Mentoring So werden Sie ein guter Mentor

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Mentoring bietet viele Vorteile - nicht nur für die Mentees, sondern auch für den Mentor selbst.

Mentoring bietet viele Vorteile - nicht nur für die Mentees, sondern auch für den Mentor selbst.© fotolia.de

Gleich vier Mentees unterstützt der Unternehmer Sven Franzen. Was ihn zum Mentoring motiviert und an welche Regeln er sich dabei hält.

Seit ich im Alter von 15 Jahren mein erstes Unternehmen gründete, wurde ich regelmäßig von erfahrenen Mentoren gefördert. Daher stand für mich früh fest, dass ich zum geeigneten Zeitpunkt meine Erfahrungen und mein Wissen ebenso an die nächsten Unternehmer-Generationen weitergeben möchte. Heute unterstütze ich vier Mentees gleichzeitig.

In den vergangenen Jahren habe ich Erfahrungen gesammelt, wie Mentoring effizient funktioniert. Das sind meine Erkenntnisse.

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Man braucht eine Austausch-Strategie

Im Alltag erlebe ich es häufig, dass junge Unternehmer vor allem Unterstützung in den Bereichen Zielfokussierung und Strukturierung von Prozessen benötigen. Damit sie ihren Fortschritt und ihre Aufgabenpakete im Fokus behalten, habe ich daher das “Weekly” mit meinen Mentees eingeführt: Wir telefonieren oder skypen wöchentlich mit einer jeweils vom Mentee angelegten Agenda. Dabei diskutieren wir aktuelle Themen, planen langfristig und tauschen uns aus. Regelmäßig – etwa einmal im Monat – findet ein persönliches Treffen statt.

Im Rahmen unseres Weekly werden Aufgaben verteilt: Die Mentees bekommen Aufgaben sich in bestimmten Bereichen weiterzuentwickeln oder konkrete Probleme zu lösen und auch ich bekomme Aufgaben, etwa zu einem bestimmten Thema Feedback zu geben. Damit nichts vergessen wird, arbeiten wir mit der Projektmanagement-Plattform Podio.

Überlegen Sie, was Sie als Mentor leisten wollen

Bevor man Mentor wird, sollte man für sich selbst klären, welche Rolle man einnehmen möchte. Meiner Ansicht nach muss und sollte ein Mentor vor allem Inspirationsquelle und Förderer des Mentees sein. Für mich selbst ist das große darüberstehende Ziel die Freude am Unternehmertum weiterzugeben.

Das macht meiner Meinung nach einen guten Mentor aus:

  1. Ein guter Mentor fokussiert seinen Mentee und dessen Bedürfnisse und Wünsche.
  2. Er hilft mit Kontakten, Wissen und Erfahrung.
  3. Er macht Ziele seines Mentees zu seinen eigenen Zielen.
  4. Er nimmt sich manchmal zurück und reflektiert die Situation des Mentees detailliert.
  5. Er fördert positiv und spricht Mut zu.
  6. Er hinterfragt kritisch, aber er lässt dem Mentee die Chance, die Lösung selbst zu finden. Ein guter Mentor lässt seinen Mentee seine eigenen Erfahrungen machen.

Warum es sich lohnt, Mentor zu werden

„Wer viel gibt, bekommt viel zurück“ – ein weiser Satz, den ich bereits sehr früh von meinem Vater lernte. Heute verstehe ich genauer, was dieser Satz in seiner Tiefe bedeutet. Innerhalb eines Mentorings gibt man viel Erfahrung, Wissen und Unterstützung weiter.

Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Kraft. Man ist Motivator und Kritiker zugleich und der Mentee steht mit seiner Fragestellung im Fokus. Hierbei nimmt man sich selbst zurück und gibt viel. Was aber bekommt man eigentlich zurück?

Reverse Mentoring

Im Mentoring haben zwei Menschen einen engen Kontakt und es kommt häufig vor, dass auch Ihr Mentee Sie unterstützt. Möglicherweise hat er eine ganz andere Sicht auf die Dinge und nimmt eine Perspektive ein, die Ihnen bisher verborgen blieb. Nehmen Sie im Gegenzug auch im Rahmen des “Reverse Mentoring” Ideen und Perspektiven Ihrer Mentees an – Sie erhalten ein unglaubliches Geschenk: Perspektivenwechsel, neue Ideen und Sichtweisen, frische Ansätze und unkonventionelle Herangehensweisen. Seien Sie offen dafür.

Das gute Gefühl, anderen zu helfen

Gründer sind dynamische Menschen. Sie zu begleiten, macht Freude, ihnen zu helfen, noch viel mehr. Meine Mentees sind dankbar für die Unterstützung, die ich ihnen geben kann. Das spürt man. Erfolge können wir gemeinsam feiern und das ist wertvoll im Leben. Versüßen Sie sich auch Ihre Lebenstage mit diesen Freuden. Letztens kam ein neuer Mentee auf mich zu und bat mich um Unterstützung. Ich wurde ihm von einem meiner bestehenden Mentees empfohlen. Auch das ist ein wertvolles Feedback und gibt mir Stolz und Zufriedenheit.

Also: Lassen Sie uns nicht auf unserem Wissen und Erfahrung ausruhen. Nicht jeder muss die Fehler, die wir begangen haben, nachmachen. Werden Sie Mentor – und teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen die Sie dabei machen mit mir! Danke dafür.

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2 Kommentare
  • Berthold Mühlenkamp 13. Juli 2016 11:37

    Hallo Herr Franzen,
    auf diesem Wege einfach mal danke für Ihre frischen und inspirierenden Blog-Beiträge.
    Auch ich spiele mit dem Gedanken mein Wissen und Unterstützung als Mentor weiter zu geben, weil ich auch der Meinung bin das durch Wissensweitergabe etwas Positives geschaffen wird. Ich selbst habe mich mit 45 Jahren erst jetzt selbstständig gemacht im Bereich Personalcoaching und spüre wie gut mir das „freie“ und eigenständige Arbeiten tut…
    Welche Möglichkeiten gibt es an einen Mentee zu gelangen und sich als Mentor anzubieten?

    Ihnen eine gute Zeit und weiterhin viel Freude bei dem was Sie am liebsten tun…!
    Berthold Mühlenkamp

    • Sven L. Franzen 24. Juli 2016 22:05

      Sehr geehrter Herr Mühlenkamp,

      haben Sie besten Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, wenn auf meine Blogeinträge so positiv reflektiert wird. Bzgl. Ihrer Frage wie Sie an einen Mentee gelangen kann ich Ihnen folgende Tipps geben:
      1. Suchen Sie nicht, er kommt von allein.
      2. Treten Sie als Mentor auf, formulieren Sie es z.B. in Ihrem XING-Profil unter „was ich biete“
      3. Sie können es auch auf Ihrer Website und in Ihrem Netzwerk streuen
      4. Es gibt Mentoring-Plattformen, wo sich Mentoren und Mentees finden und treffen.

      Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter. Gerne können Sie mich in XING / LinkedIn hinzufügen oder einfach anrufen für mehr Fragen 🙂

      Beste Grüße
      Sven L. Franzen

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