Zusammenarbeit 5 Faktoren, die ein Team erfolgreich machen

Wenn Ihre Mitarbeiter die Köpfe zusammenstecken, ist das ein gutes Zeichen: Sie vertrauen einander und die Zusammenarbeit im Team funktioniert.

Wenn Ihre Mitarbeiter die Köpfe zusammenstecken, ist das ein gutes Zeichen: Sie vertrauen einander und die Zusammenarbeit im Team funktioniert.© sajola / photocase.de

Was ist das Geheimnis erfolgreicher Zusammenarbeit im Team? Eine Google-Studie legt nahe: Viel wichtiger als die Fähigkeiten und Eigenschaften der Teammitglieder ist etwas ganz anderes.

Sie machen ihre Arbeit, ohne dass der Chef eingreifen muss, lösen Probleme in Eigenregie und entwickeln eine gute Idee nach der anderen: Ein solches Team wünscht sich wohl jeder Chef.

Doch was ist das Geheimnis erfolgreicher Teams? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten müssen die Kollegen mitbringen, damit die Zusammenarbeit funktioniert? Dieser Frage ist man bei Google nachgegangen – einem Unternehmen also, dessen Erfolg in höchstem Maße auf der Innovationskraft seiner Mitarbeiter aufbaut. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurden mehr als 200 Google-Mitarbeiter befragt und mehr als 180 Teams analysiert.

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Das überraschende Ergebnis: Was jeder einzelne Mitarbeiter kann und welche Charaktere im Team zusammentreffen, spielt den Ergebnissen zufolge nur eine untergeordnete Rolle für den Erfolg, wie es in Googles Blog „re:Work“ heißt. Entscheidend sei vielmehr etwas anderes: „Wie die Teammitglieder interagieren, wie sie ihre Arbeit strukturieren und wie sie ihren Beitrag zum Unternehmenserfolg wahrnehmen.“

Anhand der Studie hat das Unternehmen die folgenden fünf Erfolgsfaktoren herausgearbeitet, die erfolgreiche Teams bei Google von anderen unterscheiden:

Psychologische Sicherheit
In der Arbeitswelt möchten Menschen als kompetent wahrgenommen werden, als gut informiert, als offen für Neues. Keiner will einen Ruf als Nörgler, Zweifler oder Bremser haben. Ein verständlicher Wunsch – und doch einer, der den Erfolg eines Teams torpedieren kann.

Denn damit die Zusammenarbeit funktioniert, müssen Kollegen Klartext miteinander reden: „Ich weiß nicht, wie das geht, kannst du mir helfen?“, „Könnt ihr mir diesen Punkt noch mal erklären? Ich habe es noch nicht ganz verstanden“, „Ich halte das für keine gute Idee – wollen wir es nicht lieber anders machen?“

Die Voraussetzung hierfür ist psychologische Sicherheit: ein Klima, im dem Menschen sich trauen nachzufragen, Fehler zugeben, sich sicher fühlen und zusammenarbeiten. Ohne Angst, sich zu blamieren oder unbeliebt zu machen.

Psychologische Sicherheit sei mit Abstand der wichtigste Faktor für gute Zusammenarbeit im Team, teilte Google mit: „Wer in Teams mit hoher psychologischer Sicherheit arbeitet, verlässt Google mit geringerer Wahrscheinlichkeit, macht sich mit höherer Wahrscheinlichkeit die Kraft vielfältiger Ideen der Teamkollegen zunutze, trägt mehr zum Umsatz bei und wird von seinen Vorgesetzten doppelt so oft als leistungsfähig eingestuft.“

Verlässlichkeit
Googles Untersuchung zufolge brauchen Teammitglieder das Gefühl, dass sie sich aufeinander verlassen können. Das Ziel: die Arbeit rechtzeitig und mit hoher Qualität erledigen. Nur wenn jeder im Team sicher ist, dass alle Mitglieder ihren Beitrag zu diesem Ziel leisten, wird das Team Erfolg haben.

Struktur und Klarheit
Sind die Ziele, Rollen und Abläufe klar? Diese Frage ist laut Google entscheidend für die gute Zusammenarbeit im Team.

Bedeutsamkeit
Die Arbeit müsse jedem einzelnen im Team persönlich wichtig sein, fanden die Google-Experten heraus. Nur dann seien die Teammitglieder bereit, ihr Bestes zu geben, um die aufgetragenen Aufgaben zu erfüllen.

Sinnhaftigkeit
Jeder Mitarbeiter des Teams muss daran glauben, dass seine Arbeit etwas bewirkt und zum Unternehmenserfolg beiträgt. Das fällt ihm leichter, wenn er zumindest die wesentlichen Grundzüge der Unternehmensstrategie kennt.

Wie Chefs für gute Zusammenarbeit im Team sorgen können

Für Chefs bedeutet dieses Ergebnis Folgendes: Bei der Zusammenstellung eines Teams und der Auswahl neuer Mitarbeiter kommt es weniger darauf an, ob einer einen Doktortitel hat oder wie viele laute und leise Typen schon im Team arbeiten. Sondern vielmehr darauf, dass die Mitarbeiter gleiche Werte teilen. Mit klaren Abläufen und Strukturen definiert der Chef die Rahmenbedingungen für den Erfolg des Teams. Und er muss ein Klima schaffen, das von Offenheit und Vertrauen geprägt ist und in dem jeder Mitarbeiter an den Sinn seiner Arbeit glauben kann.

1 Kommentar
  • Horst 4. Dezember 2015 15:04

    Immer wieder werden alte Erkenntnisse neu aufbereitet, trotzdem handeln nicht viele danach:
    Einige Beispiele zum Thema „Praktizierte Psychologische Teamsicherheit unterschiedlicher Charaktere und Spezialisten“:
    Die sieben Zwerge von Schneewittchen,
    Die 4 Musketiere
    Ocean’s Eleven
    und viele andere Geschichten haben die neueste „Forschung“ von google schon längst verständlich und und teilweise auch amüsant dargestellt. Es ist an der Zeit, dass die Menschheit endlich auch so handelt! Oder ist uns das Entscheidende bereits abhanden gekommen: Vertrauen!

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