Meditieren Sockenlos auf dem Büroboden

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Gelassen sein wie Buddha - das wär's. Unternehmer und Blogger Sven Franzen meditiert daher seit zwei Jahren - und schöpft daraus seine Kraft für den Alltag.

Gelassen sein wie Buddha - das wär's. Unternehmer und Blogger Sven Franzen meditiert daher seit zwei Jahren - und schöpft daraus seine Kraft für den Alltag. © headspinphoto / photocase.de

Unternehmer Sven Franzen stand dauernd unter Strom. Im impulse-Blog erzählt er, wie er Meditieren lernte - und wie ihm Orangen halfen, endlich runterzukommen.

Unternehmer zu sein, ist fordernd: Wir sind ähnlich wie Ultra-Marathon-Läufer, die einen langen Atem brauchen, in gewissen Situationen aber wieder kraftvoll einen Sprint hinlegen müssen.

Klar ist: Wer das durchhalten will, muss sich auch mal Pausen gönnen. Mir fällt das schwer. Ich denke ständig daran, was ich noch tun könnte, bin wie ein Duracell-Hase, kann nie ruhig sitzen, muss immer etwas tun, Ideen entwickeln. Ständig geht mir etwas durch den Kopf! Aber ich weiß: Wer dauernd unter Strom steht, brennt irgendwann aus. Wie also kann jemand wie ich zur Ruhe kommen?

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Irgendwann las ich, dass Steve Jobs meditierte und regelmäßig in Palo Alto auf dem Fußboden saß. Wäre das auch was für mich? Ich wusste: Wenn jemand wie ich lernen soll, nichts zu tun und an nichts zu denken – dann müssen Profis ran. Also ging ich zum Erlernen der Kunst des Meditierens in ein buddhistisches Kloster in Frankfurt. Dort hatte ich es mit Meistern zu tun.

Ich kam mir blöd vor – und unfähig

Ich setzte mich im Schneidersitz auf ein Kissen und schloss meine Augen. Mein Job: genau so sitzen bleiben. Klingt einfach, ist schwierig. Ich kam mir blöd vor. Und völlig unfähig. Ich konnte es einfach nicht. Ich dachte an meinen durchgetakteten Kalender, an das, was passiert war, an das, was ich vorhatte. Ich war schockiert darüber, wie sehr ich bei dieser scheinbar einfachen Übung versagte. Das weckte aber auch meinen Ehrgeiz.

Ich begann zu üben. Viel zu üben. Ich stellte mir Orangen vor, konzentrierte mich auch deren Oberfläche, die Schale, die Farbe, den Duft, die Löcher in der Oberfläche. Ich atmete ein und aus und ein und aus. Und je besser ich darin wurde, desto mehr merkte ich, wie die Meditation in mir ganz neue Kräfte freisetzte.

„Was macht der Franzen denn da?“

Dass ich zum ersten Mal im Schneidersitz vor einem buddhistischen Mönch saß, ist mittlerweile zwei Jahre. Heute meditiere ich jeden Tag. Ich ziehe meine Schuhe und Strümpfe aus, hole mir ein Kissen und setze mich auf den Boden. Oft zuhause, manchmal auch im Büro. Ich komme mir nicht mehr blöd vor. Lachen muss ich nur noch selten. Etwa wenn jemand reinkommt und ich merke, wie er denkt: “Was macht der Franzen denn da?”

Peinlich ist mir das, was ich tue, aber nicht. Denn es tut mir gut. Ich bin dann konzentriert, ruhig auf mich und nach innen gerichtet (oh je, ich klinge ja schon wie ein Meditier-Buch …). Die Meditation hilft mir, Kraft zu sammeln, in Kürze meinen Kopf zu leeren oder mich auf neue Herausforderungen zu konzentrieren. Ich kann nur empfehlen, das Meditieren wie ich in einem Kloster zu lernen, alternativ kann man sich auch erst einmal geführte Meditationen auf CD oder auf YouTube anhören und es auf eigene Faust probieren. Ich ziehe aus der Meditation die Kraft, die ich täglich im Unternehmer-Alltag benötige. Es inspiriert mich auch zwischen zwei Terminen und in meiner täglichen Arbeit. Probieren Sie es aus. Es ist fantastisch.

Und was tun Sie, um sich fit zu halten und Kraft zu tanken?

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