Richard Branson „Die Kollegen hielten mich für verrückt“

Richard Branson (links) bei der Veranstaltung "Light the Fire" in Hamburg

Richard Branson (links) bei der Veranstaltung "Light the Fire" in Hamburg© Walter M. Grothkopp

Der Milliardär Richard Branson gehört zu den wenigen Lichtgestalten in der Unternehmerszene, die auch international bekannt sind. Auf Stippvisite in Hamburg erzählte er von seiner ersten Gründung - und erklärte, warum er sich selbst als Werbegesicht vermarktet.

Er ist eine Lichtgestalt in der internationalen Unternehmerszene: Richard Branson leitet mehr als 400 Unternehmen, die Musik, Handys, Flüge und seit kurzem sogar Weltraumausflüge verkaufen. Angefangen hat alles 1970 mit einem Versandhandel für Schallplatten und später Plattenläden. „Ich wurde Unternehmer, weil ich das Leben von Menschen positiv verändern will“, sagte Branson bei der Veranstaltung „Light the Fire“ in Hamburg.

Auch wenn er mittlerweile Milliardär ist und auf seiner eigenen Insel in der Karibik lebt: Geld sei nie die Motivation zur Unternehmensgründung gewesen, erzählte Branson. „Den meisten Unternehmern, die ich kenne, geht es nicht ums schnelle Geldverdienen, sondern darum, etwas zu bewegen. Sie hatten eine Idee, die sie antrieb.“

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Am schwierigstem sei die erste Unternehmensgründung gewesen. „Bei der zweiten oder dritten Gründung lernt man, wie wichtig es ist, Aufgaben an Menschen zu delegieren, die das Alltagsgeschäft viel besser im Griff haben.“ Viele Gründer könnten nicht sehr gut delegieren. Entscheidend sei es, früh zuverlässige Mitarbeiter zu finden – und diesen dann zu vertrauen. „Behandeln Sie Menschen wie Blumen: Sie gedeihen nur, wenn sie regelmäßig gegossen und pfleglich behandelt werden.“

Nicht alles auf eine Karte setzen

Branson zog es immer wieder in neue Branchen. 1984 gründete er die Fluggesellschaft Virgin Atlantic Airlines und trat damit gegen etablierte Linien wie British Airways an. „Als ich darüber nachdachte, eine Fluglinie zu gründen, hatte ich schon ein erfolgreiches Musiklabel. Die Kollegen hielten mich für verrückt. Aber ich versicherte ihnen, dass ihre Jobs nicht gefährdet seien.“

Beim Kauf des ersten Flugzeugs habe er ausgehandelt, dass er es innerhalb der ersten zwölf Monate zurückgeben könne. „Wenn es nicht funktioniert hätte, dann hätten wir die Umsätze von sechs Monaten verloren.“ Dennoch warnte Branson davor, alles auf eine Karte zu setzen. „Wenn etwas schief läuft, sollten Sie sich so absichern, dass Sie nicht ganz abstürzen.“

Gründer sollten zu ungewöhnlichen Werbemaßnahmen greifen

Gründern rät er zu ungewöhnlichen Werbemaßnahmen, um den Markt aufzubrechen. Branson startete schon vor Jahren, sich selbst als Person zu vermarkten, auf Anraten seines Mentors Freddie Laker, der selbst eine Fluggesellschaft gegründet hatte. Er riet ihm: „Du wirst nie einen Werbeetat haben, der so groß ist wie der von British Airways. Also nutz dich selber als Marke.“

Und das tat Branson – auf spektakuläre Weise: Er flog zum Beispiel mit einem Heißluftballon über den Atlantik und überquerte den Ärmelkanal als Kitesurfer.

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