Richard Bransons Erfolgsgeheimnisse 3 Business-Tipps vom Selfmade-Milliardär

Kapitänsuniform und kurze Hosen: Richard Branson setzt sich immer wieder selbst in Szene, um sein Unternehmen zu stärken.

Kapitänsuniform und kurze Hosen: Richard Branson setzt sich immer wieder selbst in Szene, um sein Unternehmen zu stärken.© picture alliance / AP Images

Er ist der Sonnyboy unter den Selfmade-Milliardären: Mit seiner exzentrischen Art provoziert Richard Branson. Jetzt hat der Seriengründer und Selbstdarsteller drei seiner Erfolgsrezepte verraten.

Schüchtern ist der Mann nicht. Das mondäne Perez Art Museum in Miami dient ihm als Kulisse. Ein gigantisches Feuerwerk sorgt für Ahs und Ohs. Mitten im Spektakel landet dröhnend ein Hubschrauber. Es steigt aus: Richard Branson – in greller Kapitänsuniform und kurzen Hosen. Der Anlass für die Show ist eine neue Geschäftsidee des „Virgin“-Gründers. Ab 2020 soll das neue Unternehmen „Virgin Cruises“ mit drei Luxus-Kreuzfahrtschiffen von Miami aus Urlauber in die Karibik bringen.

Die Masche ist sein Markenzeichen: Sobald Richard Branson eine neue Geschäftsidee hat, sorgt er persönlich dafür, dass alle Welt davon erfährt. Wenn andere Unternehmer zu einer drögen Pressekonferenz laden würden, setzt der Brite auf Klamauk mit Knalleffekt. So schafft er es nicht nur immer wieder weltweit in die Medien. Das Firmenreich mit dem „Virgin“-Logo wuchs und wuchs seit Branson vor vier Jahrzehnten mit einem Plattenladen begann (Virgin Records). Heute gehören Flugzeuge dazu (Virgin Atlantic), Schnellzüge (Virgin Trains), Weltraum-Raketen (Virgin Galactic) – und eine Bank (Virgin Money). Auf der aktuellen Forbes-Liste wird Bransons Vermögen mit fünf Milliarden US-Dollar angegeben. Er lebt auf seiner privaten Karibikinsel Necker Island.

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Auch wenn Kritiker wie der Buchautor Tom Bower Branson für einen Blender halten, dessen Firmenkonglomerat und Vermögen längst nicht mehr so groß seien wie in der Vergangenheit, sehen viele Selbständige und Unternehmer ein Vorbild in dem inzwischen 66 Jahre alten Seriengründer. Vor wenigen Tagen teilte Branson auf dem Sage Summit in Chicago und in seinem persönlichen Blog drei seiner beruflichen Erfolgsrezepte mit seinen Fans.

Hier sind sie:

Sei pünktlich! Immer!

Unzählige Unternehmungen, Projekte rund um den Globus und dazwischen Faxen machen: Richard Branson ist schwer beschäftigt. Um effizient zu arbeiten und sich nicht zu verhaspeln, nehme er eine Sache in seinem Alltag besonders ernst, so Branson: Pünktlichkeit.

Was erst einmal banal erscheint, sei überaus wichtig. „Wer produktiver werden will, sollte am Anfang mit einer Sache anfangen: sei pünktlich“, schreibt Branson in seinem Blog. „Auch wenn es altmodisch klingen mag, aber egal, ob es um ein Meeting, einen Flug, eine Verabredung oder ein Date geht, es ist wichtig, dafür zu sorgen, dass du rechtzeitig an Ort und Stelle bist.“ Das sei nicht nur höflicher und zeuge von Respekt gegenüber Mitarbeitern und Geschäftspartnern. „Alles, was du im Business hast, ist dein guter Ruf – deshalb ist es so wichtig, sich an Verabredungen zu halten.“

Und: Nur so sei es möglich, den Tag möglichst gut zu nutzen, ohne in Stress zu geraten – „liegst du erst einmal hinter deinem Zeitplan, ist es hart, wieder aufzuholen.“

Setze auf Storytelling!

Lange bevor das Modewort im Marketing auftauchte, setzte Branson auf die Anziehungskraft von „Storys“. Selbstvermarktung gehörte von Anfang zu seinem Geschäftsmodell – PR in eigener Sache als Management-Philosophie gewissermaßen.

Anfangs war er der Business-Rebell ohne Uni-Abschluss, später der David der sich mit seiner kleinen Airline gegen Goliaths wie British Airways behauptete. Die Idee zu einer eigenen Fluglinie kam Branson übrigens, als einmal sein Flug zu den British Virgin Islands annulliert wurde. Statt auf den nächsten Flieger zu warten, charterte Branson kurzentschlossen eine kleine Maschine und hängte im Flughafen ein Schild auf: „BVI, 39 Dollar“. Der Flieger füllte sich schnell – und Branson hat seitdem eine Gründungsgeschichte zu erzählen, die garantiert im Gedächtnis bleibt. (Mehr zum Storytelling finden Sie auf unserer Themenseite.)

Frag Mama!

Wie viele Unternehmer lässt sich auch Branson schnell für eine neue Geschäftsidee begeistern – oft so sehr, dass die Gründerleidenschaft mit ihm durchgeht und der nüchterne Blick auf den Markt zu kurz kommt. Um nicht in die Überoptimismus-Falle zu tappen, hat sich Branson etwas Einfaches, aber Wirkungsvolles angewöhnt: „Ich nenne es den Mum Test“, schreibt er.

Um herauszufinden, ob eine Idee auch bei unbedarften Kunden gut ankommen könnte, fragt er vertraute Menschen, die sich nicht mit Wirtschaft auskennen – Branson fängt immer bei seiner Mutter an. „Wie reagieren sie? Wenn deine Freunde und Familie sich nicht für die Idee begeistern können, ist es unwahrscheinlich, dass es andere Leute tun würden.“

Statt heimlich an einem Konzept zu arbeiten, sei es wichtig, möglichst vielen Leuten davon zu erzählen und das Feedback zu berücksichtigen.

450_Wachstum-NL

1 Kommentar
  • suhne`suhn 19. August 2016 14:02

    cooler,ausdauernder typ.vorbildlich.gottseidank keine `trumpete` .

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