Management Shareconomy: Wo es sich für Unternehmen lohnt zu teilen

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Christian Moll, Juniorchef des Heizungs- und Sanitärbetriebs Moll in Dortmund: Der junge Meister und einige befreundete Firmen leihen einander teure Spezialgeräte, die jeder nur selten braucht - wie diese Wärmebildkamera für 4500 Euro

Christian Moll, Juniorchef des Heizungs- und Sanitärbetriebs Moll in Dortmund: Der junge Meister und einige befreundete Firmen leihen einander teure Spezialgeräte, die jeder nur selten braucht - wie diese Wärmebildkamera für 4500 Euro© Andre Zelck für impulse

Das Arbeitsgerät? Meins. Das Büro? Wird nur von mir genutzt. Viele kleine Firmen boxen sich alleine durch. Dabei könnten sie in vielen Bereichen zusammenarbeiten - und Geld sparen. Aber wo genau sollen Unternehmer anfangen? In welchen Bereichen Teilen sinnvoll ist und welche Fallstricke drohen.

Shareconomy folgt dem Prinzip „Nutzen statt Besitzen“ und zielte lange auf Konsumenten. Doch auch Unternehmen können teilen. „Jedes Unternehmen sollte überlegen: Kann das Nutzen-statt-Besitzen-Prinzip mein Produkt, meine Dienstleistung oder meinen Arbeitsalltag verbessern?“, sagt Harald Heinrichs, Professor für Nachhaltigkeit an der Leuphana Universität Lüneburg. Diese frei Bereiche hat er für Unternehmer identifiziert:

 

Arbeitsmaterial untereinander verleihen

Eignet sich für: Handwerker, Landwirte.

Praxistipp: Wer wie Christian Moll einen eigenen Tauschring eröffnen möchte, um Gerät und Werkzeug an andere Betriebe weiterzugeben, sollte das zunächst möglichst formlos machen – und keine Leihgebühr verlangen. Andernfalls müssen Unternehmer sich nicht nur mit Steuerthemen, sondern unter Umständen auch mit gesellschaftsrechtlichen Fragen auseinandersetzen – vor allem, wenn Unternehmer eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder einen Verein gründen, um den Verleih zu organisieren. Auch Haftungsfragen werden dann komplizierter.

 

Jobs auf mehrere Leute verteilen

Eignet sich für: Stellen in IT-Abteilungen, Marketing, Vertrieb, Projektmanagement.

Praxistipp: Ab einem bestimmten Gehaltsniveau steigen in der Tandemvariante die Sozialversicherungsabgaben. Grund: Die Sätze sind für Vollzeitkräfte gedeckelt. Für Unternehmer heißt das, dass sie für zwei Jobsharer, die gemeinsam ein Brutto-Jahresgehalt von 72 000 Euro verdienen, gegenüber einer Vollzeitkraft gut 2000 Euro mehr an die Sozialversicherungsträger zahlen müssen. In den neuen Bundesländern beträgt der Unterschied sogar knapp 3300 Euro. Dennoch sparen Unternehmer, sofern sie eine Vertretungsklausel mit dem Duo vereinbaren: Jeder Urlaubs- und Krankeitstag kostet im Schnitt 400 Euro.

 

Büros gemeinschaftlich nutzen

Eignet sich für: Freiberufler, Einzelkämpfer, Start-ups.

Praxistipp: Trotz günstiger Mietpreise, können die Gesamtkosten in Co-Working- Spaces schnell in die Höhe steigen. Der Gamecity Port in Hamburg verzichtet deshalb darauf, Sekretariat, Internet, Telefon und Kopiergeräte zentral für alle Mieter zur Verfügung zu stellen. So bringt jeder Unternehmer selbst mit, was er braucht. Das hält die Gemeinschaftskosten im Rahmen.

 
impulse-Magazin Januar 2015„Werkzeuge zu tauschen, die teuer in der Anschaffung, aber selten im Gebrauch sind, ist sinnvoll“, sagt Christian Moll, Juniorchef des Heizungs- und Sanitärbetriebs Moll in Dortmund. Womit er und andere Unternehmen positive Erfahrungen beim Teilen und Tauschen gemacht haben, lesen Sie in der aktuellen impulse-Ausgabe 01/15.

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