Studium neben dem Beruf Wie ich es schaffe, auf zwei Hochzeiten zu tanzen

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Mehrere Bälle gleichzeitig in den Korb werfen: Das ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Genau wie bei Studium und Beruf.

Mehrere Bälle gleichzeitig in den Korb werfen: Das ist nicht einfach, aber auch nicht unmöglich. Genau wie bei Studium und Beruf.© ***jojo / photocase.de

Schon Vollzeit-Unternehmer sein und zusätzlich ein Jura-Studium beginnen: impulse-Blogger Sven L. Franzen hat es ausprobiert und drei Tipps, wie er beides unter einen Hut bringt.

Als ich im Jahr 2005 im Alter von 16 Jahren mein Unternehmen gründete, hatte ich nicht einmal mein Abitur abgelegt. Für mich stand immer fest, dass meine Ausbildung einen großen Bestandteil meines Lebens ausmacht. Daher entschied ich mich für ein Jura-Studium an der Goethe Universität in Frankfurt. Die Vereinbarkeit von Selbstständigkeit und einem aufwendigen Studium war anfangs gar nicht so leicht, aber mit der Zeit habe ich gelernt, beides so zu verbinden, dass keine Aufgabe zu kurz kommt.

Klare Ziele definieren

Immer bevor ich mit meinen Kunden eine Zusammenarbeit unternehmerisch starte, definiere ich das Ziel meines Handelns und Tuns. Meine Motivation war es, eine Ausbildung abzuschießen – also etwas Handfestes in der Hand zu haben und hierbei mein Wissen auszubauen, ohne meine unternehmerischen Aktivitäten unterbrechen oder zurückfahren zu müssen. Die Mission stand fest: Studium und Unternehmen unter einen Hut bringen.

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Strukturierte Planung und Disziplin

Sobald ich wusste, wo ich hin wollte – also meinen Ist- und Soll-Stand – erarbeitete ich meine Lösung, um meine Ziele zu erreichen und meine Motivation zu erhalten. Hierfür strukturierte ich meine kalendarische Planung klar, ich legte genau fest, wann “Timeslots” für Universität, Unternehmen und private Aktivitäten im Kalender ihren Platz finden. Abgestimmt habe ich diese Zeiten mit den üblichen Terminen, wie den Stundenplänen der Universität und gute Meeting-Slots für meine Partner und Kunden. Durch diese strukturierte Planung konnte ich mir klar die Zeit für jedes Projekt nehmen, wenn ich sie brauchte. Das machte es auch einfacher meine Ziele vereint zu verfolgen und zu realisieren.

Klar war, dass in einem Timeslot der Universität nie ein Termin privater oder unternehmerischer Natur Platz findet und umgekehrt. Das gab klare Vorgaben und eine gute Trennung der unterschiedlichen Aktivitäten vor. Ein großer Faktor ist das Thema Disziplin. Ich habe sehr klar meine Motivation mit der Vorstellung meiner Zielerreichung untermauert und so meine Disziplin gestärkt. Hinzu kommen Zwischenerfolge in Klausuren oder erfolgreichen Projekten, die die Disziplin weiterhin steigern und aufrecht erhalten.

Offen sein

Die Strukturierung meines Kalenders war eine Grundlage, die Zweite ist die Offenheit mit meinen Kunden, Mitarbeitern und Partnern. Ich halte nicht hinter dem Berg, dass ich neben meiner unternehmerischen Tätigkeit studiere. Hierdurch ergibt sich der klare Vorteil, dass auf meine “Doppelfunktion” Rücksicht genommen wird und dies sogar positiv hervorgehoben und wertgeschätzt wird.

Drei Tipps für das Studium neben dem Beruf

Auf zwei Hochzeiten zu tanzen ist möglich, wenn man es richtig anstellt.

  1. Werden Sie sich klar, was Sie wollen, und definieren Sie Ihre Ziele und Motivation. Setzen Sie sich mit dem Ist- und Soll-Zustand auseinander. Für Ihre Planung sollten Sie sehr strukturiert vorgehen, sodass Sie die entsprechenden Zeiten beider Aktivitäten einhalten und realistisch Ihre Ziele umsetzen können.
  2. Schaffen Sie eine klare Trennung und strukturierte Planung durch Timeslots, hören Sie auf sich selbst, wie Sie Ihre Motivation und Disziplin einteilen und aufrecht erhalten.
  3. Gehen Sie offen mit dem Thema Studium um. Häufig führt dies zu Verständnis beim Kunden und einer Abgrenzung im positiven Sinne. Es ist also auch eine kleine Marketing-Aktion. Mir hat es immer geholfen, mein Studium anzusprechen.

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2 Kommentare
  • Jörg Zobel 4. Mai 2016 13:41

    Ich kann Herrn Andreas Kraus nur zustimmen. Bei mir geht es „nur“ um einen MBA, der ohnehin schon als berufsbegleitend angeboten wird. Dennoch erwähne ich es immer wieder und die Reaktionen sind meist Anerkennung der persönlichen Leistung welche man erbringt, sowie Ablehnung für das eigene Projekt, da man hier nur Projektmitarbeiter brauchen kann, die 5 Tage/Woche verfügbar bzw geistig bei der Sache sind.
    Ich verfolge mein Ziel weiter und werde es auch zukünftig wieder erwähnen.

  • Kraus, Andreas 14. April 2016 09:49

    Aus meinen persönlichen Erfahrungen kann ich sagen, dass ich Sie um Ihre Erfahrungen beneide. Ich befinde mich aktuell in der Gründungsphase meines StartUps und studiere zusätzlich Steuern, Wirtschaftsrecht und Audit.
    Bei mir sind Gespräche regelmäßig ins Negative umgeschlagen, wenn ich das Thema Studium erwähnt habe. Ob ich eine saubere Planung meiner Zeit habe und auch die nötige Disziplin das durchzuhalten, war eher nebensächlich.

    Daher rate ich jedem vorsichtig damit umzugehen, vor allem als Unternehmer. Denn Studium wird gerne als Zeit, die man nicht mehr für Kunden und Unternehmen aufwenden kann gesehen, was letztlich auch stimmt.

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