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Sich digital weiterbilden Fühlen Sie sich digital abgehängt? So finden Sie wieder Anschluss

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Abgehängt: Wer sich nicht mit der digitalen Welt beschäftigt, verliert den Anschluss. Daher sollten Unternehmer sich weiterbilden und jeden Tag etwas Neues lernen.

Abgehängt: Wer sich nicht mit der digitalen Welt beschäftigt, verliert den Anschluss. Daher sollten Unternehmer sich weiterbilden und jeden Tag etwas Neues lernen.© Timmitom / photocase.de

Wer sagt, er habe keine Zeit fürs Internet, hat oft nur Angst, glaubt Béa Beste: Angst, wieder ein blutiger Anfänger zu sein. Die Unternehmerin setzt sich täglich mit der digitalen Welt auseinander – und zwar so.

“Ich habe gar keine Zeit für sowas!” – Wie oft hören wir diesen Satz? Von Chefs, von Müttern, von Rentnern. Wie oft sagen wir dies und Ähnliches selbst mit voller Überzeugung?

Dieses „Sowas“, für das wir in unserem Leben angeblich keine Lücke finden, kann vieles sein: Sport, gesundes Essen, genug Schlaf, gesellschaftliches Engagement, anspruchsvolle Bücher lesen, mit Freunden ausgehen, mit den Kindern spielen, Blödsinn machen …

Oder: Social Media und der Umgang mit neuen Plattformen im Netz.

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Meine Erfahrung ist: Je „chefiger“ ein Mensch ist, desto mehr wendet er den Satz auf genau diesen Bereich an. „Facebook? Instagram? Snapchat? Für sowas habe ich nun wirklich keine Zeit. Ich bin Handwerker/Händler/Anwalt/Architekt/, kein Internetfuzzi.“ Dabei wissen wir doch alle, dass „keine Zeit“ nichts anderes bedeutet als eine niedrige Priorisierung. Zeit ist elastisch – wenn etwas wichtig ist, dehnen wir unsere Zeit und „machen Zeit“.

Eine Frage der Priorisierung

Aber: Kann es sich ein Chef leisten, Social Media und Internetplattformen niedrig zu priorisieren? Kann sich die Führung einer Firma aus dem Tun und Treiben der Medien eigentlich weitgehend heraushalten? Die Themen wegdelegieren und basta? Oder sich gar bewusst weg vom „Gesindel“ tummeln, das offensichtlich zu viel Zeit für „sowas“ hat?

Denkbar ist das schon. Es gibt in der Tat Wichtigeres – zum Beispiel Unternehmensstrategie, Fokus, Pläne, Big Picture und so!

Keine Angst vor dem Kontrollverlust

Aber: Es ist nicht ratsam, sich nicht mit Neuem zu beschäftigen. Denn die digitale Welt bringt ganze Märkte zum Umdenken und zwingt stabile Marken in die Knie. Das Lied der digitalen Transformation muss ich hier nicht singen, es ist Ihnen bestimmt bestens bekannt.

Wenn Sie zu denen gehören, die sich nicht mit neuen Medien beschäftigen, dann möchte ich Ihnen eine Frage stellen: Entscheiden Sie sich wirklich so bewusst, die Auseinandersetzung mit der digitalen Welt anzugehen – beziehungsweise niedrig zu priorisieren? Oder ist da ein wenig Angst im Spiel? Diese Angst, dass Sie zu betagt sind und nicht mehr kapieren werden? Die Angst, dass Sie absaufen werden in einem komplexen Geflecht von Funktionen und Features, die Sie nicht überblicken?

Ja, Sie werden wieder ein blutiger Anfänger sein

Ein klein wenig Unangenehmes hat jeder Lernprozess am Anfang: Kontrollverlust. Sie sind nicht mehr Chef. Sie sind Schüler, Novize, bloody beginner. Sie blamieren sich, Sie müssen fragen und sich sogar helfen lassen.

