Selbstreflexion am Jahresende Warum sich ein Innehalten am Jahresende lohnt

Für die Selbstreflexion zum Jahresende sollten sich Chefs etwas Zeit nehmen. Es lohnt sich, genau hinzuhören, genau hinzusehen und genau zu besprechen, was im Betrieb in diesem Jahr alles passiert ist.

Für die Selbstreflexion zum Jahresende sollten sich Chefs etwas Zeit nehmen. Es lohnt sich, genau hinzuhören, genau hinzusehen und genau zu besprechen, was im Betrieb in diesem Jahr alles passiert ist.© nicousnake / photocase.de

Zum Jahresende kommt eine Sache bei Chefs oft zu kurz: über den Betrieb und sich selbst zu reflektieren. Dabei gibt es bei so einem Jahresrückblick viel zu gewinnen. 8 Tipps, die Sie im nächsten Jahr weiterbringen.

Kurz vor Jahresende ballen sich oft die Termine. Trotzdem lohnt es sich, einen Abend lang einmal nur über die eigenen Aufgaben und den Arbeitsalltag zu reflektieren. Was war gut? Und was nervt? Und was müsste sich ändern, damit das kommende Jahr besser wird?

Nach einer solchen bewussten Reflexion wissen Chefs häufig mehr darüber, woher Stress und Belastungen rühren. Und ihnen ist klarer, wann sie zufrieden sind. „Mit seinem Auto geht man auch zur Inspektion, um zu verhindern, dass es kaputtgeht“, sagt Prof. Kornelia Rappe-Giesecke, die zum Thema Karriere und Karriereberatung forscht. Es lohnt sich also ein systematischer Jahresrückblick. Doch wie geht man das am besten an? 8 Tipps.

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1. Fakten, Emotionen und Persönlichkeit überprüfen

Ideal sei, bei der Reflexion drei Schritte zu machen, sagt der Karriereberater Sascha Schmidt aus München. Im ersten geht es um den klassischen Faktencheck. „Da sollte man einfach mal runterschreiben, was man eigentlich gemacht hat.“ Der zweite Schritt ist der emotionale Lebenslauf. Dabei überlegt man, wie man sich gefühlt hat. Im dritten Schritt überprüft man dann seine Persönlichkeit. „Man sollte hinterfragen: Was bremst mich aus? Was treibt mich voran?“, erklärt der Experte.

2. Sich selbst kritische Fragen stellen

Ergänzend dazu können auch diese Fragen helfen: Was ist für mich eine Belohnung? Was ist für mich ein Horrortag? Was ist für mich Erfolg? „Die Antworten auf diese Fragen kann man dann abgleichen mit dem, was man im vergangenen Jahr eigentlich erlebt hat“, sagt Rappe-Giesecke.

3. Notizbücher führen

Um sich zeitlich zu orientieren, bietet es sich an, in Quartalen zu denken, empfiehlt der Work-Life-Coach Carsten Alex. Um keine Details zu vergessen, ist es hilfreich, sich ein Notizbuch zuzulegen, rät er.

4. Ideen für Veränderungen sammeln

Nach der Analyse hat man oft schon eine Idee, was man verändern möchte. Doch viele wissen auch, wie schwierig es ist, sie umzusetzen. Man müsse zunächst einmal lokalisieren, was genau man verändern möchte, sagt Alex. Eine neue Vision, eine Digitalisierungsstrategie, neue Social-Media-Kanäle, mehr Weiterbildungen oder auch eine längere Auszeit.

5. Umsetzung gut planen

Wichtig ist, sich nicht zu viel vorzunehmen, sagt Work-Life-Coach Alex. Pro Quartal sei ein Teilziel ausreichend. Und in jedem Fall sollte man mit den einfachsten Vorhaben beginnen, den „quick wins“, sagt der Experte und fügt hinzu: „Mitte des Jahres zieht man dann noch mal eine Zwischenbilanz und korrigiert gegebenenfalls“.

6. Vertrag mit sich selbst abschließen

Wer weiß, was er verändern möchte, aber befürchtet, dass er sich nicht an die guten Vorsätze hält, kann einen Vertrag mit sich selbst schließen. „Dabei schreibe ich auf, was ich erreichen will und wie viel Zeit ich mir selbst gebe, um es zu erreichen“, erklärt Rappe-Giesecke. Nach drei Monaten kann man sich den Vertrag erneut anschauen – oder man macht das zusammen mit einem guten Freund. Dann sei der Druck ganz anders, fügt die Professorin hinzu. Viele sind dann besonders entschlossen, Ergebnisse vorzuweisen, um sich vor dem Freund nicht zu blamieren.

7. Ort und Gesellschaft auswählen für den Jahresrückblick

Chefs sollten sich auf jeden Fall ausreichend Zeit nehmen und dafür einen Ort der Ruhe finden, rät Work-Life-Coach Alex. Das kann zum Beispiel auch mal eine Bibliothek oder ein Museum sein. Ob man den Rückblick gemeinsam oder alleine macht, ist Geschmacksache. Mit einem Freund oder einem vertrauten Mitarbeiter habe man eine externe Meinung und könne sich dem Thema mitunter besser nähern, sagt Schmidt. Keine gute Idee sei jedoch, den Partner zu Hause zu befragen, da der einem zu nahe steht.

8. Langfristig denken

Eines sollte auch klar sein: Veränderungen bedeuten Arbeit. Wer langfristig eine Verbesserung erzielen will, sollte auch langfristig denken. Regelmäßige jährliche Rückblicke helfen dabei. „Am besten macht man sich jetzt schon einen Termin für 2017 zum Bilanzgespräch mit sich selbst“, rät Alex mit Blick aufs neue Jahr.

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