Spitzensportler als Vorbild Warum zu viel Disziplin schaden kann

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Sich klare Ziele stecken und  sie konsequent verfolgen - diese Qualität von Spitzensportlern sollten sich Unternehmer zum Vorbild nehmen.

Sich klare Ziele stecken und sie konsequent verfolgen - diese Qualität von Spitzensportlern sollten sich Unternehmer zum Vorbild nehmen.© picture-alliance / dpa

Von Spitzensportlern können sich Unternehmer viel abgucken – zum Beispiel den perfekten Ausgleich zwischen Belastung und Erholung. Doch nicht alle Erfolgsrezepte aus dem Sport eignen sich als Modell.

impulse: Herr Katschemba, was haben Leistungssportler und Unternehmer gemeinsam?

Katschemba: Den Drang, an einer Sache dranzubleiben. Bei Sportlern, aber auch bei Unternehmern wird es immer Höhen und Tiefen geben, die ihnen Disziplin abverlangen. Hier helfen Routinen, klare Ziele und ein gutes Zeitmanagement. Allerdings kann zu viel Disziplin auch ins Gegenteil umschlagen.

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Was meinen Sie damit?

Zum Beispiel: Es gibt Sportler, die sich – bewusst oder unbewusst – nicht quälen, weil sie es selbst – aus sich heraus – wollen. Sie glauben, sie müssten es, weil es von ihnen erwartet wird. Passiert das in einem Unternehmen, machen Sie einen Job, der sich gut in der Vita macht, aber nicht Ihr Ding ist. Dann können Sie diszipliniert arbeiten, aber erfolgreich werden Sie nicht sein.

Was können Unternehmer von Spitzensportlern lernen?

Sportler können mit Niederlagen gut umgehen, weil sie zum Sport dazugehören. Als Unternehmer muss man ebenfalls mit Misserfolgen umgehen können, weil nicht jede Idee, jedes Produkt funktioniert. Es ist wichtig, genau zu überprüfen, woran es gelegen hat und was man verbessern kann. Ein Sportler analysiert immer die Ergebnisse, um sein Training anschließend anzupassen.

Gibt es weitere Strategien von Spitzensportlern, die sich als Modell für Unternehmer eignen?

Jeder Sportler hat ein klares Ziel. Den Weg dorthin teilt er in Zwischenziele ein. Ein Unternehmer sollte ebenfalls eine klare Vorstellung davon haben, was er mit seiner Firma erreichen will. Es hilft ungemein, Etappenziele zu definieren. Aber Vorsicht: Wird es zu kleinteilig, besteht die Gefahr, dass man sich verzettelt.

Was ist mit Arbeitsbelastung und Erfolgsdruck?

Stressphasen sind normal, sie sollten allerdings nicht überhandnehmen. Auch hier können sich Unternehmer etwas von Profisportlern abgucken. Spitzenathleten müssen Trainingsbelastung und Erholung perfekt aufeinander abstimmen, um am Wettkampftag die volle Leistung zu bringen. Bei Unternehmern funktioniert das Prinzip „viel hilft viel“ genauso wenig.

Wie meinen Sie das?

Wer immer alles gibt, riskiert chronischen Stress – Kreativität und Urteilsvermögen leiden, und man wird leicht krank. Also immer Auszeiten einbauen. Auch wenn es Ihnen nicht so vorkommt: Ihr Unternehmen geht nicht gleich unter, wenn Sie ein paar Stunden nicht arbeiten. Und: Feiern Sie Erfolge! Das motiviert für stressige Zeiten.

 

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