Management Smart Buildings: Wie Sie mit moderner Gebäudetechnik Geld sparen

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Von der Heizung, über die Beleuchtung bis hin zur Stereoanlage: Mit neuer Technik können Unternehmer ihre Gebäude clever vernetzen.

Von der Heizung, über die Beleuchtung bis hin zur Stereoanlage: Mit neuer Technik können Unternehmer ihre Gebäude clever vernetzen.© cutimage/Fotolia

Mit intelligenter Gebäudetechnik können Unternehmer ihre Energiekosten beträchtlich senken und Arbeitszeit sparen. Die Auswahl der Technik ist allerdings schwierig. impulse erklärt, was Sie wissen müssen.

Ein Dienstbeginn in der Arztpraxis von Karsten Becker gleicht einer Szene aus dem Film „Minority Report“ – nur ohne Tom Cruise. Im Film werden Menschen per Computer über einen Scan ihrer Netzhaut identifiziert. Einen ähnlichen Rechner gibt es auch in den Räumen von Becker. Betritt der Internist seine große Landarztpraxis mit 15 Mitarbeitern im niederrheinischen Wesel, scannt das System seine Netzhaut – und fährt Beckers persönliches Profil hoch: In den 20 Behandlungszimmern gehen alle 22 Rechner an und rufen die Patientenakten auf.

Im Winter startet die Heizung, im Sommer regelt eine Klimaanlage die Temperatur herunter. Lichtsensoren passen die Innenbeleuchtung an die Stärke des Tageslichts an. „Und irgendwann“, sagt der 50-Jährige, „vernetzen wir auch die Espressomaschine, damit sie mir morgens automatisch eine Tasse Kaffee aufbrüht.“ Technisch wäre das schon heute möglich.

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Karsten Becker gehört hierzulande zur Haustechnik-Avantgarde. „Komplett vernetzte Gebäudetechniken sind in Deutschland noch eher die Ausnahme“, sagt Timo Bernard, Diplom-­Informatiker am Fraunhofer-Inhaus-Zentrum in Duisburg. Internist Becker hat seine komplette Praxis zu einem „Smart Building“ um­gerüstet: Alle technischen Systeme lassen sich zentral über einen kleinen Computer in der Praxis oder von unterwegs über eine App steuern. Und sie reagieren auch aufeinander: Fährt etwa die Heizung hoch, geht automatisch die Klimaanlage aus.

Energiekosten und Arbeitszeit sparen

Mithilfe solcher Smart Buildings können Unternehmen Arbeitszeit sparen und Energiekosten senken. Schon eine zentrale Heizungssteuerung führt nach Einschätzung von Wolfgang Klebsch vom Verband der Elektrotechnik (VDE) zu einer Kostenersparnis von 30 Prozent. Mit Lichtsensoren und Bewegungsmeldern an den Lampen lassen sich die Beleuchtungskosten um 20 bis 30 Prozent senken. Zudem sparen Unternehmer durch die automatischen Steuerungen Arbeitszeit, weil sich niemand mehr um die Anlagen kümmern muss.

Bevor Karsten Becker seine 450 Quadratmeter große Landarztpraxis zum Smart Building umrüstete, praktizierte er in einem anderen Gebäude auf 100 Quadratmeter ohne große technische Ausrüstung. „Obwohl meine Praxis jetzt mehr als viermal so groß ist, haben sich meine Energiekosten halbiert“, sagt er. 4500 Euro Strom- und Heizkosten zahlt der Internist jetzt jedes Jahr. Allein auf diese Kosten bezogen, amortisiert sich die Umrüstung auf die smarte Technik nach knapp acht Jahren.

Viele Anbieter, wenig Überblick

Welche Systeme Unternehmer miteinander vernetzen sollten und was man dafür ausgeben muss, hängt von den individuellen Bedürfnissen ab. Zugleich ist der Markt verwirrend vielfältig. „Es gibt Hunderte Anbieter, aber überhaupt keine zentrale Übersicht“, erklärt Mi­chael Krödel, Professor für Gebäudeautomation und -technik an der Hochschule Rosenheim. „Als Laie ist es fast unmöglich, die verschiedenen Systeme miteinander zu vergleichen.“ Von Elektrikern, den Stadtwerken, über die großen Energieversorger wie RWE oder Eon bis hin zur Telekom bieten Dutzende Unternehmen verschiedene Lösungen an.

Krödel hat deshalb einen Fragenkatalog entwickelt: Unternehmer können darin ankreuzen, welche Systeme sie in ihrem Gebäude miteinander vernetzen möchten – beispielsweise Heizung, Belüftung, Verschattung und Sicherheitssysteme. Mithilfe des ausgefüllten Bogens lassen sich gezielter Angebote einholen, weil der Interessent dann weiß, was er von der Technik erwartet.

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