Zufriedenheit im Job Jung oder alt – wer ist motivierter?

Kolleginnen bei der Arbeit: Nur 32 Prozent der 21- bis 30-Jährigen bezeichnen sich als hoch motiviert, bei den 61-Jährigen oder älteren sind es 40 Prozent.

Kolleginnen bei der Arbeit: Nur 32 Prozent der 21- bis 30-Jährigen bezeichnen sich als hoch motiviert, bei den 61-Jährigen oder älteren sind es 40 Prozent.© Photographee.eu / Fotolia.com

Die meisten Beschäftigten gehen laut einer Studie motiviert zur Arbeit. Doch es zeigt sich: Zufriedenheit im Job ist auch eine Frage des Alters.

Ältere Arbeitnehmer sind einer Untersuchung zufolge im Job oft mit mehr Herzblut bei der Sache als ihre jüngeren Kollegen. Während nur 26 Prozent der unter 20-Jährigen und 32 Prozent der 21- bis 30-Jährigen angaben, „hochmotiviert“ bei der Arbeit zu sein, lag der Anteil der 61-Jährigen oder älteren Beschäftigten bei 40 Prozent. Dies ist ein Ergebnis der am Donnerstag veröffentlichten „Jobstudie 2015“ der Beratungsfirma Ernst & Young.

Für die Analyse befragte das Marktforschungsinstitut Valid Research 2212 Arbeitnehmer in Deutschland. Im Schnitt waren 34 Prozent der Befragten „hochmotiviert“ und immer noch 50 Prozent „motiviert“.

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Gutes Verhältnis zu Kollegen am wichtigsten

„Die sehr niedrige Motivation der jüngeren Arbeitnehmer ist ein Alarmsignal“, sagt Ana-Cristina Grohnert von Ernst & Young (EY). Notwendig seien mehr Flexibilität und ein stärkeres Eingehen auf individuelle Lebensentwürfe der Beschäftigten. „Gefragt sind Führungskräfte, die sich immer weniger als der „klassische Chef“, sondern mehr als Mentor verstehen.“

Dabei ist der Befragung zufolge ein gutes Verhältnis zu Kollegen am wichtigsten, vor einer spannenden Tätigkeit und dem Gehalt. 89 Prozent der Teilnehmer glauben zudem, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Erfolg ihrer Firma leisten. 82 Prozent sehen sich ausreichend gewürdigt.

Ältere Arbeitnehmer bleiben laut einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen außerdem deutlich länger in ihren Jobs als noch vor einigen Jahren. Danach arbeiteten etwa Beschäftigte des Jahrgangs 1948 im Schnitt 1,9 Jahre länger als die 1940 Geborenen. Ob dies an hoher Motivation oder etwa finanziellen Zwängen liegt, geht aus der Untersuchung allerdings nicht hervor.

In der „Rush Hour des Lebens“ ist die Zufriedenheit am niedrigsten

Die Mehrheit der jüngeren Arbeitnehmer ist trotz ihrer geringeren Motivation „generell zufrieden“ mit ihrem Job. Mit 61 Prozent ist der Anteil der Zufriedenen bei den unter 20-Jährigen fast so hoch wie bei den über 61-Jährigen mit 68 Prozent.

Am niedrigsten ist die Zufriedenheit bei den 31- bis 40-Jährigen (50 Prozent). Im Durchschnitt sind 56 Prozent der Arbeitnehmer generell zufrieden mit ihrem Job, 38 Prozent zumindest „eher zufrieden“.

Geld spielt bei der Motivation eine Rolle

Wenig überraschend: Geld spielt bei Motivation und Zufriedenheit auch eine Rolle. Als „hochmotiviert“ bezeichnen sich 64 Prozent derjenigen, die mehr als 100.000 Euro jährlich verdienen.

Der Anteil der „grundsätzlich Zufriedenen“ ist mit 63 Prozent in der Einkommensklasse zwischen 81.000 und 100.000 Euro am höchsten. Am wenigsten Zufriedene finden sich bei einem Jahresgehalt von weniger als 20.000 Euro.

Frauen sind trotz weniger Geld zufriedener: Der durchschnittliche Jahresverdienst lag bei Männern bei 42.000 Euro, bei Frauen bei 33.100 Euro. Gleichzeitig ist der Anteil der „Zufriedenen“ bei den Frauen mit 59 Prozent aber höher als bei den Männern mit 52 Prozent. Auch bei der Motivation liegen die Frauen (37 Prozent „hochmotiviert“) vor den Männern (32 Prozent).

Einer Studie zufolge sind ältere Mitarbeiter motivierter als jüngere. Deckt sich das mit Ihren Erfahrungen?

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