Ideen entwickeln Vom Problem zur Lösung in 5 Schritten

Nicht immer hat man sofort eine Idee. Manchmal muss sich ein kreativer Gedanke auch erst entwickeln.

Nicht immer hat man sofort eine Idee. Manchmal muss sich ein kreativer Gedanke auch erst entwickeln.© go2 / Photocase

Eine gute Idee entsteht in der Regel nicht von heute auf morgen: Sie muss sich entwickeln. Wie Sie in fünf Schritten vom Problem zur Lösung gelangen - und wie sich eine okaye Idee zu einer fantastischen veredeln lässt.

 Phase 1: Das Problem identifizieren

„Am Anfang jeder Idee steht ein Problem, das gelöst werden muss“, sagt Kreativcoach Peter Pakulat. Oder besser gesagt: Etwas beschäftigt Sie oder Sie wollen etwas verbessern: vielleicht Material oder Kosten sparen oder den Nutzen einer Maschine vergrößern. Denn warum sollten Sie eine neue Idee brauchen, wenn Sie nicht selbst von etwas an Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung genervt wären?

„Sie müssen sich schon vorher mit einem Problem beschäftigt haben, damit Ihr Gehirn anfängt, nach einer Lösung zu suchen“ erklärt Pakulat. Die besten Ideen entstehen übrigens entweder spontan – oder erst nach längerem Nachdenken. „Stellen Sie sich zwischenzeitlich also auf eine Durststrecke ein“, sagt Pakulat.

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Phase 2: Informationen einholen

In der zweiten Phase muss man selbst aktiv werden und sich über das Problem informieren. Dabei können das Internet und die Mitarbeiter gute Quellen sein. Auch sein Umfeld im Zusammenhang mit Ihrem Problem zu beobachten, kann eine gute Strategie in der zweiten Phase sein. Denn das Problem kann man auf zwei Weisen angehen: Entweder man überlegt sich eine Optimierungsstrategie – oder man wirft alte Werte und Normen über Bord und überlegt sich etwas ganz Neues, Besseres.

Phase 3: Lösungen finden

Erst in der dritten Phase kommen die unterschiedlichsten Kreativitätstechniken zum Einsatz, mit denen man im besten Fall eine Lösung für sein Problem bekommt. Manche funktionieren auch allein, etwa Mindmapping oder die Osborn-Checkliste, für andere wie die 6-3-5-Methode oder Design Thinking brauchen Sie Mitstreiter. Das klassische Brainstorming empfiehlt Pakulat übrigens nicht. „Brainstorming ist unkreativ. Man denkt an das Naheliegende, geht nur kleine Wege und nutzt das prominent abgelegte. Bei der kreativen Ideenfindung sollen außenstehende Flecken erreicht werden und nicht bereits abgespeicherte Daten“, sagt Pakulat.

80 Prozent der Ideen in der Findungsphase sind normal, langweilig oder zu verrückt. „Doch von zehn Ideen können schon zwei die Lösung sein“, meint der Kreativitätsexperte. „Sie brauchen keine hundert Ideen, um eine gute zu bekommen.“ Oft ist es bei der Ideenfindung eine Hilfe, die Ausgangsfrage umzuformulieren um andere Denkregionen im Gehirn zu erreichen. Angenommen, Sie fragen sich, wie Sie den Straßenverkehr verbessern können. Formulieren Sie konkretere Fragen: „Wie kann es gelingen, dass Autofahrer weniger bremsen müssen? oder „Wie werden Fahrradfahrer weniger leicht übersehen?

Phase 4: Ideen reifen lassen

Bei größeren Problemen gibt es noch die vierte Phase, die Inkubationsphase – sie tritt ein, wenn die Kreativitätstechniken viele Ideen gebracht haben, aber keine davon wirklich überzeugend ist. Dann brüten Sie die Ideen aus, lassen sie reifen. „Auch wenn man sich nicht mehr bewusst mit dem Problem beschäftigt, versucht das Unterbewusstsein weiterhin, eine Lösung zu finden. In einem stressfreien Moment – zum Beispiel bei einem gemütlichen Waldspaziergang – wird die Lösung gefunden und ins Bewusstsein gerufen. Dann passiert es, dass Ideen plötzlich auftauchen“, erläutert Pakulat.

Phase 5: Ideen veredeln

In der letzten Phase werden die gesammelten Ideen bewertet und veredelt. Pakulat: „Eine früher bewertete Idee macht die Idee besser.“ Hierbei muss man zwischen verschiedenen Faktoren abwägen: Wie hoch ist das Potenzial, ist die Idee finanzierbar, wie stark ist die Leuchtkraft, wie hoch ist die Relevanz, ist sie innovativ und umsetzbar? „Erst dann kann man die Idee weiter verbessern, bewerten und sehen, wie sie allein da steht“, meint der Experte.

Auch für die Ideenbewertung gibt es verschiedene Methoden. Ein beliebtes Verfahren ist die Walt-Disney-Methode: Dabei schlüpfen drei Teams in verschiedene Rollen: die Träumer, die Realisten und die Kritiker. Nacheinander beurteilen sie die Idee aus ihrer Sichtweise. Dabei gibt es für die Träumer keine Grenzen und die Ideen dürfen gerne chaotisch und verrückt sein. Die Realisten – wie nicht anders zu erwarten – gehen realistisch an die Ideen heran: Sie überprüfen unter anderem, was für die Umsetzung nötig ist und ob es sich beschaffen lässt. Die Kritiker setzten sich im letzten Schritt mit den Chancen und Risiken und der Verbesserung der Ideen auseinander.


In unserer Serie „Kreativ denken“ erklärt Kreativcoach Peter Pakulat, wie Sie Ihre eigene Kreativität zum Fließen bringen – und wie Sie dazu beitragen können, dass Ihre Mitarbeiter vor guten Ideen übersprudeln. 

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