Die Frage ist: Was ist die Alternative? Sie können natürlich Themen wie Social Media einfach wegdelegieren. Aber: Ist es nicht ein viel größerer Kontrollverlust, wenn Menschen in Ihrem Unternehmen an etwas arbeiten, das Sie gar nicht verstanden haben? Wovor Sie sich gedrückt haben?

Falls Sie sich jetzt ertappt fühlen – hier ist die Lösung:

Machen Sie sich Folgendes zur Regel: Erst Dinge grundsätzlich verstehen, dann wegdelegieren.

Wenn Sie merken, dass Sie die Angst beschleicht, zu doof, ungelenk, zu wenig lernfähig für das Neue zu sein: Atmen Sie tief durch und stellen Sie sich der Sache. Kapieren Sie die Grundmechanismen, wie etwas funktioniert – und dann können Sie es den Experten überlassen.

Kleiner Tipp: Werden Sie den Anspruch los, alles auf einmal zu verstehen. Das ist unmöglich. Mein eigenes Motto: Ich bin ein Wissenseichhörnchen – und wenn ich jeden Tag eine Nuss geknackt habe, dann bin ich gut!

Wartezeiten für Neues nutzen

Dieser Ansatz hat zur Folge, dass auch der Zeitaufwand ein anderer ist. Anstatt mir vorzustellen, dass ich Stunden dafür investieren muss, denke ich an Minuten. Ich bringe mir Dinge bei in Wartezeiten: Wenn ich auf ein Verkehrsmittel warte oder darin sitze, versuche ich immer etwas, was ich noch nie ausprobiert habe: Ich wische herum auf meinem Smartphone, drücke Buttons, die ich nicht kenne, und lade etwas hoch oder herunter.

Einmal die Woche schaue ich im Appstore vorbei und hole mir mindestens eine App, die mich anspricht. Die meisten lösche ich nach einigen Tagen. Wenn ich etwas Neues ausprobiere, denke ich mir: Was würde ein Siebenjähriger jetzt machen? Ich frage Google oder Siri – und wenn ich einen Menschen erwische, der Ahnung zu haben scheint, lasse ich mir Tipps geben.

Übrigens – das ist nicht immer „wunderwas“: Als ich mir von einem 14-Jährigen Tipps für Pokémon Go geben lassen wollte, zeigte er mir gleich, wie er den Code geknackt hat und ohne sich zu bewegen ganz Berlin „ablief“ und alle Viecher einsammelte – das hat mir den Spaß am ganzen Spiel verdorben. Danach hatte ich keine Lust mehr auf Pokémon Go. Aber auch das ist eine Erkenntnis. Jetzt weiß ich trotzdem, worum es bei dem Spiel geht und warum jedes lokale Business eigentlich einen PokéStop einrichten sollte. Trotz Frustration: Mir tut diese Art zu lernen gut.

Vom Chef zum Role Model

Auch Sie werden merken: Lernen hält jung und flexibel im Kopf. Wenn Sie ich etwas Neues erschlossen haben, belohnt Sie die Gehirnchemie mit guten Gefühlen. Sie fühlen sich sogar ein wenig jünger! Und wahrscheinlich sind sie es dann sogar – im Kopf. Aber noch wichtiger:

Sie schaffen den wahren Quantensprung vom Chef zum Role Model!

Es zeugt von Größe, wenn die Unternehmensführung sich selbst auf Lernpfade begibt, sogar interessiert um Tipps fragt und auf der Höhe der Zeitgeist-Diskussion bleibt. Und ganz nebenbei kann es sein, dass die neuen Erkenntnisse Sie neue Chancen realisieren lassen, die Sie sonst nicht gesehen hätten.

Geben Sie sich einen Ruck, testen Sie heute noch was aus!


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1 Kommentar
  • Imke Wolf-Doettinchem 22. September 2016 10:37

    Danke, Béa Beste – das spricht mir aus dem Herzen! Kein Unternehmer kann es sich leisten, die neuen Entwicklungen zu ignorieren und man muss keine mehrtägigen Seminare besuchen, um ein bisschen was zu verstehen. Ein bisschen Neugier hilft schon sehr viel!

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