Management Probearbeiten: Das müssen Arbeitgeber beachten

Beim Probearbeiten können Arbeitgeber den Bewerber ganz genau unter die Lupe nehmen.

Beim Probearbeiten können Arbeitgeber den Bewerber ganz genau unter die Lupe nehmen.© Andrey Popov / Fotolia.com

Beim Probearbeiten können Unternehmen Bewerber und ihre Arbeit besser kennen lernen. Diese Spielregeln im Arbeitsrecht sollten Arbeitgeber beachten, die Probetage anbieten.

Unternehmer können Bewerber auf eine Stelle probearbeiten lassen – ohne Verpflichtungen und auch ohne Bezahlung. Dafür müssen sie sich aber einige Spielregeln halten und die Bedingungen der Probearbeit genau dokumentieren. Denn sonst könnte aus den Probetagen schnell ein Arbeitsverhältnis werden.

Was ist der Unterschied zwischen Probearbeiten und Probezeit?

Bei Probetagen haben Bewerber und Arbeitgeber keinen Arbeitsvertrag abgeschlossen, lediglich eine Vereinbarung zum Probearbeiten. Die Probezeit hingegen setzt immer einen Arbeitsvertrag voraus, sie umfasst je nach Vereinbarung die ersten Monate eines Arbeitsverhältnisses.

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Experten sprechen deshalb beim Probearbeiten vom Einfühlungsverhältnis, um Verwechslungen zu vermeiden. „Das Einfühlungsverhältnis ist kein Arbeitsverhältnis und dient dem unverbindlichen Kennenlernen“, sagt André Ueckert, Rechtsanwalt in der Kanzlei Cornelius Bartenbach Haesemann und Partner in Köln. Deshalb sollte es nur wenige Tage dauern.

Sollte der Arbeitgeber vorm Probearbeiten einen Vertrag mit dem Bewerber abschließen?

Anwalt Ueckert empfiehlt eine schriftliche Vereinbarung zwischen Bewerber und Arbeitgeber, um das Probearbeiten vom normalen Arbeits- oder Praktikantenverhältnis abzugrenzen. „Die Besonderheit beim Einfühlungsverhältnis besteht darin, dass der Interessent weder zur Arbeitsleistung verpflichtet ist noch der Unternehmer weisungsbefugt ist“, sagt Ueckert. Um dies später nachweisen zu können, sei eine schriftliche Vereinbarung sinnvoll.

Wichtige Punkte darin seien: Zeitraum, keine Verpflichtung zur Arbeitsleistung, Hinweise zum Hausrecht der Unternehmers und ein Ansprechpartner. „Wichtig ist, dass die Vereinbarung so gelebt wird, wie sie schriftlich festgehalten ist.“ Sonst könnte ein Bewerber später rechtliche Ansprüche stellen, etwa auf eine nachträgliche Bezahlung.

Sollte der Arbeitgeber Bewerber beim Probearbeiten bezahlen?

Unternehmer müssen Bewerber während des Einfühlungsverhältnisses nicht bezahlen, auch der Mindestlohn gilt nicht. „Ein Vergütungsanspruch besteht auch dann nicht, wenn eine verwertbare oder nützliche Tätigkeit verrichtet wird“, sagt Ueckert. Allerdings würden manche Arbeitgeber Fahrtkosten erstatten.

Wer haftet für Schäden, die der Bewerber beim Probearbeiten anrichtet?

„Verursacht der Interessent einen Schaden im Betrieb, ist dessen private Haftpflichtversicherung zuständig“, sagt Ueckert. Deshalb könne es ratsam sein, sich vom Bewerber vor dem Probearbeiten schriftlich zusichern lassen, dass er eine Haftpflichtversicherung besitzt.

 

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