Arbeitgeber in der Pflicht, für entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen zu sorgen.

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