Führungsfehler 10 Fehler, mit denen Chefs ihre besten Mitarbeiter vergraulen

Die totale Überwachung: Chefs, die alles kontrollieren, vergraulen ihre besten Mitarbeiter. Daher ist Mikro-Management einer der zehn fatalen Führungsfehler.

Die totale Überwachung: Chefs, die alles kontrollieren, vergraulen ihre besten Mitarbeiter. Daher ist Mikro-Management einer der zehn fatalen Führungsfehler.© fult / photocase.de

Es gibt viele Gründe zu kündigen. Doch Mitarbeiter verlassen häufig nicht ihren Job - sondern den Chef. Wer seine Mitarbeiter nicht vergraulen will, sollte die folgenden Führungsfehler vermeiden.

Schlechte Bezahlung, nervige Kollegen oder Langeweile im Job: Es gibt viele Gründe, den Job zu kündigen. Doch wenn ein Mitarbeiter kündigt, verlässt er häufig nicht seinen Job – sondern den Chef. Jeder zweite Arbeitnehmer hat schon einmal wegen seines Chefs gekündigt, ergab die Studie „Deutschland Deutschland führt?“ von Information Factory, Stellenanzeigen.de und Personalwirtschaft.

Gute Mitarbeiter zu verlieren, kann ein großes Risiko für Unternehmen sein. Denn eine Nachbesetzung dauert lange, die Einarbeitung kostet viel Geld und wichtige Projekte können sich verzögern. Haben Sie in Ihrem Unternehmen eine hohe Fluktuation? Dann sollten Sie diese zehn Fehler vermeiden, damit Ihr Team möglichst lange bei Ihnen bleibt und Ihre besten Mitarbeiter nicht zur Konkurrenz wechseln.

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1. Sich erst dann melden, wenn etwas nicht läuft

Chefs sollten sich auch dann mal zeigen, wenn es gerade kein akutes Problem gibt. Denn wer nur in seinem Elfenbeinturm sitzt, bekommt nicht mit, was in der Firma los ist. Geht es Ihren Mitarbeitern eigentlich gut? Was machen die überhaupt den ganzen Tag? Lassen Sie sich regelmäßig mal bei Ihrem Team blicken und kommen Sie nicht erst im Büro vorbei, wenn die Zahlen nicht stimmen.

2. Seine Mitarbeiter überfordern

Viele Chefs verwechseln Überstunden mit Produktivität. Sie loben Mitarbeiter, die noch spät an ihren Schreibtischen sitzen und regelmäßig länger bleiben. Wenn ein wichtiges Projekt ansteht, kann es natürlich vorkommen, dass Mitarbeiter lange im Büro bleiben – das kann ein Team auch zusammenschweißen. Doch ein guter Chef achtet auf seine Mitarbeiter und sorgt dafür, dass sie sich nicht überarbeiten. Denn das führt nur zu Krankheit und chronischem Stress.

Google schenkt seinen Mitarbeitern beispielsweise 20 Prozent der Arbeitszeit für private Projekte. Wer nicht die ganze Zeit unter Druck steht ist produktiver und ausgeglichener als jemand, der von einer stressigen Aufgabe in die nächste stolpert.

3. Seine Mitarbeiter unterfordern

Schlimmer als zu viel Stress ist eigentlich nur zu viel Langeweile. Denn Unterforderung führt zu Demotivation und Herausforderungen sind wichtig für gute Ideen. Sie sollten also darauf achten, dass sich Ihre Mitarbeiter nicht dauerhaft unterfordert fühlen.

4. Unverbindlich sein

Chef sein bedeutet Entscheidungen zu treffen – auch schwierige. Doch viele Chefs wollen sich nicht festlegen, sich alle Optionen offen halten und es allen recht machen. Sprechen Sie aus, was Sie von Ihrem Team erwarten. Formulieren Sie feste Ziele und reden Sie nicht schwammig drumherum. Seien Sie verbindlich, verlässlich und konsequent.

5. Keinen Raum für eigene Ideen lassen

Gute Mitarbeiter brauchen auch Platz zur Entfaltung – denn nicht nur die Ideen des Chefs sind gut. Hören Sie Ihren Mitarbeitern zu und nehmen Sie die Ideen ernst. Wenn Sie die Idee Ihrer Mitarbeiter auf Dauer ignorieren, werden sie irgendwann aufhören mitzudenken und nur noch Dienst nach Vorschrift machen. Oder gleich ganz gehen.

6. Keine Wertschätzung zeigen

Wertschätzung und Lob sind wichtig für die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Sie sollten sich aber bewusst sein, dass jeder Mitarbeiter durch eine andere Art der Wertschätzung motiviert wird: Der eine freut sich über einen Bonus oder mehr Verantwortung, der andere zieht besonders viel aus einem Lob im Beisein des ganzen Teams. Zeigen Sie Ihre Anerkennung.

7. Regeln, Regeln, Regeln

Musik hören im Büro – verboten, Homeoffice – verboten, private Nachrichten – verboten, Urlaubsbilder auf dem Schreibtisch – verboten. Gute Mitarbeiter wissen, wie sie produktiv und erfolgreich arbeiten. Sie brauchen ihnen nicht vorzuschreiben, wann sie Pausen einzulegen haben, ob sie leise oder mit Musik arbeiten oder ob sie ihr Büro mit 35 verschiedenen Grünpflanzen in einen Dschungel verwandeln. Lassen Sie Ihren Mitarbeitern genug Freiheiten, dann werden sie auch mit Spaß an die Arbeit gehen.

8. Ziele sind Geheimsache

In einem Unternehmen werden viele Entscheidungen gefällt: Preise werden erhöht, Mitarbeiter entlassen, Projekte eingestellt. Natürlich muss ein Chef nicht jede Entscheidung vor seinem Team rechtfertigen. Doch wenn Sie die Hintergründe von Entscheidungen erklären, werden auch unpopuläre Entscheidungen nachvollziehbar. Gute Mitarbeiter wollen wissen, wohin die Reise geht und warum es sich lohnt, für etwas zu arbeiten. Lassen Sie Ihre Mitarbeiter das große Ganze sehen.

9. Keine Verantwortung übernehmen

Chefs tragen die Verantwortung – das ist ihre Hauptaufgabe. Wenn etwas im Team schief läuft, darf ein guter Chef die Schuld nicht immer nach unten abwälzen, sondern muss sie selbst tragen.

10. Mikro-managen

Für viele Arbeitnehmer gibt kaum etwas Demotivierendes, als einen Mikro-Manager als Chef zu haben. Mikro-Manager verteilen zwar Aufgaben an das Team, kontrollieren aber jeden einzelnen Schritt nach und machen so klar: Dem Mitarbeiter kann man nicht vertrauen. Solche Chefs geben nicht nur das Ziel vor, sondern auch den Weg dahin. Das frustriert und demotiviert. Statt Kontrolle ist also Delegieren angesagt.

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