Smalltalk 10 Tipps, wie Sie ins Gespräch kommen

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Smalltalk soll vor Besprechungen, auf Messe-Empfängen oder beim Kundenbesuch eine angenehme Atmosphäre schaffen.

Smalltalk soll vor Besprechungen, auf Messe-Empfängen oder beim Kundenbesuch eine angenehme Atmosphäre schaffen. © Photographee.eu / Fotolia.com

Smalltalk ist im Berufs- und Privatleben unverzichtbar. Aber wie plaudert man richtig? Expertin Doris Märtin gibt 10 Tipps für lebhafte und angenehme Gespräche.

Smalltalk ist dazu da, einen persönlichen Kontakt herzustellen. Vor Besprechungen, auf Messe-Empfängen und beim Kundenbesuch – Smalltalk soll eine angenehme Atmosphäre schaffen. Ein Muss für Gespräche zwischen Fremden, aber auch wichtig für Gespräche mit Bekannten. Dabei genügen oft schon zwei, drei nette Sätze.

Doris Märtin ist Mitglied im Deutschen Kniggerat und Autorin des Buchs „Smart talk. Sag es richtig“. Sie sagt: Smalltalk ist in Berufs- und Privatleben unverzichtbar. Ihre Tipps für den perfekten Smalltalk.

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1. Gut auf den Smalltalk vorbereiten

Informieren Sie sich vorab über die Interessen des Gesprächspartners, zum Beispiel auf Xing oder Linkedin. Vielleicht steht im Vermischten der Tageszeitung eine interessante Geschichte? Oder könnte der neue Trainer des Fußballvereins ein Thema sein?

2. Beim Smalltalk richtig vorstellen

Beim geschäftlichen Event bietet sich ein sogenannter Elevator Pitch an: „Ich heiße Doris Märtin und unterstütze Unternehmen dabei, Kunden emotional intelligent anzusprechen.“ Je nach Situation kann man noch etwas Persönliches hinterherschieben. Zum Beispiel: „Mich fasziniert immer wieder, wie viel man mit guter Kommunikation erreichen kann.“ Das mag zuerst aufgesetzt wirken, liefert dem Gesprächspartner aber ein oder zwei Themen, an die er anknüpfen kann.

3. Vom Smalltalk zum Geschäftlichen überleiten

Der Ranghöhere oder der Gastgeber leiten vom Smalltalk zum Geschäftlichen über. Gleichrangige signalisieren mit einer abwartenden Pause und einem fragenden Blick, dass die Zeit für das Fachliche gekommen ist.

4. Smalltalk beim Geschäftsessen

Nachdem alle bestellt haben und das Servicepersonal den Tisch verlassen hat, ist der richtige Zeitpunkt, den Smalltalk zu beenden. Bei einer Einladung, die der Kontaktpflege dient, wartet man mit Geschäftlichem bis nach dem Dessert.

5. Themen für Smalltalk finden

Sport, Urlaub, Hobbys und, ja, auch das Wetter eignen sich als Smalltalk-Themen. Wichtig: Nicht gleich widersprechen. „So schlimm war der Sommer doch gar nicht“, ist kein guter Einstieg. Entscheidender als das Thema ist, dass man eine gemeinsame Wellenlänge findet. Dabei helfen ein Lächeln, offene Körpersprache, echtes Interesse und positive Ausdrücke und Themen.

6. Beim Smalltalk Gemeinsamkeiten suchen

Sich allmählich vortasten, vom Wetter über den Urlaub zur Traumstadt. Dabei helfen offene Fragen. Nicht: „Ach, Paris! Da waren sie doch sicher in der Oper?“. Wenn ihr Gegenüber kein Opern-Fan ist, entsteht ein Gefühl von Fremdheit. Besser ist: „Ach, Paris! Was war dort am schönsten für Sie?“

7. Tabuthemen beim Smalltalk ausklammern

In Deutschland gehören Politik, Religion, schwere Krankheiten, Geld und Klatsch über gemeinsame Bekannte nicht auf das Smalltalk-Tableau, wenn sie sich mit Fremden unterhalten. Auch Interna über das eigene Unternehmen, Kollegen oder Kunden haben hier nichts verloren.

8. Redezeit beim Smalltalk austarieren

Halbe-Halbe ist eine gute Faustregel. Hat man einen Gesprächspartner, der gern und viel redet, schadet es nicht, ihm mehr Redezeit zu überlassen. Interessant ist, wer sich interessiert!

9. Widerspruch beim Smalltalk abwägen

Ein erfahrener Smalltalker darf kontrovers diskutieren. Ein charmanter Widerspruch oder eine kleine Stichelei können das Salz in der Suppe sein. Sicherer ist es, darauf zu verzichten und lieber über Gemeinsamkeiten als über Differenzen zu reden.

10. Smalltalk elegant beenden

Am besten offen, ohne Herumeiern und falsche Ausreden. „Danke für das interessante Gespräch. Ich mache dann mal weiter die Runde. Genießen Sie den Abend.“ Bleibt ihr Gesprächspartner alleine zurück, wirkt es souverän, ihn zu vernetzen. „Bevor wir uns verabschieden, würde ich Sie gern mit meinem Kollegen Thomas Müller bekannt machen.“

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1 Kommentar
  • Renate Witt-Frey 25. November 2015 16:53

    Hallo, interessanter Artikel. Danke dafür. Ich bin nicht so für small Talk, sondern gehe meist gleich in medias res… Es handelt sich dann allerdings oft um geschäftliche Netzwerktreffen. Ich frage „Was machen Sie denn Schönes?“ danach „Wie lange machen Sie das schon?“ dann „Was haben Sie vorher gemacht?“ und „Ist das was Sie tun Ihre Leidenschaft?“ Spätestens hier wird es spannend und man kann man an der ersten Zuckung im Gesicht feststellen ob ja oder nein… 😉 Was würden Sie am liebsten tun? Schliesst sich an. Es entwickelt sich ein Universum. Wer nicht will, muss ja nicht antworten. Aber es lohnt sich, finde ich. Nach der zweiten oder dritten Frage erkennt man oft schon etwas Gemeinsames, dann ist die Verbindung da. So hatte ich zB dann einen Ex-Buchdrucker vor mir (jetzt Webdesigner) (ich komme aus einem Familienbetrieb, Druckerei) oder einen Fahrradtouren Spezi, dessen Eltern eine Siebdruckerei hatten. Das ist TALK ;-)) und führt weiter. Wenn man dann noch die Frage anschliesst „Und was kann ich gerade für Sie tun?“ ist es perfekt. Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Verbindung ist getan. Wer möchte das nicht?

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