Unpünktliche Mitarbeiter So gehen Sie mit Zu-spät-Kommern um

Alle sind da - nur einer fehlt mal wieder. Wenn Mitarbeiter ständig zu spät kommen, nervt das nicht nur. Auch die Abläufe geraten ins Stocken. So sorgen Sie dafür, dass pünktlich alle vollzählig sind.

Alle sind da - nur einer fehlt mal wieder. Wenn Mitarbeiter ständig zu spät kommen, nervt das nicht nur. Auch die Abläufe geraten ins Stocken. So sorgen Sie dafür, dass pünktlich alle vollzählig sind. © sör alex / photocase.de

Kennen Sie das? Sitzungen, die wieder erst um fünf nach anfangen, weil Kollege XY noch kurz ans Telefon musste? Unpünktliche Mitarbeiter (und ihre Ausreden) sind die Pest. So reagieren Sie sinnvoll.

„Sorry, ich habe gerade noch einen wichtigen Anruf bekommen.“

„Entschuldigung, aber der Drucker hat nicht gedruckt.“

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„Ups, Sie haben schon angefangen?“

Oder auch ganz dreist: „Tschuldigung, ich brauchte noch ’nen Kaffee.“

Chronische Zu-spät-Kommer nerven nicht nur. Durch sie verschiebt sich häufig der ganze Ablauf im Betrieb, weil alle Besprechungen zu spät anfangen und zu spät enden. Einer trödelt, alle anderen müssen warten.

Die Aufgabe als Führungskraft ist es, alle Mitarbeiter zu disziplinieren, pünktlich zu sein. Wie aber gelingt das?

1. Seien Sie ein Vorbild

Sie sind der Leitwolf in Sachen Besprechungskultur. Wer als Führungskraft häufig erst nach Dienstbeginn eintrudelt oder bei Meetings gerne den vielbeschäftigten Chef gibt, der zehn Minuten zu spät reingestürmt kommt, weil er ach-so-wichtige andere Aufgaben hatte, der demotiviert seine Mitarbeiter nicht nur. Er motiviert sie auch: nämlich dazu, sich ganz genauso zu verhalten.

2. Machen Sie Ihre Erwartungshaltung klar

Für Sie mag es selbstverständlich sein, dass man pünktlich zu Verabredungen kommt. Dies gilt jedoch nicht für jeden. Machen Sie daher ganz unmissverständlich und von Beginn an klar, dass Sie Pünktlichkeit erwarten. Wer seine Werte und Erwartungen ganz deutlich formuliert hat, kann viel klarer reagieren, wenn gegen diese Erwartung verstoßen wird. Dann ist allen Mitarbeitern klar, dass sie mit Konsequenzen rechnen müssen, falls sie sich nicht an die Abmachung halten.

3. Starten Sie pünktlich

Senden Sie ein Signal, indem Sie das Meeting beginnen, auch wenn noch jemand fehlt. So machen Sie unmissverständlich klar: Unpünktlichkeit wird nicht akzeptiert.

4. Reagieren Sie aufs Zu-spät-Kommen

Viele Führungskräfte neigen dazu, den Zu-spät-Kommer einfach zu ignorieren – um die Besprechung nicht zu unterbrechen. Spätestens im Wiederholungsfall sollte es aber eine klare Reaktion geben. Eine Bestrafung kann anfangs durchaus noch humorvoll sein. Etwa: „Ah, da haben wir ja schon jemanden, der heute das Protokoll führt.“ Bleiben Sie bei erstmaligem Zu-spät-Kommen locker, machen Sie aber deutlich, dass Sie die Verspätung registriert haben.

5. Sprechen Sie unter vier Augen

Wer auf solche kleine Spitzen nicht reagiert, der braucht erneut eine klarere Ansage. Sprechen Sie mit dem Mitarbeiter und machen Sie – zu diesem Zeitpunkt noch freundlich – erneut Ihre Erwartungshaltung deutlich: „Es ist wichtig, dass Sie pünktlich sind.“

6. Bleiben Sie am Ball

Ändert der Mitarbeiter sein Verhalten nicht, wird es Zeit für ein Kritikgespräch: Machen Sie Ihren Ärger deutlich. „Ich erwarte, dass sich Ihr Verhalten ändert.“ Und machen Sie Ihrem Mitarbeiter klar, dass er nun unter Beobachtung steht. Wichtig: Rechnen Sie damit, dass der Mitarbeiter seine Unpünktlichkeit abstreitet. Sie sollten daher konkrete Situationen nennen können, in denen Sie oder andere Mitarbeiter auf den Kollegen warten mussten.

7. Ziehen Sie Konsequenzen

Wer immer noch nicht pünktlich sein kann, muss nun in einem zweiten Kritikgespräch mit ernsteren Konsequenzen rechnen. Das kann ein Eintrag in die Personalakte sein. Wer nicht so formalistisch sein möchte, dem bieten sich andere Möglichkeiten. Kommt ein Mitarbeiter etwa zu Projektbesprechungen immer wieder zu spät, kann man ihn aus diesem Projekt ausschließen. Wichtig ist, dies zu erörtern: „Sie nehmen diese Arbeit offensichtlich nicht wichtig genug.“ Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass der Mitarbeiter bei dem Projekt gern dabei wäre und die Alternativaufgabe weniger attraktiv findet.

8. Der Abmahnungsweg

Hilft das alles nicht, bleibt nur der Weg der Abmahnung. Wann eine Abmahnung gerechtfertigt ist und wie man sie richtig ausspricht, lesen Sie hier.

2 Kommentare
  • Gianfranco 21. Juni 2016 07:54

    Alles klar. Aber wie soll man vorgehen wenn der Chef ständig zu spät kommt?

    • Alexander Ott 22. Juni 2016 12:47

      Wie wäre es mit „Hallo Chef, entschuldigen Sie, wir haben schon mal angefangen, damit wir auch sicher mit allen wichtigen Punkten durchkommen…“

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