Kreativitätskiller Mit diesen Fehlern blockieren Sie die Kreativität Ihrer Mitarbeiter

Top oder Flop? Bei Kreativmeetings sollten Sie Ihre Mitarbeiter zu verrückten Ideen motivieren, anstatt sie zu kritisieren.

Top oder Flop? Bei Kreativmeetings sollten Sie Ihre Mitarbeiter zu verrückten Ideen motivieren, anstatt sie zu kritisieren.© nailiaschwarz / Photocase

Sie wollen die bestmöglichen Ideen aus Ihren Mitarbeitern herauskitzeln? Dann sollten Sie diese Fehler vermeiden - sie sind echte Kreativitätskiller! Plus: 3 verbotene Sätze bei der Ideenfindung.

Es ist nicht einfach, eine gute Idee für ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung zu entwickeln. Daher kann es sich lohnen, die Mitarbeiter in die Ideenfindung mit einzubeziehen: Das bringt andere Sichtweisen – und somit andere Ideen. Wenn man die Sache jedoch falsch anpackt, versiegt der Strom der Ideen auch in der Gruppe schnell. Die folgenden sechs Fehler werden in der Ideenfindungsphase zu echten Kreativitätskillern.

Vorschnell Kritik üben

Im Kreativmeeting ist es schnell passiert: Sie kritisieren die Idee Ihres Mitarbeiters. „Das funktioniert niemals!“ oder „Das ist aber eine bescheuerte Idee!“ Halten Sie sich mit solchen Aussagen zurück und hören Sie sich zunächst die Vorschläge Ihrer Mitarbeiter an. Motivieren Sie sie dazu, verrückte Ideen zu haben. Für die Bewertung der Ideen ist später noch genug Zeit. Üben Sie vorzeitig Kritik an Ihren Mitarbeitern, überlegen sie es sich bei der nächsten Idee drei Mal, ob sie überhaupt von ihrem Einfall erzählen.

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Erfolgsdruck aufbauen

„Wir brauchen schnell eine gute Idee und keinen Mist“ – diese Aussage bewirkt genau das Gegenteil: Erfolgsdruck ist in der kreativen Phase fehl am Platz, weiß Pakulat. Sehen Sie ein, dass es mehrere Schritte bis zum Erfolg braucht und dass Sie Teil eines Teams sind. Ansonsten blockieren Sie die Kreativität Ihrer Mitarbeiter, statt diese zu fördern.

Das Team unter Zeitdruck setzen

Auch Zeitdruck hemmt die Kreativität enorm. „Die Idee muss übermorgen auf meinem Schreibtisch liegen“ – lassen Sie solche Sprüche. Denn damit setzen Sie Ihre Mitarbeiter unter enormen Druck, und unter Druck kann niemand konzentriert arbeiten und innovative Ideen entwickeln. Ob Sie Ihren Mitarbeitern eine Deadline vorgeben wollen oder vielleicht müssen, hängt ganz von der Größe der Aufgabe ab. „Eine gute Idee für eine Weihnachtsfeier zu haben ist keine riesige Aufgabe und hat natürlich eine Deadline“, nennt Pakulat als Beispiel. „Wenn Sie aber bei BMW arbeiten und über ein neues Modell nachdenken sollen, das in zehn Jahren auf den Markt kommen soll, ist erst einmal keine richtige Deadline gegeben.“

Um ohne Zeitdruck intensiv an einer Idee arbeiten zu können, schlägt der Experte vor, ein oder zwei Mitarbeiter für etwa zwei Tage aus dem alltäglichen Geschäft herauszunehmen. Sie sollen raus in die Natur gehen und sich ohne Zwang mit dem Thema beschäftigen. „Dabei ist es nicht wichtig, ob sie mit einer Lösung zurückkommen“, meint Pakulat. Bei kleineren Unternehmen reiche auch eine Person in der Woche.

In ein enges Korsett zwängen

Zu viele Rahmenbedingungen wie ein Kostenbudget, hohes Potenzial, starke Leuchtkraft, Umsetzbarkeit, Relevanz und Innovation gehören nicht in die Phase der Ideenfindung. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern zu viele Parameter vorgeben, fühlen sie sich eingeengt. Ein No-Go ist auch die Aussage: „Es soll zur Marke passen“ – das sei irreführend, meint Pakulat. „Besser ist eine breitere Herangehensweise und nach der Ideenfindung wird dann aussortiert, was vielleicht doch nicht so ins Konzept passt.“ Verschonen Sie Ihre Mitarbeiter daher mit Ihren Traumvorstellungen der perfekten Idee und nennen Sie so wenige Parameter wie möglich.

Mit Hierarchien einschüchtern

Bei Kreativmeetings kann die bloße Anwesenheit des Chefs dafür sorgen, dass der Strom kreativer Ideen versiegt. Die Mitarbeiter trauen sich nicht, einfach mal rumzuspinnen – aus Angst, ihre Ideen könnten das Missfallen des Vorgesetzten erregen. „Ein dominanter Vorgesetzter sollte vielleicht gar nicht an diesem Meeting teilnehmen“, rät Pakulat. Ist der Vorgesetzte dabei, sollte er für eine lockere Atmosphäre sorgen und Mut machen, verrückten Ideen freien Lauf zu lassen.

Mit Alternativen verwirren

Klar, natürlich gibt es Alternativen, die gibt es immer. Doch die müssen Sie Ihren Mitarbeitern nicht gleich bei der Ideenfindung unter die Nase reiben. Hören Sie sich die Vorschläge erst einmal an; vielleicht entdecken Sie gemeinsam Potenziale und können Ideen weiterentwickeln. Lassen Sie zu, das Mögliche zu entdecken.

Die drei verbotenen Sätze

„Kennen wir schon!“, „Hatten wir schon!“, „Hat noch nie funktioniert!“ – Während der Ideenfindungsphase sollten Sie diese drei Sätze möglichst niemals zu Ihren Mitarbeitern sagen, rät Pakulat: „Unsere heutige Welt ist von so viel Innovation und Erfindungen geprägt, dass eine Idee, die vor einer Stunde noch unrealistisch erschien, jetzt doch realistisch wird.“


In unserer Serie „Kreativ denken“ erklärt Kreativcoach Peter Pakulat, wie Sie Ihre eigene Kreativität zum Fließen bringen – und wie Sie dazu beitragen können, dass Ihre Mitarbeiter vor guten Ideen übersprudeln. Lesen Sie auch:

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