Feierabend 5 Tipps, die Ihnen nach einem stressigen Tag beim Abschalten helfen

Einfach mal abschalten!  Dafür ist es wichtig, zu sich selbst auch mal Stop zu sagen, wenn die Gedanken schon wieder um die Arbeit kreisen.

Einfach mal abschalten! Dafür ist es wichtig, zu sich selbst auch mal Stop zu sagen, wenn die Gedanken schon wieder um die Arbeit kreisen.© Dominik Schwarz / photocase.de

Jeder dritte Chef nimmt nach einem stressigen Tag Beruhigungsmittel oder Schlaftabletten, um einschlafen zu können. Doch Abschalten kann man auch ohne Medikamente. Ein Arbeitspsychologe gibt Tipps, wie das gelingt.

Viele Chefs und Führungskräfte können am Abend nicht richtig Abschalten und schlafen oft schlecht, weil ihnen die Firma durch den Kopf geht. Weil sie aber am nächsten Tag wieder fit sein müssen, greifen viele zu Hilfsmitteln: Schlaftabletten oder pflanzlichen Beruhigungsmitteln. Jeder dritte Manager nimmt Schlafmittel, um überhaupt schlafen zu können (33 Prozent). Das hat eine repräsentative Umfrage der Max-Grundig-Klinik in Bühl bei Baden-Baden ergeben, für die 1000 Führungskräften in Unternehmen aller Größenordnungen, Branchen und Regionen befragt wurden.

Noch mehr Führungskräfte verwenden pflanzliche Beruhigungsmittel (37 Prozent). 5 Prozent nutzen diese ständig, 11 Prozent häufig und 21 Prozent gelegentlich. „Wenn mehr als ein Drittel der deutschen Führungskräfte regelmäßig auf pflanzliche Beruhigungsmittel zurückgreift, ist dies natürlich ein deutlicher Hinweis, dass viele mit Stress und mangelndem Schlaf nicht zurechtkommen“, sagte Henning Hager, leitender Arzt der Psychosomatischen Medizin der Max-Grundig-Klinik.

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Um besser einschlafen zu können, helfe zum Beispiel Baldrian. Damit es die gewünschte Wirkung habe, müsse es aber hoch dosiert (mindestens 900 Milligramm) eingenommen werden, sagt Hager. Eine niedrigere Dosis, beispielsweise 200 Milligramm, wirke dagegen eher anregend und mache wach. Auch Lavendelöl ist laut Hager ein wirksames natürliches Präparat zur Schlafförderung, das bei der richtigen Dosierung (80 Milligramm) angst- und krampflösend, beruhigend und antidepressiv wirkt.

Auch Entspannungshilfen wie Meditation, Selbsthypnose oder autogenes Training werden von 28 Prozent der Befragten genutzt. „Gerade meditative Methoden sind derzeit in Mode“, sagt Hager.

Was gegen Schlafstörungen hilft

Es gehe aber auch ohne Medikamente und Beruhigungsmittel, sagt Hager: „Führungskräfte, die sich ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen richtig verhalten, können auch ohne Schlafmittel viel tun für ihre Schlafqualität.“ Diese Tipps von Tim Hagemann, Professor für Arbeitspsychologie an der Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld, helfen beim Abschalten:

Schaffen Sie sich Rituale!

Zu Beginn des Feierabends sind viele noch im Kopf bei der Arbeit. Um die Gedanken an den Job loszulassen, helfen Rituale. Am besten nimmt man sich eine halbe Stunde zum Herunterkommen. In dieser Zeit kann man joggen gehen oder die Zeitung lesen. Die Hauptsache ist, dass Berufstätige etwas machen, was ihnen gut tut und sie ablenkt.

Sagen Sie sich: Stopp!

Ritual hin oder her: Mancher hat durchaus eine halbe Stunde entspannt, ist aber gleich danach wieder in Gedanken beim Job. Ein Stück weit sei Entspannung auch eine Haltungsfrage, sagt Hagemann. Berufstätige sollten sich klar machen, dass sie die Entspannung am Feierabend brauchen, um am nächsten Tag wieder leistungsfähig zu sein. Kommen Gedanken an den Job, sollte man sich deshalb bemühen, innerlich Stopp zu sagen und die Gedanken beiseite schieben.

Schreiben Sie Gedanken auf!

Gedanken aufschreiben: Manchmal denkt man nach Feierabend auch noch an den Job, weil man in Gedanken schon mit den Planungen für den nächsten Tag beschäftigt ist. Dann hilft es, sich kurz Notizen zu machen und aufzuschreiben, was man machen möchte. Dann hat man die Gedanken aus dem Kopf, kann sich aber sicher sein, dass man am nächsten Tag nichts davon vergessen hat.

Reden Sie mit anderen!

Besonders stressmindernd wirkt es sich aus, wenn Berufstätige sozial eingebunden sind und über ihre Probleme mit der Familie oder Freunden reden können. Mancher hat vielleicht den Impuls, andere mit seinem Ärger nicht belasten zu wollen, und macht ihn mit sich alleine aus. Vielen hilft es aber beim Abschalten, wenn sie sich mit dem Partner etwa während des Abendessens über die Arbeit austauschen.

Schalten Sie das Smartphone aus!

Smartphone ausschalten: Und ebenfalls wichtig zum Ausspannen: das Smartphone weglegen. Denn kaum etwas bringt einen so schnell in Gedanken an den Job zurück wie ein kurzer Blick in die geschäftlichen E-Mails.

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