Wünsche von Mitarbeitern Wer steht Innovationen im Weg? Der Chef!

Wer ein vierblättriges Kleeblatt findet, hat einen Wunsch frei. Vielen Mitarbeitern reicht das nicht - sie haben gleich mehrere.

Wer ein vierblättriges Kleeblatt findet, hat einen Wunsch frei. Vielen Mitarbeitern reicht das nicht - sie haben gleich mehrere.© jarts / photocase.de

Wie fördert man Innovationskraft? Viele Mitarbeiter wollen kreativ sein - sehen sich aber von oben daran gehindert. Eine neue Studie zeigt, was sie sich wünschen, um bessere Ergebnisse erzielen zu können.

Anwesenheitskultur und 40-Stunden-Verträge, klare Hierarchien und starre Arbeitsabläufe sind in vielen deutschen Firmen bewährter Standard. Viele sind mit dieser Unternehmenskultur erfolgreich auf ihrem Markt. Aber wie geht es den Mitarbeitern in diesen Betrieben?

Das hat die Personalberatung Hays gemeinsam mit der TU München, der Gesellschaft für Wissensmanagement und der Zukunftsallianz Arbeit & Gesellschaft untersucht. Rund 1200 Berufstätige zwischen 16 und 65 Jahren aller Unternehmensgrößen wurden gefragt, was sie sich wünschen, um kreativer arbeiten zu können.

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Mitarbeiter wünschen sich mehr Freiheit.

Mit einem klaren Ergebnis: Bei der großen Mehrheit der Befragten sind viele Wünsche offen. Zwei von drei Mitarbeitern wünschen sich mehr Freiheit und Souveränität im Unternehmen. Dazu gehört die Möglichkeit, auch außerhalb des Büros zu arbeiten, Arbeitszeiten flexibel bestimmen zu können und „im Job man selbst zu bleiben“, also zum Beispiel keine Vorschriften für den Kleidungsstil zu bekommen. Alarmierend außerdem: Insbesondere der Chef wird als Problem angesehen – nämlich als größtes Innovationshindernis im Unternehmen.

Gleichzeitig erwarten die Mitarbeiter mehr Mut zu einer Experimentierkultur im Unternehmen. Denn nur wer ausprobiert, wie Job und Freizeit besser miteinander vereinbart werden können, kann dies auch erreichen. Dieser Wunsch besteht über alle Altersgruppen hinweg, aber überraschenderweise verstärkt bei den älteren Arbeitnehmern, während die Jüngeren mehr auf Sicherheit setzen, oft aus familiären Gründen. Wünsche ändern sich eben mit dem Alter.

Mitarbeiter wünschen sich mehr Mitbestimmungsrechte.

Laut der Studie wären sogar drei von vier Mitarbeitern motivierter bei der Sache, wenn sie mehr Mitbestimmungsrechte hätten. Das gilt für das Mitspracherecht bei Produktentwicklungen bis hin zu unternehmerischen Entscheidungen. 80 Prozent der Befragten sind sicher, dass mehr direkte Demokatie im Betrieb sogar zu einer höheren Produktivität im Unternehmen führen würde.

Viel Verbesserungspotenzial sehen die Befragten auch beim Thema Führung. Vier von zehn Berufstätigen finden, dass Führungskräfte Veränderungen blockieren und keine neue Ideen zulassen. 85 Prozent der Befragten möchten daher Führungskräfte, die sie als schlecht einschätzen, abwählen können. Ein Wunsch, den wohl die wenigsten Unternehmer ihren Mitarbeitern erfüllen werden. Aber gleichzeitig eine harte Kritik am Chef, die nachdenklich stimmt.

Insgesamt macht die Studie deutlich: Viele Mitarbeiter haben ein großes Interesse an Innovation im Unternehmen. Nun ist es an den Chefs, diese Motivation zu kanalisieren und für den Betrieb zu nutzen. Damit das gelingt, müssen sie auch bereit sein, „klassische“ Chef-Rollen aufzugeben und mehr Demokratie zu wagen.

1 Kommentar
  • Verena Czerny 6. Oktober 2016 14:03

    Über Mitarbeiterbeteiligung bei anstehenden Veränderungen können Chefs die Motivation und den Gestaltungswillen der Mitarbeiter kanalisieren. Wenn Mitarbeiter in Innovationsprozesse eingebunden werden, dann spricht daraus auch Wertschätzung. Davon profitiert das Unternehmen dann doppelt.

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